Lok24
27.01.2014, 06:43

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Lok24
27.01.2014, 06:48

+106Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo zusammen,


heute möchte ich Euch meine Bahnschranken mit Motorantrieb vorstellen.

Vorgaben

Die Schienen sollten mit nur einer Schwelle auf der Bodenplatte aufliegen. Das Aussehen sollte vorbildnah sein, also keine sichtbaren Hebel oder Zahnräder enthalten. Damit war klar, dass ein Getriebe- oder Gestänge-Antrieb nicht möglich ist. Der Lauf der beiden Schrankenbäume sollte möglichst synchron und ruckfrei sein. Wie beim Vorbild wird die Schranke über Seile angetrieben

Da es sich um eine Vollschranke aus den 60ern handelt muss laut EBO der Raum zwischen den Bäumen kontrolliert werden, ob sich hier niemand eingesperrt hat. Somit hat das Schrankenwärterhäuschen seine Berechtigung (heute wird das über Kameras oder Radar gemacht) – das war auch eine schöne Begründung, um einmal ein Häuschen zu bauen und das Gelände etwas auszuschmücken.

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Das Video (50 sec.) zeigt zunächst eine reduzierte Geschwindigkeit, indem ein PF-Empfänger auf Stufe 4 eingestellt wurde, danach die Originalgeschwindigkeit nur mit Batteriekasten und Umschalter.





Der Übergang besteht aus Holzbohlen, am Ende sind sie schräg eingebaut, damit keine Kupplungsteile des Zuges hängenbleiben.

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Die Anlage aus Sicht der Gleise.

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Das Bahnwärterhäuschen

Die Rückseite des Bahnwärterhäuschens….

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… und das Häuschen von vorne. Die Gefache sind mit einzelnen Steinen ausgemauert. Die nicht gravierten Seiten des Sockels sind so gut es geht weggetarnt.

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Von hier wird auch noch ein (im Modell nicht dargestelltes) entfernt liegendes Signal bedient, die Drähte laufen unter den Gleisen durch (mit Gittern abgedeckt), der Spannhebel sorgt für immer gleichmäßigen Seilzug.

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Viel Spaß hat mir der Bau des Schuppens gemacht. Das schon etwas gealterte Dach liegt auf vorne sichtbaren Sparren auf, die Ecken schließen bündig ab (was nicht so einfach war wie es aussieht, mit einem 1x1 mit Noppen an den Seiten wäre das nicht zu erreichen).

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Einblicke

Das Innere des Schuppens….

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…und das Häuschens

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Technik

Die Technik ist übersichtlich und besteht aus Antrieb mit Getriebeblock (links), Seilumlenkungen (Mitte) und den beiden Schrankenbäumen.

Die Schrankenbäume werden über Seile hochgezogen, sie schließen durch ihr Gewicht. Deswegen ist darauf zu achten, dass sie sich in ihren Lagern sehr leichtgängig bewegen und die beiden Seile ungefähr gleich lang sind, damit Toleranzen durch Dehnung etc. sich ausgleichen. Daher läuft eines unter der Bahn, eines unter der Straße entlang.

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Antrieb

Als Antrieb dient ein kleiner Schlitten, der über die Zahnstange um vier Noppen verschoben wird. Vorne trägt er zwei 3er Liftarms, in die je ein 2er Liftarm mit einem Friction-Connector eingesteckt wird. Durch Drehen können so beide Bäume unabhängig voneinander justiert werden. Der Weg könnte durch aufstecken von Tile oder Plate auf den Lampenstein am Ende der Bahn auch variiert werden, das war bei mir nicht nötig.

Beim Zusammenbau wird der Schlitten nach vorne gefahren, die Schranken sind geschlossen, beide Liftarms sind in Mittelstellung. Die Seile werden eingelegt, von unten durchgezogen und dann mit dem dunkelgrauen Connector-Pin einfach festgesteckt. Die Seilreste kommen zusammengerollt in die kleine „Kiste“ vorne rechts, damit sie sich nicht im Getriebe verheddern. Danach werden die Schranken hochgezogen und dann die Liftarms so eingestellt, dass sie gerade an ihrem Anschlag liegen (dass ist der graue Technic-Bush im Lager)

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Das Getriebe ist sehr einfach, 8:24 und dann nochmal 8:24 (Rutschkupplung), hier kann auch eine andere Übersetzung für „schneller“ oder „langsamer“ gewählt werden. Mir sind langsam laufende Schranken lieber.

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Die Schrankenbäume

Das Bild zeigt den Baum auf der Antriebsseite (das Seil läuft in Schrankenrichtung unter der der Straße zum Antrieb)

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Das Lager im Detail, es besteht aus sehr wenigen Teilen.

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Das Gegengewicht des Schrankenbaums. Die Antriebseile sind original Lego (thin, wie es z.B. im Unimog 8110 vorkommt, x77ac50).

Es wird an der mittleren(!) der drei Achsen verknotet und dann um die rechte Achse gelegt, dadurch ist die Führung um die rechte Achse immer konstant und nicht vom Knoten abhängig.

Das Seil für die Stabilisierung des Baums ist normaler Bindfaden, er ist vorne am Baum verknotet, hinten nur zwischen den beiden Liftarms eingeklemmt.

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Dieses Bild zeigt den Baum auf der gegenüberliegenden Seite (das Seil läuft quer zur Schrankenrichtung unter der Bahnlinie zum Antrieb), deswegen ist hier ein 2er Liftarm zur Umlenkung verbaut; ansonsten sind die beiden gleich.

Gut zu sehen ist hier auch das Teil, auf dem der Baum aufliegt, durch Verschieben des Connectors auf dem senkrechten Bar kann die waagerechte Endlage eingestellt werden.

