LegoFanMama
24.10.2020, 18:36

Hallo aus München!

Hallo liebe Lego Freunde ,

mein Sohn Christian (7 1/2 Jahre alt) ist Feuer und Flamme für Technik und Architecture.

Die Modelle baut er ohne Hilfe (oder ganz minimal) und extrem schnell. Gerade hat er 42115 Lamborghini Sián fertig gebaut (wurde erst gestern am Nachmittag zugestellt). Mit dem Schaufelradbagger, Bugatti oder Taj Mahal war er auch ratz fatz fertig.

Seine gleichaltrige Freunde teilen leider seine Begeisterung nicht, da für sie das doch etwas kompliziertes ist.

Gerne hätte ich mein Kind gefördert, weiß aber nicht wie es gehen soll. Alle anspruchsvolle Modelle hat er bereit gebaut. Sollte es in die Richtung Eigenbau gehen?

Vielleich hat jemand als Elternteil bereits solche Erfahrungen gemacht? Wie ging es bei Euch weiter?

Für Eure Tipps wäre ich sehr dankbar!

Liebe Grüße aus München,
Katharina



railtobi
24.10.2020, 19:10

Als Antwort auf den Beitrag von LegoFanMama

Re: Hallo aus München!

Hallo zurück von einem ex-Münchner,
das ist doch super, dein kleiner beschäftigt sich und hat Spass. Ich denk der nächste Schritt ist Selbstbau . Schaut euch doch mal hier um es gibt so viele Themen . Meines sind Dampfloks (klick auf den Usernamen und du kannst die Modelle des User sehen). Und dann gilt es Anregungen zu holen, Bautechniken von anderen lernen und los.


Gruß Tobi


In SNOT we trust !


MarQ
24.10.2020, 21:21

Als Antwort auf den Beitrag von LegoFanMama

+4Re: Hallo aus München!

Hallo Katharina,

mein Sohn ist noch nicht lange 6 Jahre alt. Ich mache bei ihm eine etwas andere Erfahrung: er baut Sets, die er bekommt, zwar auch sehr schnell auf. Sie stehen dann ca. 2-7 Tage rum, danach fängt er an, sie wieder abzubauen, weil er die Teile für irgendetwas anderes braucht. Bei anderen Kindern, mit denen er zu tun hat, stelle ich oft fest, dass Eltern diesen Abbaudrang bremsen, weil dann ja "das schöne Modell kaputt ist". Keine Ahnung, wie das bei euch ist, aber den Eigenbaudrang hat er von ganz allein entwickelt, indem er alles, was er sieht und erlebt, mit Lego nachbaut (derzeit z.B. einen kompletten THW-Ortsverband, wir konnten aber auch schon alle möglichen Urlaubserfahrungen aus Lego besichtigen).
Warum ich das schreibe: es ist eben die Erfahrung bei vielen anderen Kindern/ Eltern, die ich so schade finde, dass die Kinder viel Lego haben, dauernd mehr haben wollen, es 1x zusammenbauen und es dann rumsteht. An der Stelle würde ich ansetzen: für Kinder in dem Alter sollten das keine Ausstellungsmodelle sein, sie sollen sich stattdessen selber ausprobieren. Vielleicht kannst du unterstützen, indem ihr mal ein Set wieder auseinanderbaut und gemeinsam schaut, was man noch draus bauen könnte. Und ich merke auch: wenn es zu viel Lego ist, das rumliegt, kommt er mit der Menge nicht zurecht. Die Begrenzung stärkt die Kreativität.
Ich hoffe, dass du mit meinen Erfahrungen etwas anfangen kannst!

Viele Grüße
MarQ



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Seeteddy
24.10.2020, 21:47

Als Antwort auf den Beitrag von LegoFanMama

Editiert von
Seeteddy
24.10.2020, 21:54

+4Re: Hallo aus München!

Hallo Katharina,
LegoFanMama hat geschrieben:


mein Sohn Christian (7 1/2 Jahre alt) ist Feuer und Flamme für Technik und Architecture.

das ist doch schön für ihn.
Meine glücklichsten Stunden vor 50 Jahren waren die des Wühlens in der LEGO-Kiste und das freie, kreative Bauen mit meinen geliebten Steinen.
Dass diese Begeisterung lange anhalten kann, bzw. später wiederkehrt, beweist ja diese Fanseite für erwachsene LEGO-Freunde.
Das Forum hier ist für die jüngsten Fans noch nicht der geeignete Einstieg, aber die Seiten mit den Modellen und Bauideen können schon der Inspiration dienen.
LegoFanMama hat geschrieben:

Gerne hätte ich mein Kind gefördert, weiß aber nicht wie es gehen soll. Alle anspruchsvolle Modelle hat er bereit gebaut. Sollte es in die Richtung Eigenbau gehen?

