Dirk1313
18.07.2026, 09:06

+44LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, mich aus dem Lego Ambassador Forum zu verabschieden. Dazu noch ein paar Worte. Natürlich kann man sagen, dass wir AFOLs immerschon der verlängerte Marketingarm der Firma LEGO waren. Aber es gibt große Unterschiede zu „früher“. Es macht sich durch den Generationenwechsel bei LEGO (Kjeld hat den Staffelstab an seinen Sohn Thomas und dessen Geschwister übergeben) stark bemerkbar, dass die berechtigten Marketinginteressen die Passion für die Klemmbausteine mehr und mehr verdrängen. Ich habe mich ein wenig mit dem Turnaround der Firma LEGO in den frühen 2000er Jahren befaßt. Damals hatte Kjeld die Übersicht verloren und er holte einen jungen McKinsey Berater ins Boot: Jørgen Vig Knudstorp. Statt ihm einfach die Führung der Firma zu überlassen, hat er ihm gezeigt was der Kern der Marke LEGO ist: das Spielen mit dem Stein. Er hat Jørgen mit zu Fan Events genommen und die Beiden wurden eine Art Dreamteam. Es wurde eng mit der Fanbasis zusammengearbeitet, einige Urgesteine hier von 1000steine waren selbst dabei und haben sogar Produkte mitentwickelt. Die Firma hat sich wieder auf den Kern konzentriert und ist gewachsen. Dann kamen irgendwann die Wechsel…es war wohl unvermeidlich mit dem Wachstum und dem Generationenwechsel.

Mein letzter Eintrag im LAN (übersetzt mit KI):

Es ist deutlich geworden, dass das LEGO AFOL Engagement Team die LUGs nicht nur dazu verpflichten möchte, grundlegende Standards wie beispielsweise einen Verhaltenskodex einzuführen, sondern noch weit darüber hinausgehen will. Um weiterhin Teil der unterstützten und anerkannten Community zu bleiben, sollen die LUGs offenbar auch Marketing für sich selbst sowie für die LEGO Gruppe betreiben. Dabei wird zwar behauptet, Vielfalt zu fördern, tatsächlich geschieht jedoch das Gegenteil. Vielfalt innerhalb der LUG-Community wird von einem Unternehmen, das diese früher zu seinen Unternehmenswerten zählte, zunehmend nicht mehr respektiert. Wir beobachten, dass dieser Aspekt immer weiter verschwindet, weil er offenbar nicht mehr dazu beiträgt, den Marktwert des Unternehmens zu steigern (während beispielsweise die Formel 1 oder Infantinos FIFA deutlich mehr Umsatzpotenzial bieten). In einer Zeit, in der Vielfalt für international tätige Unternehmen – insbesondere in den USA – zunehmend als Risiko betrachtet wird, scheint LEGO den Fokus stärker auf Unternehmensgewinne als auf Unternehmenswerte zu legen.

Meiner Ansicht nach sollte LEGO ehrlicher sein und etwas nicht als „FanCoLab“ bezeichnen, wenn es tatsächlich lediglich ein Marketinginstrument ist. Ich würde empfehlen, die neue Plattform stattdessen „FanMarketingPlatform“ zu nennen. Das Unternehmen sollte klar kommunizieren, dass von LEGO anerkannte LUGs akzeptieren müssen, Teil der LEGO-Marketingfunktion zu sein. LUGs, die keinen ausreichenden Marketingwert liefern, werden zukünftig nicht mehr anerkannt.

Daraus können wir folgende Schlussfolgerungen ziehen:

AFOLs (Adult Fans of LEGO), insbesondere wenn sie in LUGs organisiert sind, sind wahrscheinlich die am schlechtesten bezahlten (genauer gesagt: unbezahlten) Markenbotschafter, die man sich vorstellen kann.

Die Regulierung von Verhalten und die Formulierung von Verhaltensregeln stellen keine Form der Wertschätzung dar.

Welchen tatsächlichen Mehrwert kann das LEGO AFOL Engagement Team den LUGs bieten – abgesehen von Marketingmaterialien und LUGBULK?

Eine echte FanCoLab-Plattform würde die Beiträge aller LUGs wertschätzen und nicht nur die jener Gruppen, die die Marketinganforderungen eines Unternehmens erfüllen.

