Glückauf!
Meine letzte Fahrzeugvorstellung ist nun auch schon wieder über zwei Jahre her (wie doch die Zeit vergeht) und dennoch kann ich quasi nahtlos thematisch anschließen: Diesmal geht es um den Gerätewagen öGA (örtliche Gefahrenabwehr) meines THW-Ortsverbandes LegoCity. Es handelt sich dabei um keines der massenhaft vorhanden vom Bund beschafften Fahrzeuge, sondern um einen eigenen Umbau, der im Ortsverband keiner eigenen Gruppe zugeordnet ist, sondern bei Bedarf die anderen Einheiten mit weiterem Material unterstützt oder auch autark kleinere Einsätze abarbeiten kann. Teile der Bergungsgruppe oder die Fachgruppe W/P habe ich hier bereits vorgestellt.
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Zur Geschichte des Fahrzeugs:
Ursprünglich versah der Unimog als
Mannschaftslastwagen (MLW) II seinen Dienst in der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen. Als das Fahrzeug 2010 durch einen MLW IV ersetzt wurde, konnte der Helferverein durch viel Überzeugungsarbeit an den richtigen Stellen das Fahrzeug übernehmen. Im Normalfall werden Bundesfahrzeuge nämlich bei Aussonderung zurückgenommen und z.B. weiterverkauft. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte bei Übungen, Ausbildungen und Einsätzen immer wieder ein weiteres Zugfahrzeug für Anhänger sowie eine Transportkomponente gefehlt. Diese Lücke schloss nun der Unimog. Material der anderen Gruppen, das nicht auf die Gruppenfahrzeuge passte oder nicht im ersten Abmarsch gebraucht wird, wurde in Gitterboxen und Regalen auf der Ladefläche verstaut. So brachte der wendige Geländegänger ab sofort Motorsägen, Tauchpumpen, Beleuchtungsmaterial, Rüstholz und weiteres Zubehör an diverse Orte.
Gerade bei Unwettereinsätzen (vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume) im gesamten Landkreis erwies es sich als vorteilhaft, ein weiteres Fahrzeug mit Truppbesatzung in den Einsatz bringen zu können. Als der Zahn der Zeit sich 2017 in Form von Rost am Aufbau zeigte, kam schnell die Idee auf, den Unimog mit einem festen Kofferaufbau mit Rollläden auszustatten. Vorteile: einfachere Ladungssicherung, mehr Stauraum durch Lagermöglichkeiten auf dem Dach und einfacherer Zugang zum Material. Die Praxis hatte auch gezeigt, dass das Fahrzeug (auch aufgrund einer fehlenden Ladebordwand) nie vollständig entladen wurde, sodass diese zusätzliche Einsatzmöglichkeit eines Pritschen-Plane-Aufbaus keine Rolle mehr spielte. Gesagt, getan: Der Helferverein wurde bei einem Händler für gebrauchte Feuerwehrtechnik fündig. Ein ausgemusterter Feuerwehrkofferaufbau wurde gekauft, von einer Fachwerkstatt für den Unimog angepasst und in Eigenleistung lackiert. Ebenso in Eigenleistung wurden ein Dachkasten sowie ein bereits im OV vorhandener Kurbellichtmast an der Stirnwand des Koffers montiert. Dadurch steigerte sich der Einsatzwert des Fahrzeugs noch einmal. Das letzte Update erhielt der GW öGA 2020, als die alten Drehspiegelblaulichter gegen welche in LED-Technik ausgetauscht wurden.
Galerie:
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Der große Lichtmast wird über die Fahrzeugelektrik gespeist. Er muss von Hand hochgekurbelt werden und auch die Ausrichtung der Scheinwerfer erfolgt händisch vom Dach aus. Der kleine und bedeutend ältere Aufsteckscheinwerfer hinten gehörte zum Lieferumfang des gebrauchten Koffers und läuft ebenso über das Bordnetz.
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Ein Teil der Ausstattung: Stromerzeuger 13kVA, Beleuchtungssatz, Akkuleuchten, Tauchpumpen, Chiemseepumpe, Schlauchmaterial, Motorkettensägen, Verkehrssicherungsmaterial...
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Im Unwettereinsatz:
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Der Ortsverband Cuxhaven verfügt übrigens über ein sehr ähnliches Fahrzeug in seiner Fachgruppe Sprengen:
Website des THW Cuxhaven
Vielen Dank für’s Betrachten!
Wie immer freue ich mich über Feedback.
LG