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Hier die Seilführung im Überblick. Auf die vier Scharniere werden nachher die Auffahrten aufgelegt, ohne dass sie die Seile berühren.

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Wie immer bei mir: verbaut wurde, was da ist, das ist schon mal älter oder verfärbt. Nichts wurde gesägt oder geklebt. Fremdteile sind die beiden Abspannschüre und die Beschriftung.

Ich hoffe, das Häuschen, die Schranken und die verbaute Technik gefallen dem einen oder anderen.

Grüße

Werner



typhoon
27.01.2014, 08:02

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Guten Morgen Werner

Aber hallo! Aber sicher gefällt das. Super gebaut. Einfach spitze. Genau so stelle ich mir einen Montag-Morgen-Start vor
Ich habe mir auch schon so einen Bahnübergang mit Seilzug gebaut. Die Idee hab ich mir irgendwo abgeschaut. Weiss jetzt aber nicht mehr wo. Ist schon ewig her.
Die Funktion hab ich jedoch soweit automatisiert, dass ein herannahender Zug die Schranke betätigt. Wurde dann aber wieder auf Eis gelegt, da die ganz Anlage immer noch im Bau ist.
Deine Ausschmückungen sind einfach spitze! Das eine oder andere Detail wird sicher auch bei mir Anwendung finden.
Ganz herzlichen Dank immer für deine super schönen und interessanten Beiträge.

Einen schönen Tag wünsche ich.
Gruss, Dani



Juge
27.01.2014, 08:20

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Total toll. Es bleibt für mich als PF-Neuling nur eine Frage: Wie löst man den Motor aus und wie sorgt man dafür, dass dieser nur exakt vier Noppen weit läuft?!



Lok24
27.01.2014, 08:37

Als Antwort auf den Beitrag von Juge

Editiert von
Lok24
27.01.2014, 08:38

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo,

das sind ja zwei Fragen auf einmal

Du brauchst eine Batteriebox, z.B.
4506078
oder auch 4578042.

Beide haben einen Schalter rechts-aus-links, somit kannst Du die Schranke direkt betätigen.

Ich habe noch einen Umschalter 4523462 zwischengeschaltet, oder Du nimmst stattdessen einen Infrarotempfänger. Unbedingt nötig ist das nicht.

Und warum fährt der Schlitten nur 4 Noppen?
Weil der gelbe Rahmen ihm nicht mehr Raum lässt.

Und das weiße Zahnrad hier

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hat eine eingebaute Rutschkupplung.

Was das zur Folge hat kannst Du hier sehen und hören:




Grüße

Werner



Juge
27.01.2014, 08:43

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Danke



renrew
27.01.2014, 09:10

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo Werner
Erst mal ein Lob für die Optik! Die Szene um die Bahnschranke ist prima ausgestaltet.
Sei es der "Zaun" neben den Gleisen oder die Details am und um das Schrankenwärterhäuschen oder die Bahnschranken selbst und mehr ...
Und dann noch die Seilzug-Technik der Schrankenbäume - mir gefällts.
Gruß Werner


Modelle
http://wernergraef.com/


mijasper
27.01.2014, 09:10

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo Werner!


Das gesamte Ensemble gefällt mir ausgesprochen gut ...

Das Video (50 sec.) zeigt zunächst eine reduzierte Geschwindigkeit, indem ein PF-Empfänger auf Stufe 4 eingestellt wurde, danach die Originalgeschwindigkeit nur mit Batteriekasten und Umschalter.

... wobei ich die geschwindigkeitsreduzierte Variante klar favorisiere. Ja, für mein Empfinden könnten die Bewegungsabläufe gar noch ein wenig langsamer vonstatten gehen. Doch das grenzte bereits an Korinthenkackerei.


Lieben Gruß,
Michael


Gedanken sind nicht stets parat,
Man schreibt auch, wenn man keine hat.
(Wilhelm Busch)


¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Μὴ κινεῖν τὰ ἀκίνητα! ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯


Lok24
27.01.2014, 09:23

Als Antwort auf den Beitrag von mijasper

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo Michael,

Das gesamte Ensemble gefällt mir ausgesprochen gut ...

Danke. Mein erster Versuch, sowas wie ein "Drumherum" zu bauen. Ich habe versucht einen Mittelweg zwischen "öd" und "überladen" zu finden und bin mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden.

... wobei ich die geschwindigkeitsreduzierte Variante klar favorisiere. Ja, für mein Empfinden könnten die Bewegungsabläufe gar noch ein wenig langsamer vonstatten gehen.

Ich auch. Für eine Anlage (die ich nicht habe) kann es aber sinnvoll sein, die Schranken schnell zu schließen, weil dauernd ein Zug kommt.....

Man kann sicher auch statt des 24er Zahnrads ein 40er einsetzen.

Grüße

Werner



cimddwc
27.01.2014, 09:33

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo Werner,

geniale Konstruktion! Verglichen mit meiner Unterbau-Lösung, die ich demnächst noch vorstellen wollte - mit massig Zahnrädern bis nach oben (und dreifacher 8:24-Untersetzung) -, ist sie deutlich eleganter.

Grüße,
Andreas



Colognebrick
27.01.2014, 10:46

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Bahnschranken mit Motorantrieb

Hallo Lok24,

also cih muss sagen das das wirklich eins der besten Eisenbahn Zubehör und Szenerie Mocs ist was ich gesehen habe Hut ab. Die Technik ist echt cool mit dann ganzen Strippen lässt du die Schranken spielen Was jetzt noch fehlt wäre so was wie ein sensor das wen der Zug kommt die Schranken runter gehen muss aber nicht zwangsläufig sein.

Viele Grüße colognebrick



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