Nicht anerkannte LUGs könnten zu einem Symbol für Vielfalt, Respekt und Unabhängigkeit werden.


(Dieser Text darf gerne außerhalb 1000steine.de geteilt werde. Er stellt meine persönliche Meinung dar.)


Viele Grüße
Dirk


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Thomas52xxx
18.07.2026, 10:39

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

+6Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Danke für Deine klaren Worte. Ich habe großen Respekt vor Deinem Vorgehen.

Dirk1313 hat geschrieben:

AFOLs (Adult Fans of LEGO), insbesondere wenn sie in LUGs organisiert sind, sind wahrscheinlich die am schlechtesten bezahlten (genauer gesagt: unbezahlten) Markenbotschafter, die man sich vorstellen kann.

Dem möchte ich deutlich widersprechen. AFOLs sind keine unbezahlten Markenbotschafter. Sie haben tausende, häufig zehntausende an Euros investiert um dem Konzern seine Produkte abzukaufen. Der Wohnraum muss größer sein als eigentlich erforderlich, denn es braucht ein eigenes "LEGO®-Zimmer". Dazu ein zeitlicher Aufwand für die eigene Aus- und Weiterbildung, in dem auch eine Ausbildung zum Handwerksgesellen, einschließlich Meisterbrief, hätte absolviert werden können. Mit regelmäßigen Schulungen und Weiterbildungen, sei es hier, in der Community oder auf der "Youtube Universität". Zeitlicher Aufwand und Spesen für Events sind selber zu leisten. Die Aussteller tun viel. Die Veranstalter noch viel mehr.

Das Geld sehe ich weniger als das Problem an. Bei Lego fehlt mir nahezu jegliche Wertschätzung für das Tun der AFOLs. Wahrscheinlich weil man sich unsere Liebe zu ihrem Produkt dort gar nicht mehr vorstellen kann. Schade. Traurig. Schlimm.


Gruß
Thomas

mein Blog
noppenbahner.de


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Dirk1313
18.07.2026, 10:43

Als Antwort auf den Beitrag von Thomas52xxx

+2Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Thomas, wo ist da jetzt der Widerspruch? Wurdest Du von LEGO bezahlt? Du hast es doch genau so dargestellt, im Gegenteil: Du hast teuer dafür bezahlt.


Viele Grüße
Dirk


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jopiek
18.07.2026, 11:02

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

+3Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Danke für all deine Bemühungen, Dirk.

Besonders denke ich daran, dass Irmgard und ich zusammen mit vielen anderen 1000steine-Mitgliedern in Kornmarken waren, das hat viel Spaß gemacht.

Es ist, wie es ist; vielleicht kommt LEGO ja noch zur Besinnung.



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ThomaS
18.07.2026, 11:53

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

+12Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Hi,


Eine echte FanCoLab-Plattform würde die Beiträge aller LUGs wertschätzen und nicht nur die jener Gruppen, die die Marketinganforderungen eines Unternehmens erfüllen.


++

Mich irritiert es auch zunehmend dass anscheinend hauptsächlich die Social Media Reichweite als Kriterium für ein LEGO-seitig akzeptiertes AFOL-Dasein zählt.
Für den effizienten und messbaren Einsatz eines Marketingetats verständlich, ein Teil der harten FAN-Base findet sich in dieser Gruppe jedoch nicht wieder.

Vermisse ich was ohne einen solchen LUG-Status? Das Shoppen in den LEGO-Stores hat für mich schon seit vielen Jahren nahezu jeglichen Reiz verloren, Teile aus dem LugBulk-Programm kann ich nüchtern betrachtet aus anderen Quellen oft genauso günstig und zudem ziel- und zeitgerechter beziehen, Veranstaltungen in Billund lassen sich auch ohne LUG im Hintergrund besuchen.
Aber selbst solche Veranstaltungen stoßen mir mittlerweile hin und wieder negativ auf. SocialMEdia-Vetreter werden in Billund umgarnt. Ist man selbst vor Ort fühlte ich mich manchmal als lästiger Vertreter einer freakigen Sparte, der sein Geld zwar gerne da lassen darf, aber sonst bitte unauffällig und dankbar im Hintergrund agieren soll.

Dadurch ob ich in Zukunft Mitglied einer anerkannten LUG bin oder nicht ändert sich also unter den jetzigen Rahmenbedingungen nichts für mich.
Es bleibt der Austausch mit anderen LEGO Verrückten auf verschiedenen Ebenen, unabhängig davon ob evt. eine Community durch LEGO anerkannt wird.