Da kann man wenig tun, außer Freiräume schaffen, in denen die spielerische Kreativität sich entfalten kann.

In dem Zusammenhang sehe ich die Premium-Modelle, welche nicht nur deshalb für ein höheres Alter empfohlen werden, weil sie schwieriger zu bauen sind, sondern vielmehr wegen des Charakters als Sammler- und Vitrinenmodell, eher als hemmend für die Kreativität, als bunte Steinekisten.
Das möchte ich folgendermaßen erklären: Bei so einem Vitrinenmodell für Sammler, wie beispielsweise dem Bugatti Chiron, oder Lamborghini Sian, ist die Hemmschwelle ziemlich hoch, ein solches Modell wieder zu zerlegen. Noch schwerwiegender wird es dann, sich damit abzufinden, das selbstgebaute Modelle aus den Steinen solcher Sets, nicht mit den hohen Standards der Designerentwürfe mithalten können. Dafür müsste man schon Wunderkind++ sein! Also besteht hier eine größere Frustgefahr, welche Kinder von ihrer spielerischen, kreativen Entwicklung abhalten könnte.

Ich persönlich sehe da beim Thema Architektur den geeigneteren Ansatzpunkt, die Lust zu entwickeln, etwas Eigenes zu bauen, das sich sehen lassen kann: Häuser der Umgebung, Sehenswürdigkeiten Münchens oder gar eine Skyline der bayerischen Landeshauptstadt, nach dem Stile der Skylines aus der LEGO-Architecture Serie ...
_

Eine kleine Anekdote aus meiner Kindheit:
Im Alter von 12 Jahren nahm ich zum ersten Mal an einem LEGO-Bauwettbewerb teil. Ich erreichte auf Anhieb den 1. Platz in meiner Altersgruppe. Das heißt, ich durfte als Erster aus den vielen schönen Preisen auswählen, welche dort gestiftet wurden. Ich ließ das teure Markenfahrrad links liegen, ich ging vorbei an der Carrera-Mondbahn (welche heute unter Sammlern für leuchtende Augen sorgen würde) und schnappte mir einen Preis, der eher einem 7.-10. Platz würdig gewesen war: Einen Chemie-Experimentierkasten - denn den hätten mir meine Eltern garantiert nie gekauft!

kreative Grüße
Klaus

Edit: Während ich noch schrieb, hat noch jemand genau in die gleiche Kerbe geantwortet. Danke MarQ.
Daher sehe ich das Motto für Kreativität: "Weniger ist mehr!" in gewisser Weise bestätigt.


In Internetforen wimmelt es nur so von fehlerhaften Zitaten.

Johann Wolfgang von Goethe


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olivgrau
26.10.2020, 00:12

Als Antwort auf den Beitrag von LegoFanMama

+1Re: Hallo aus München!

Hallo Katharina.

Taj Mahal und der Lambo mit 7,5 Jahren ... ui!

Es gibt auch viele Bücher mit Ideen, Anregungen zum selber bauen, u.a. vom Verlag Dorling Kindersley oder No Starch Press.

Von einer Bekannten der 10-jährige Sohn wollte unbedingt seine Stadt mit einem Modularhaus starten, das LEGO Neighbourhood
book reichte in diesem Fall. Neben vielen Anregungen sind auch einige Anleitungen dabei.

ciaOliver


EBM-Lounge Langeoog 2021!


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Turez
26.10.2020, 12:20

Als Antwort auf den Beitrag von LegoFanMama

Editiert von
Turez
26.10.2020, 12:21

+3Re: Hallo aus München!

Hallo Katharina,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.
Eure Erfahrungen sind ganz interessant - ich finde nämlich auch, dass heutige Technic-Sets zwar vom Design her oft hochwertig daherkommen, aber zur Anregung der Kreativität nicht so richtig sinnvoll sind. Und die Schwierigkeit beim Aufbau ist auch kaum vorhanden, weil ja meist nur eine Handvoll Teile pro Seite verbaut werden. Mein Vorschlag wäre: Werft mal einen Blick auf ältere Technic-Sets, vor allem aus den 80-er und 90-er Jahren. Damals waren die Anleitungen der größeren Modelle oft noch wirklich komplex (man ist durchaus mehrere Minuten mit einer einzigen Seite beschäftigt), die Bauteile sind weniger spezialisiert und laden daher leichter zum kreativen Konstruieren ein und außerdem gibt es geniale Baubücher, in denen auf wenigen Seiten (Schwierigkeit!) sehr kreative Modelle vorgestellt werden. Die Sets haben außerdem immer eine gedruckte Anleitung für ein zweites Modell.

