Das Beast im limettengrünen Muscleshirt.
Hallo Freunde der schnellen Fortbewegungsart auf vier Rädern. Die Speed-Champion-Serie in 8w feiert in diesem Jahr fünfjähriges Jubiläum. Gratulation! Ob es deshalb neben den 10 Formel-1-Rennern auch jetzt im Hochsommer nochmal eine stattliche Neuheiten-Welle gibt? Man weiß es nicht. Ich jedenfalls genehmige mir erstmal einen Amerikaner und prüfe, ob der für US-Automobile gemeinhin als hemdsärmelig titulierte Zusammenbau auch für das Modell aus Dänemark gilt.
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Thema: Speed Champions
Jahr: 2025 (2. Hj)
Teile: 390
Minifig: 1
Preis: 26,99 Euro UVP
Warm Up – Spaß wird heiß serviert
Der August im Jahr ist angebrochen, und heute auf den Tag sind's auch nur noch vier Monate bis Heilig Abend. Schlimm genug. Aber vielleicht kann das folgende Review die aufkeimende Frage nach einem möglichlichen Weihnachtsgeschenk für den Einen oder die Andere beantworten helfen.
Zum Einstieg erst einmal ein paar harte Fakten zum Vorbild. Der
Challenger der dritten Generation ist, gemessen an Produktzyklen bei Automobilen, bereits ein „Oldie“. Seit 2023 nämlich ist seine Produktion eingestellt. Einen Nachfolger gibt es nicht und wird es erst einmal auch nicht geben.
Der SRT Hellcat, also die Version, die LEGO® im August 2025 auf den Markt brachte, ist auch „nur“ die drittstärkste Version mit 535 kW (727 PS). Unangefochtenes Top-Modell in dieser Baureihe ist und bleibt der SRT Demon 170 (gespr. One-Seventy) mit 764 kW (1.039 PS), obwohl beide ihre Kraft aus dem gleichen Motor, dem Chrysler HEMI 6.2 Supercharged, ziehen. Hemi übrigens bezeichnet im Automobilbau halbkugelförmige (Hemisphäre) Brennräume eines Motors. Die Chrysler Corp., der Dodge einst angehörte, hat dies bis heute als Markenbegriff geprägt. Chrysler ist heute vollständig in den Automobilriesen
Stellantis integriert, dem auch Marken, wie Opel, Peugeot, IVECO, Fiat, Ferrari oder auch Jeep, Alfa Romeo, Citroën angehören. Ach ja, und SRT bedeutet so viel wie „Street and Racing Technology“.
LEGO®s Kooperation mit Stellantis trägt also mit dem Challenger SRT Hellcat weitere Früchte. In dem Set
75893 ist bereits auch ein Challenger letzter Bauart. Darin aber als „Demon“. Übrigens ist der jetzige Dodge der zweite acht Noppen breite Bausatz in Limegrün. Der Erstling das
Lambo-Doppelpack mit dem schrillen Urus aus 2020. Bei Dodge hieß es übrigens „Sublime“. Von Außen betrachtet erscheint das Modell im Gegensatz zu seinen weiteren Neuheiten-Kollegen Porsche 911 GT3 RS, dem Bugatti Centodieci und den beiden Lambos eher unspektakulär aus. Kein Wunder, denn auch das Original hat, im Gegensatz zu seinen Mitspielern dieser Neuheitenwelle, ein faltenfreies, ja beinahe langweiliges Äußeres zu bieten. Dafür kann sich indes die Montage sehen lassen. Die fast 100 Bauteile mehr als im Bugatti müssen sich ja schließlich bemerkbar machen.
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Das Qualifying – Ab jetzt zählt’s
Als Erstes erwarten einen nach dem Öffnen der Umverpackung fünf (!) Tüten an der Zahl, wobei hierbei hier erstaunlicherweise wieder auf die klaren Polybags zurückgegriffen wurde. Dazu fällt aus dem Karton die lose beigelegte Chassis-Basis, eine 119 Bauschritte umfassende Anleitung und – Überraschung – KEIN Stickerbogen. Tatsächlich sind hierbei erstmals in einem Speed-Champions-Set sämtliche Dekore gleich auf die Bauteile aufgedruckt worden. Erfreutes Erstaunen übermannt meine Gesichtszüge.
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Die neuen und interessanten Bauteile.
Aber legen wir los. Einige Dinge während des Zusammenbaus erscheinen allerdings etwas klischeehaft. Zum Beispiel die schwere dunkelrot/schwarze Rindsledereinrichtung, für mich ein typisches Merkmal für den Schick eines US-amerikanischen Automobils, dann der typische Becherhalter auf dem Getriebetunnel für die XXL-Trinkgefäße und zuletzt die Oberbekleidung des Fahrers, die sich mit üppigem Renndekor und Waving Flags auf dem zweifarbigen Countrystyle-Hemdrücken betont „racy“ gibt. Der Druck auf Oberkörper und sonstigen Bauteilen ist erneut aber über jeden Zweifel erhaben.
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Die eingangs erwähnten fünf Tüten mit z. T. homöopathischer Teilebestückung lassen auch die Fahrzeugmontage etwas anders als bislang hierbei erlernt voranschreiten. Denn man baut hier nicht bloß von hinten nach vorne, sondern kümmert sich zunächst um die wesentliche Montage des Chassis. Auch hier lässt LEGO® erneut die „Farbseuche“ nicht vollends bleiben. Dennoch gibt sich am Ende das bisschen falsche Farbigkeit nicht zu erkennen.