ThomaS


Bilder.


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mkolb
18.07.2026, 17:40

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

+5Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Hallo,
ich frage mich inzwischen auch, was wir als AFOLs noch von LEGO selber haben, wenn LEGO solche Vorgaben macht. Wir müssen nach deren Pfeife tanzen, bekommen bei den Ausstellungen nur das, was die Aussteller-Orga irgendwie auftreiben kann, durch Eintrittsgeld, etc.
Inzwischen sehe ich viele andere Klemmbausteinehersteller mit tollen Modellen, mit einer großen Teilewand, die umfangereicher als die der LEGO-Shops ist. Lediglich die Fabrik ist ggf. umfangreicher, wobei das müsste man auch mal gegenchecken.

Bin gespannt, ab wann die ganzen LUGs sich öffnen und auf LEGO pfeifen und dann auch andere Klemmbausteinhersteller-Modelle ausstellen. LEGO ist bezügl. Licht, Eisenbahn, vielen Custom-Teilen eh schon raus. Die Chinesen bringen inzwischen auch LEGO-Gleiche Figuren, die besser aussehen, vor allem in Nischen, die LEGO nicht mehr bedient: Römer, mehr Mittelalter, mehr napoleonische Zeit, etc.

Tschau
Martin


http://www.born2brick.de

meine Anlagen im Internet:

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Luca
18.07.2026, 20:56

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

Editiert von
Luca
18.07.2026, 20:58

+4Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

Dirk1313 hat geschrieben:

Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, mich aus dem Lego Ambassador Forum zu verabschieden.


Hallo Dirk, erstmal Respekt! Du hattest den Mut, zu widersprechen: wir können nicht immer Dreck essen und sagen: „Der schmeckt doch gut!“, aber genau das scheint das Ziel von LEGO zu sein.

Ich bin auch seit lange AFOL und habe die verschiedenen Veränderungen erlebt. LEGO hat die Unterstützung für die LUGs zunehmend eingeschränkt und den Influencern mehr Raum gegeben.

Heute zählt der Schein mehr als die Substanz. Verständlicherweise, denn wenn die Marketingabteilung nach günstigen „Mitarbeitern“ mit hervorragenden Fähigkeiten sucht, sind manche AFOLs besser geeignet als andere*. Aber es ist alles nur Schein … Um dir eine Vorstellung zu geben, hier ein amüsantes Beispiel:

Vorwort: LEGO verpflichtet die LUGs, die Verfahren zur Wahl von Vorstandsmitgliedern/Botschaftern zu veröffentlichen, und diese Verfahren müssen demokratisch sein.

Eine italienische LUG, die sofort im FanCoLab anerkannt wurde, hat ihre Registrierungs- und Wahlverfahren veröffentlicht … Ich nenne keine Namen, aber ich kopiere den (KI-übersetzten) Text:


Das organisatorische Herzstück von *** ist der "Imperial Ruling Council", dessen Name eine Hommage an die Star-Wars-Saga ist.
[...]
Die Ämter im "Imperial Ruling Council" werden nicht gewählt und sind permanent: Wer beitritt, bleibt so lange im Amt, wie er dessen Geist und Engagement teilt.


Was soll ich sagen, sie haben sich über TLG lustig gemacht.

*Zum Thema Demokratie... die von mir vertretene LUG wird nur dann in das neue Programm aufgenommen, wenn ich nicht Ambassador bin.

Letztendlich hat die Teilnahme an dem neuen Programm, abgesehen vom Bulk (das zwar hilfreich ist, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, Teile mit richtigen Preis zu kaufen), keinen großen Nutzen.

Luca



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Oliver Zirkel
20.07.2026, 16:29

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

+31Re: LEGO FanCoLab = LEGO FanMarketing

LLL,
ich schreibe längst nicht mehr so viel hier im Forum, wie ich es früher getan habe. Leider.
Aber über die nun rund 25 Jahre in denen ich hier dabei sein darf, haben sich meine Lebensumstände immer mal wieder verändert.
Nun aber muss ich mich auch mal wieder zu Wort melden und möchte ein paar Dinge loswerden, die auch schon Vorredner genannt haben, dennoch auch von mir.