Ein paar Links dazu:
https://brickset.com/sets/theme-Technic
Brickset ist eine Set-Datenbank, dort (vielleicht zusammen mit dem Sohn) einfach mal durch die Technic-Sets von ca. 1980-1998 durchklicken.

Ebenfalls bei Brickset gibt es Scans der besagten Baubücher:
https://brickset.com/library/ideasbooks
(8889 von 1984, 8890 von 1987 und 8891 von 1991 - alle drei sind auch als gedrucktes Original für wenige Euro bei Ebay zu bekommen)
Zum Bau der Modelle daraus sind natürlich die Teile aus dieser Zeit nötig, vor allem die "normalen" Technicsteine (mit Löchern und Noppen) werden in heutigen Modellen fast gar nicht mehr verwendet. Das Angebot an gebrauchten alten Technic-Sets ist bei Ebay, auf Kleinanzeigenseiten und Co. aber sehr groß und verglichen mit den heutigen "Sammlermodellen" sind viele ältere Sets auch recht günstig zu bekommen. Nur einen Waschgang solltet ihr ggf. mit einplanen.

Zum Reinschnuppern hier mal ein paar Anleitungen der damaligen größeren Sets:
http://bricks.argz.com/ins/8860-1
http://bricks.argz.com/ins/8865-1
http://bricks.argz.com/ins/8868-1

Grüße
Jonas



Heather , Thomas52xxx , LegoFanMama gefällt das


LegoFanMama
27.10.2020, 09:22

Als Antwort auf den Beitrag von railtobi

Re: Hallo aus München!

Hallo Tobi,

railtobi hat geschrieben:

Schaut euch doch mal hier um es gibt so viele Themen . Meines sind Dampfloks (klick auf den Usernamen und du kannst die Modelle des User sehen). Und dann gilt es Anregungen zu holen, Bautechniken von anderen lernen und los

danke für Deine Antwort! Wir haben ein bisschen rumgeschaut und sind fasziniert. Eine neue MOC Idee ist schon da (Architektur). Schauen wir mal wie es weiter geht!
Grüße,
Katharina



LegoFanMama
27.10.2020, 17:29

Als Antwort auf den Beitrag von MarQ

Re: Hallo aus München!

Hallo MarQ,

danke für Deine Antwort!

MarQ hat geschrieben:

mein Sohn ist noch nicht lange 6 Jahre alt. Ich mache bei ihm eine etwas andere Erfahrung: er baut Sets, die er bekommt, zwar auch sehr schnell auf. Sie stehen dann ca. 2-7 Tage rum, danach fängt er an, sie wieder abzubauen, weil er die Teile für irgendetwas anderes braucht.

So ähnlich ging es bei uns im dem Alter auch. Damals war ich ziemlich resolut und habe gedacht, dass er bereits genug hat. Alles, vor allem die Motoren und Getrieben wurde ausgebaut und woanders umgesetzt.
Dann wollte ich ihn ein bisschen umlenken, es ging Richtung Holz-, Karton- usw. Modellen. Auch Nanosteine von verschiedenen Herstellern hat er sehr gerne gebaut. Zum Glück, möchte er nicht ALLES haben, nur eben die schwierigsten Sets, und da geht die Auswahl langsam aus.

Viele Grüße,
Katharina



LegoFanMama
27.10.2020, 17:54

Als Antwort auf den Beitrag von Seeteddy

Re: Hallo aus München!

Hallo Klaus,
Seeteddy hat geschrieben:

die Seiten mit den Modellen und Bauideen können schon der Inspiration dienen.

Das stimmt wohl. Ich bin mittlerweile selber von einigen MOC begeistert!
Seeteddy hat geschrieben:
In dem Zusammenhang sehe ich die Premium-Modelle, welche nicht nur deshalb für ein höheres Alter empfohlen werden, weil sie schwieriger zu bauen sind, sondern vielmehr wegen des Charakters als Sammler- und Vitrinenmodell, eher als hemmend für die Kreativität, als bunte Steinekisten.

Danke für die Erklärung, das verstehe ich jetzt. Eigentlich schade, dass es nichts schwierigeres gibt. Andere Seite es ist besser für den Geldbeutel.
Seeteddy hat geschrieben:
Ich persönlich sehe da beim Thema Architektur den geeigneteren Ansatzpunkt, die Lust zu entwickeln, etwas Eigenes zu bauen, das sich sehen lassen kann: Häuser der Umgebung, Sehenswürdigkeiten Münchens oder gar eine Skyline der bayerischen Landeshauptstadt.

Eine brilliante Idee, die er gleich geschnappt hat. Herzlichen Dank!
Viele Grüße,
Katharina



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