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LEGO® kann's nicht lassen mit Farbe und bunt.
Erst jetzt erfolgt die Montage des Hecks, die sich fast fließend bis zum vorderen Stoßfänger durchzieht. Der Bausatz bietet hier und da kleine wirklich bautechnische Highlights. Als da einmal die beiden schwarzen eingelegten Skier wären, die mit ihren flachen Enden die schmalen Rähmen für die innere Rückleuchteneinfassung und damit den Lückenschluss bilden. Dank eines vorgestellten 1 x2 Winkelpaneels bleibt die transp.-rote Gitterfliese in der Rückleuchte auch nur zweisprossig sichtbar. Dazu sind die Leuchten mit einer dahinter verbauten klartransparenten 1×2 Fliese sogar zweifarbig. Schönes wie stimmiges Detail. Denn auch im Original geben sich die LED-Blinker und -Rückfahrscheinwerfer als weißlicher, schmaler Streifen zu erkennen.
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Das eingelegte Paar Skier bildet den Lückenschluss zwischen Logo und Lampen.
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Dann wird abermals die Baurichtung geändert.
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Viel Stückwerk bei der Umverkleidung. Die Endposition dieses Gebildes kann man im Hintergrund erahnen.
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Schweres Gestühl aus Rindslederimitat.
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An den Haken genommen wird die äußere Seitenverkleidung.
In zahlreichen Bauschrittchen ändert sich hier und da die Noppenausrichtung. Diese Entdeckungsreise macht wirklich Spaß. Zum Beispiel hängen die Seitenteile zwischen den Radkästen lediglich an je nur einem Pin, der in einem 1×1 Clip am Fußboden steckt und dadurch kopfüber eingebaut sind (siehe oben). Die großen Lufteinlässe auf der Haube hat man mit eckigen Verkehrszeichen erreicht, die an einem 2L-Bar hängen. Das ergibt ein möglichst flaches, aber dennoch leicht strukturiertes Hauben-Gesamtbild. Der Zusammenbau insgesamt hat zwischendurch immer wieder einige überraschende Highlights zu bieten. Auch die Scheinwerfer heben sich dank der klartransparenten 1×1 Clips die Tagfahrleuchten schön vor dem schwarzen Hintergrund hervor. Beim Vorbild sind das innere Paar übrigens zusätzliche Lufteinlässe für das Triebwerk.
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Das wird - nein - das ist ein Doppelscheinwerfer.
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So lassen sich Lenkräder auch schräg stellen.
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Das Armaturenbrett mit der Multimediazentrale in der Mittelkonsole.
Race Recap – Fazit
An die Tatsache, anstelle einer bspw. einsetzfähigen 1 x 6 Platte diese durch drei 1×2 Platten zu ersetzen, hat man sich mittlerweile gewöhnt. Auch, dass die abgerundeten Platten hierbei geradezu gehypt werden. Dennoch werfen einige Dinge zwischendrin Fragezeichen auf. Sie sind am Ende zwar nicht mehr relevant, weil das Endergebnis in sich stimmig ist, aber gerade, wenn der betreffende Bauschritt abgearbeitet wird, fragt man sich zwangsläufig „Warum“. Beispiel gefällig? Es werden immer mal wieder 1×1 Plättchen in transp. Black verbaut, die haben keinerlei Funktion, im Sinne einer abgetönten Durchsicht, beinhalten. Tatsächlich hätten es an dieser Stelle auch gewöhnliche schwarze Plättchen getan. Oder es wird im hinteren Radausschnitt auf beiden Seiten je ein 1×1 oktagonales „Jewel“ verbaut (siehe Bild mit den Skiern). Auch hier taucht das Fragewort mit H auf: Hä? Es wird auch nicht klar, was es darstellen, geschweige denn, welchen Zweck es erfüllen soll. Der Monteur trinkt einen Likör und bleibt fragend zurückgelehnt zurück.
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Warum hier schwarz-transparente 1x1 Plättchen verwendet werden bleibt ein Rätsel.
Overall ist das Modell schon recht clean. So wie das große Vorbild. Es ist in den Proportionen ziemlich stimmig. Die Farbe passt, nur die Bereifung nicht. Die ballonartigen Formel-1-Slicks haben doch recht wenig mit den Niederquerschnittsreifen des Originals zu tun. Aber sei’s drum. Dann ist dieses Vehikel halt nur was für 1/4-Meilen-Rennen.
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Finally. Am Ende ist klar, wo die rund hundert zusätzlichen Bauteile stecken: unsichtbar unter der grellen Fassade. Aber sie werden benötigt, um wirklichen Bauspaß zu generieren.
Der Challenger zählt für mich tatsächlich zur Überraschung im positiven Sinne der Neuheiten 2025. Dabei hatte ich ein ähnliches Bauerlebnis wie 2023 beim
Porsche 963, der über ein ähnlich unspektakuläres Äußeres verfügt, aber seine Rafinesse genauso geheimnisvoll unter der Karosserie verbirgt.
Bauspaß: 4/5
Optik: 3/5
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Ich hoffe, Ihr hattet etwas Spaß beim Lesen und beim Bauen. Denn vielleicht baut Ihr ihn ja aktuell selbst auch. Ich wäre durchaus auf Euer Resumée gespannt.
Viele Grüße,
Maik
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