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Am 15. Mai 1932 starteten die deutschen Flieger Hans Bertram und Adolph Klausmann von Timor aus mit einem Junkers-Wasserflugzeug mit offenem Cockpit (Modell
JU W-33) mit dem Namen Atlantis um den ersten Nachtflug nach Australien zu unternehmen.
Da sie mit einem Frühstück in der Australischen Küstenstadt Darwin rechneten, hatten sie weder Lebensmittel noch Wasser dabei. Während eines heftigen Sturms über der Timorsee verloren sie die Orientierung und mussten am nächsten Tag ohne Treibstoff an der trostlosen Kimberley-Küste notlanden.
Hunderte von Meilen westlich, völlig verloren, kämpften die Beiden um ihr Leben. Zuerst versuchten sie zu Fuß eine Siedlung zu erreichen, sie nahmen fälschlicherweise an auf einer Darwin vorgelagerten Insel angelandet zu sein. Nachdem sie beim Durschwimmen einer Bucht Bekanntschaft mit Salzwasserkrokodilen machten, kehrten sie zum Flugzeug zurück. Sie tranken unter anderem das Kühlwasser des Flugzeugs und später entfernten die deutschen Flieger einen Schwimmkörper von ihrem Wasserflugzeug und versuchten, sich segelnd und paddelnd in Sicherheit zu bringen - ohne Erfolg. Nach fünf zermürbenden Tagen und Nächten kämpften sich die verirrten Flieger zurück an die Küste, nachdem es ihnen nicht gelungen war, die Aufmerksamkeit eines Küstendampfers auf sich zu ziehen, der nur wenige hundert Meter von ihrem Boot entfernt vorbeifuhr.
Ausgehungert und erschöpft gaben die Flieger schließlich die Hoffnung auf und waren dem Tod sehr nahe, als sie von einem Suchtrupp der Aborigines der Drysdale River Mission (heute Kalumburu genannt, westlich der Stadt Wyndham) entdeckt wurden.
Die Deutschen waren 40 Tage lang fast völlig ohne Nahrung gewesen. Es dauerte weitere 12 Tage, bis Rettungstrupps die bedauernswert schwachen Männer nach Wyndham bringen konnten.
Die Geschichte wurde vom australischen Sender ABC in Kooperation mit deutschen Produzenten für das Fernsehen adaptiert und 1985 ausgestrahlt.
Der ramponierte, abgesägte Schwimmer des Flugzeugs blieb verlassen und verschollen, bis es 1979 von einem Team des WestAustralian Maritime Museum entdeckt wurde. In dem Museum wird er heute ausgestellt.
Aber warum habe ich das nun gebaut?
Ich hatte den Plan einmal an einer Ausstellung in Australien teilzunehmen: der Brickvention in Melbourne und war auf der Suche nach einem passenden MOC.
Wie es der Zufall wollte, kam eine ehemalige Klassenkameradin aus Südfrankreich zu Besuch. Sie erzählte mir von ihrem Großonkel, wir alle sind in Remscheid im Bergischen Land geboren.
Der Großonkel hieß Hans Bertram und war Pilot. Da ich gerne etwas mit geschichtlichem Hintergrund baue, dann auch noch eine gemeinsame Geschichte zwischen Australien und Deutschland und meiner Geburtsstadt war klar: das baue ich für die Ausstellung in Australien.
Alles muss natürlich in den Koffer passen!
Die Geschichte von Hans Bertram geht nach der Rettung weiter. Während sein Mechaniker, Adolph Klausmann nie wieder geflogen ist, wurde Hans Bertram zum Held in Australien. Das Flugzeug wurde geborgen und später mit einem Fahrwerk versehen. Er flog durch ganz Australien und wurde bejubelt.
Dann kehrte er nach Deutschland zurück und wurde im zweiten Weltkrieg Pilot. Auf einer Ausbildungsmission in Asien wurde er gefangen genommen und als Kriegsgefangener in Australien interniert.
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Viele Grüße
Dirk