An Rene, Cheffe, Navigation:

Danke für dieses schöne Forum und danke dafür, was uns dieses Forum, diese Gemeinschaft uns Fans in all den Jahren geboten hat.
Diese Plattform 1000steine ist für die deutschen AFOLs wegweisend gewesen.
Und das nicht mit LEGO® und deren Unterstützung. Sondern ersteinmal ausschließlich durch die Fans, die ihr Hobby hier einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht haben.
Und genauso kann und sollte es wieder werden. Dann ohne LEGO aber mit Spaß, Elan, Unabhängigkeit und Respekt uns gegenüber.

Es hat eine ganze Zeit gedauert bis LEGO wach geworden ist. Dafür musste der Konzern quasi zunächst am Boden liegen, um ein Ohr für die Fans, die AFOLs zu haben. Nicht ausschließlich von 1000steine, jedoch war ein beachtlicher Teil aus Deutschland. Dirk, du hast es oben schön zusammengefasst.

An Dich Dirk:
Herzlichen Dank für Deine Arbeit als Ambassador und Teil von 1000steine in den vielen Jahren.
Und ebenso herzlichen Dank an Dich, dass Du nun als sicher einer der wenigen den Mut beweist, LEGO ganz deutlich zu sagen, was Du von deren neuen Regeln etc. hältst.
Ich persönlich, du weißt es, habe auch direkt einen Konflikt bei diesen neuen Regeln mit deutschen bzw. europäischen Gesetzen gesehen.

Ganz allgemein:
Ich trenne im Folgenden für mich strikt zwischen dem LEGO Bausteinsystem und der Firma LEGO (TLC).

Das LEGO Bausteinsystem ist und bleibt für mich Bestandteil meines Hobbys. Da stehe ich voll und ganz hinter, denn es gibt wenige so kreative Spielzeuge mit einem solchen Gestaltungspotential.

TLC dagegen hat für mich in den letzten Jahren deutlich verloren und ist nur noch eine Gelddruckmaschine. Es werden nun jedes Jahr so viele und so teure LEGO Sets auf den Markt geschmissen…
Wer kann sich das leisten?
Man kann aber auch kaum mehr auf ein LEGO Set sparen, wie es vielleicht Kindern oder Jugendliche Fans getan haben. Nein, viele Sets sind nach einem halben oder dreiviertel Jahr wieder aus dem Sortiment.

Ein Wort zum Thema Greenwashing:
Ich will da nicht tief eintauchen. Aber was für ein Mist, aus meiner persönlichen Sicht, sind denn bitte diese „Papiertüten“?
Während die reinen Plastiktüten theoretisch gut recyclebar sind, sind die neuen Tüten ein Mix aus Papier und Plastik, untrennbar verbunden und damit nicht angemessen recyclebar.
Und: Dann das Gerede von Mikroplastik. Leute, schaut euch mal so ne neue „Papiertüte“ von LEGO an, reißt sie im Gegenlicht auf und ihr seht schönsten feinen Staub aus: Genau. Aus was eigentlich? Sicher nicht nur Papier! Sorry TLC, Thema verfehlt. 6! Setzen.


Was war das früher für eine schöne Zeit. Wir, die AFOLs haben uns ein Set gekauft und gerne – nicht ständig – auf 1000steine geteilt, wie wir das Set finden. Es wurden erste Reviews geschrieben. Oftmals mit Hinblick darauf, ob es sich um gute „Eisenbahnergänzungsschachteln“ handelt. Ich erinnere mich gerne unter anderem an die Reviews von Heiner. Übrigens war auch er einer der AFOLs, der aktiv LEGO helfen durfte, seine Werte wiederzufinden.

Die Zeiten änderten sich und Social Media kam in aller Munde. Und siehe da, plötzlich gab es noch mehr Reviews zu LEGO Sets. Und bei LEGO entdeckte man, dass man diese Influencer doch unterstützen muss, denn plötzlich war die Fan-Base uninterssanter als blanke Zahlen und Reichweiten. Und wo sind wir da heute:
Die Influencer bekommen grob gesagt, das LEGO Sortiment mit den Neuheiten in den Allerwertesten geschoben. Und diese berichten oftmals nicht die Wahrheit oder ihre wirkliche Meinung. Nein, damit das auch immer schön positiv ausfällt, hat LEGO dafür eine Plattform, wo die Influencer quasi alle Infos und die Stärken der Sets abgreifen können, damit sie es nur noch mit bunten und schnellen Bildern unterlegen müssen. Ich möchte hier nicht alle über einen Kamm scheren, wenn ich aber jetzt damit anfange Ausnahmen zu schreiben, dann…

