Kraftwerk Ibbenbüren - Ein Wahrzeichen wird zum Museums-Bausatz
(Für das MdM bitte Abbildung Nr. 3 verwenden, Danke!)
Jahrzehntelang war das Kraftwerk auf dem Schafberg in meiner Heimatstadt Ibbenbüren das unübersehbare Wahrzeichen von Ibbenbüren und dem gesamten Tecklenburger Land. Als weithin sichtbare Landmarke hat es durch seine exponierte Lage über Generationen das Stadtbild und die Identität der Region geprägt, und stand wie kaum ein anderes Bauwerk für die Bergbaugeschichte der Stadt.
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Abbildung 1: Panorama über Ibbenbüren (Bildquelle: Stadt Ibbenbüren, mit freundlicher Genehmigung)
Das
Steinkohlekraftwerk Block B wurde von 1981 bis 1985 erbaut. Bis 2019 verstromte die Anlage vor allem Anthrazitkohle aus der direkt benachbarten
Zeche, und besaß zeitweise den weltweit größten Schmelzkammerkessel.
Nach der Stilllegung im Jahr 2021 erfolgte am 6. April 2025 die Sprengung des Kesselhauses (120 m) und der kontrollierte Einsturz des Kühlturms (126 m). Der Schornstein (275 m) wurde am 22. Februar 2026 gesprengt. Im Juli 2026 wurde das geräumte Gelände an den Netzbetreiber Amprion übergeben, um dort bis 2031 eine Konverterstation für Offshore-Windstrom zu errichten.
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Abbildung 2: Kraftwerk Ibbenbüren Block B mit angrenzendem Bergwerk (Bildquelle: Ibbenbürener Volkszeitung, mit freundlicher Genehmigung)
Während der Abrissarbeiten reifte in mir die Idee, das Kraftwerk als LEGO-Modell nachzubauen. Bei einem Gespräch mit
Isendorfer, der gebürtig auch aus Ibbenbüren stammt, entwickelte sich eine grobe Vorstellung, wie man das Kraftwerk bauen könnte.
Nachdem erste Skizzen angefertigt waren, fokussierte ich mich erst einmal auf die Elemente, die das Kraftwerk optisch besonders geprägt haben. So leitete ich dann den Formfindungsprozess ein, und entwickelte nach und nach die einzelnen Gebäude. Um passende Proportionen zu erreichen, verglich ich das Modell immer wieder mit Fotos und Luftbildern. Auch bin ich oft zum Kraftwerksgelände gefahren und habe es vor Ort studiert.
Im nächsten Schritt erstellte ich ein digitales Modell in Bricklink Studio, und bestellte die Teile, sofern ich sie nicht auf Lager hatte. Das Modell besteht aus
411 Teilen, ist
19 cm lang, 14,5 cm breit und 16 cm hoch. Und so sah das fertige Modell dann aus:
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Abbildung 3: Modell des Kraftwerks
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Abbildung 4: Modell des Kraftwerks
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Abbildung 5: Detailansicht
Da ich ehrenamtlich im Stadtmuseum Ibbenbüren tätig bin, zeigte ich dem Team das Modell im Rahmen einer Vorstandssitzung. Dabei kam die Frage auf, ob man das Modell nicht auch als Bausatz anfertigen könne.
Und so kam es dann auch. Ich bereitete eine Kalkulation für die Teilebeschaffung vor. Wir gingen von 50 bis 100 herzustellenden Bausätzen aus. Das Stadtmuseum kümmerte sich währenddessen um die Öffentlichkeitsarbeit. Auch in der Lokalzeitung erschien ein Artikel.
Ab dem 15. Februar 2026 - genau eine Woche vor der Sprengung des Schornsteins - konnte man an fünf aufeinander folgenden Sonntagen im Stadtmuseum den Bausatz gegen Vorkasse bestellen. Bereits der erste Sonntag übertraf unsere Erwartungen: 113 Bestellungen! Der Sonntag darauf: Erneut 113 Bestellungen! Bis zum Ende der Bestellphase wurden insgesamt
426 Bausätze bestellt. Über diese Resonanz haben wir uns einerseits riesig gefreut, andererseits wurde uns immer mehr bewusst, wie viel Arbeit uns bevor steht. Was hatten wir da bloß angerichtet!?!?
Nachdem die Bestellphase Mitte März 2026 abgeschlossen war, bestellte ich alle benötigten Teile. Nach und nach trafen die Pakete bei mir ein. Meine Küche wurde kurzerhand zum Sortierstudio umfunktioniert. Fast jedes Wochenende lud ich ein bis zwei Freunde zu mir ein, um gemeinsam Teile zu sortieren. Unter der Woche sortierte ich dann auch nach Feierabend allein. Insgesamt wurden
mehr als 176.000 Teile von Hand sortiert. Für große Mengen kam eine Feinwaage zum Einsatz. Parallel erstellte ich die zugehörige Bauanleitung, welche mittels QR-Code online aufrufbar ist.
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Abbildung 6: Die Küche als Sortierstudio
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Abbildung 7: Große Menge wurden mit der Feinwaage bestimmt.
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Abbildung 8: Rendering aus der Bauanleitung.
Anfang Juli 2026 waren dann alle Bausätze fertiggestellt. Ab dem 19. Juli 2026 konnten sie im Stadtmuseum abgeholt werden. Alle Sets sind nun abgeholt, das Projekt ist damit abgeschlossen.
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Abbildung 9: Der fertige Bausatz mit zugehöriger Verpackung als Kraftpapiertüte.
Danke an alle, die den Bausatz erworben haben! Für viele ist das Modell nun eine schöne Erinnerung an ein prägendes Gebäude in Ibbenbüren und dem Tecklenburger Land. Es war ein Symbol unserer Heimat. Für Paris ist dies der Eiffelturm, für Berlin das Brandenburger Tor. Für Ibbenbüren war es das Kraftwerk.
Mein Dank gilt ebenfalls dem
Team vom Stadtmuseum Ibbenbüren für die großartige Unterstützung dieses Projektes. Es ist schön zu sehen, dass auch das Museum durch dieses Projekt profitiert und an Aufmerksamkeit gewonnen hat.
Ein großer Dank geht auch an
Brixe, die mit sehr guten Tipps und Unterstützung geholfen hat, das Modell Set-reif werden zu lassen.
Und mein ganz besonderer Dank gilt
Isendorfer: Klaus, du hast in vielen Stunden geholfen, die Bausätze zusammen zu stellen. Ohne Dich wären wir vielleicht nie fertig geworden. Man hat gespürt, dass dich das Projekt von der ersten Minute an gepackt hat. Gut, dass wir es doch nicht im Minifig-Maßstab gebaut haben…
Nach dem Nachbau des Laggenbecker Bahnhofs und des historischen Ibbenbürener Bahnhofs war dies mein drittes Modell mit lokalem Bezug. Ansonsten baue ich - wie ihr ja sicher wisst - primär im Classic-Town-Stil der 1980er- und 1990er-Jahre.
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Abbildung 10: Kraftwerk mit "Wolkenmacher"
Danke für Eure Aufmerksamkeit! Nun freue ich mich auf euer Feedback.
Gruß,
Sebastian
Alle Modelle von Legobecker
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