Und offenbar geht diese Marketingstrategie für LEGO ja auch tatsächlich auf. Die Sets verkaufen sich wie geschnitten Brot.
Der eigentliche Wert und Mehrwert der LEGO Bausteine geht aber in dieser Zeit völlig verloren und scheint bei LEGO auch kaum wen zu interessieren: Die Bau- und Gestaltungsmöglichkeiten, die Umbaumöglichkeiten, das freie bauen.


Und genau da sind wir wieder bei uns, uns den AFOLs, den 1000steine-Mitgliedern.

Was machen wir?
Wir schreiben auch schon mal ein Set-Review. Auch heute noch. Aber nicht, weil LEGO uns das zugeschickt hat, sondern, weil uns an dem Set etwas aufgefallen ist. Positiv aber eben auch negativ. Wir sind ehrlich.

Was machen wir sonst noch?
Wir, die AFOLs bei 1000steine und vielen anderen Communities in Deutschland, Europa und der Welt bauen. Wir bauen Sets auf, wir verändern Sets (MOD), vor allem aber bauen wir mit viel Enthusiasmus unsere eigenen Modelle. Eigene Ideen. Es ist ganz gleich, ob es sich um ein kleines Modell handelt oder ganze Landschaften.

Und jetzt?
Jetzt haben die AFOLs auch noch die völlig bescheuerte Idee, diese Modelle zu präsentieren, in Szene zu setzen, sie live vor Publikum zu präsentieren. Den Wert des LEGO Spielsystems damit deutlich hervorzuheben. Viel mehr, als viele heutige LEGO Sets das vermögen.
Wahnsinn. LEGO hat das gefeiert. Und wie Dirk richtig geschrieben hat, waren auf fast jedem Fan-Event Vertreter aus dem Management von LEGO oder deren Produktentwickler anwesend. Wir Alle standen in einem tollen Austausch.

Nun ja. Die Fan-Community hat sich stark vergrößert und die Zahl der Events ist fast unüberschaubar, weil irgendwie jeder was vom Kuchen abhaben wollte. Aber was war der Kuchen? Die Event-Unterstützung? Keine Ahnung. Darüber kann man sich seine Gedanken machen.

TLC hat in den vergangenen Jahren dann einen deutlichen Wechsel vollzogen. Ja, wie Dirk richtig schrieb, auch und gerade in der Führungsebene.
Dies führt zu neuen Wegen.
AFOLs wurden plötzlich degradiert. Es zählen nicht mehr faszinierte Besucher auf einem Event. Diese sind nicht so schön greifbar, wie Clickzahlen im Internet. Und damit ja nicht genug: Influencer bekommen ja auch noch zusätzlich zu den Sets, wohl offenbar, Geld oder wir sollen Produkte über ihre Seiten bestellen usw. Keine Ahnung, wie diese schöne neue Welt im Ganzen funktioniert.

Schade dabei ist, dass die „echten“ Fans in den meisten Belangen auf der Strecke bleiben.

Um es diesen AFOLs dann richtig schwer zu machen, sollen sie sich an Regeln halten, die TLC nun aufstellt. Regeln, die in einem normalen Umgang miteinander selbstverständlich sein sollten.

Hej TLC, wenn ihr uns mit euren Regeln überzieht, dann scheint es tatsächlich so zu sein, dass ihr uns als eure Angestellten anseht. Wir sollen ja zusätzlich auch noch Kinder bespaßen. Kein Problem. Das machen wir ja gerne und haben Spaß daran, dann aber möchte ich das am Ende des Monats auch auf meinem Lohnzettel wiederfinden.
Wir machen dieses Hobby zu unserem Spaß, nicht um die Marketinganforderungen einer mittlerweile ziemlich abgehobenen TLC zu erfüllen.
Kommt doch bitte runter von diesem doch ziemlich hohen Ross, auf dem Ihr da gerade sitzt.

Oha, meine Meinung könnte noch weiter gehen, ich habe schon zuviel geschrieben.
Vielen Dank Jedem, der bis hierhin gelesen hat.

Herzliche Grüße,
Oliver



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