Schmalspurbastler
06.05.2024, 21:39

+18Schüttgutbeförderung

Guten Abend zusammen,

heute möchte ich euch drei, schon etwas ältere Spiel-Modelle von mir vorstellen, die der Beförderung von Schüttgut dienen.
Ich betone den Spielcharakter der Modelle, weil die Optik hier nachrangig war und allein die Funktionalität und die Robustheit im Vordergrund standen (mehr noch als bei meinen Lokomotiven ).

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Zunächst ein Förderband zur Beladung von Schüttgutwagen mit darüber angeordnetem Bunker.

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Die Höhe der Ladekante ist so bemessen, dass der Bunker mit dem Lego 42030 Volvo Radlader befüllt werden kann. Wenn der Zug eine größere Beförderungskapazität hat, kann mittels eines Aufsatzes noch mehr Ladung bevorratet werden (je nachdem, welcher Aspekt beim Spiel Vorrang hat).

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Das Förderband kann mit einem Handrad über ein Schneckengetriebe auf die richtige Höhe über der Schiene abgesenkt werden.

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Der Bunker ist an der Unterseite mit zwei Klappen verschlossen, die durch Aktuatoren geöffnet werden können. Beide Aktuatoren werden synchron über das zweite Handrad betätigt.

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Ein M-Motor an der Spitze des Auslegers treibt das Förderband an. Damit an dem Batteriekasten nicht versehentlich der Rückwärtsgang eingelegt werden kann, habe ich an dem Schalter die Sicherung aus dem Lego-Kran 42082 nachgebaut.

Das Förderband selbst besteht aus den fünf Noppen breiten Raupenketten mit einem 5er Liftarm als Steg (korrekte Bezeichnung?) alle drei Kettenglieder.
Damit Ladung, die aus dem Bunker auf das Förderband fällt nicht in der Lücke zwischen zwei Stegen hinten rausrutschen kann, liegt darüber eine Rückschlagklappe.

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Hier ein Video des Förderbands:


Wie auch in dem Video zu sehen ist, kann die Anlage von der Länge her sowohl an Normal- als auch an Schmalspurgleise gesetzt werden. Das Förderband lässt sich ausreichen hochkurbeln, sodass Lokomotiven und Wagen in 8w-gängigem Lichtraumprofil ohne anzustoßen passieren können.

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Was mich zu den Wagen führt.

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Obwohl das Förderband auch mit meinen Kipploren kompatibel ist, hatte ich es ursprünglich für Selbstentladewagen entworfen.

Das waren zunächst normalspurige Zweiachser, die ich im Rollbockverkehr verwendet habe.

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Fotos von den Wagen hatte ich nur auf Rollböcken gemacht, aber anbei noch ein Studio-Entwurf in realistischerer Farbgebung).

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Später habe ich die Wagen mit Schmalspurdrehgestellen und meiner alten Feldbahn-Kupplung ausgestattet.

Mittels einer arretierbaren Hebelkonstruktion können die seitlichen Klappen zum Entladen synchron geöffnet werden.

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Der „Laderaum“ ist am Boden komplett mit Slopes ausgekleidet, sodass kein Schüttgut liegen bleibt.

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Der entstehende Spalt beim Öffnen ist etwas knapp bemessen, manchmal verkeilen sich Teile der Ladung darin. Aber mit einem kurzen Ruckeln am Hebel löst sich das wieder. Alles in allem funktioniert der Mechanismus zuverlässig.



Womit wir zu der Entladung kommen.
Da man im Zimmerfußboden leider nicht ohne weiteres einen Tiefbunker anlegen kann, kommt zum Entladen wiederum eine Anlage mit Förderbändern zur Anwendung.

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Auch hier können sowohl Normal- als auch Schmalspurschienen verwendet werden.
In der Studio-Variante der Anlage habe ich Normalspurschienen eingesetzt (und auch einige Details geändert).

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Die Wagen werden manuell entriegelt und geöffnet. In verschiedenen Videobeiträgen real existierender Anlagen ähnlichen Zuschnitts erfolgte dies ebenfalls manuell. Daher habe ich auch einen kleinen Laufsteg für das Personal angedeutet.
Das Schüttgut fällt auf zwei, beidseitig parallel zum Gleis verlaufende Förderbänder (drei Noppen breite Raupenketten), welche auf ein quer unter dem Gleis verlaufendes Förderband münden. Über dieses wird das Schüttgut zu einem dritten, neben dem Gleis aufwärts laufenden Förderband geführt. Letzteres besteht aus, aus jeweils zwei Technic-Kettengliedern und einem drei-Noppen-Raupenkettenglied zusammengesetzten Segmenten und läuft auf beidseitig verlegten Fliesen. Die Raupenkettenglieder fungieren so als Stege und befördern das Schüttgut die Steigung hinauf.

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Die aufeinander folgenden Förderbänder sind jeweils eine Plate tiefer gesetzt und so ineinander gelegt, dass das Schüttgut nur minimale Spalte zwischen den Bändern und somit dem Richtungswechsel überwinden muss und sich nicht verkanten kann.

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Als Antrieb dient ein PowerFunctions-XL-Motor, was wohl etwas übermotorisiert ist und vor allem einem akuten Mangel an M-Motoren geschuldet war. Alle drei Förderbänder hängen an demselben Antriebsstrang.

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Als Schüttgut verwende ich getrocknete Kirschkerne, wie sie in Kirschkernkissen verwendet werden. Das hat sich hervorragend bewährt. Die haben eine praktische Größe, weder zu klein, noch zu groß, sind kostengünstig und vergammeln nicht.


Im Gegensatz zu dem Beladungs-Förderband und den Selbstentladewagen kommt die Entlade-Anlage mit kleineren Lego-Teilen weniger gut zurecht. 1x1 Round-Bricks funktionieren halbwegs, während sich 1x1 Plates ab und an beim Übergang auf das dritte Förderband verkanten und die ganze Anlage blockieren.

Hauptnachteil ist aber die notwendige Höhe des Gleises, damit sowohl die Förderbänder frei drehen können und genügend Luft bleibt, dass das Schüttgut unter dem Gleis hindurch laufen kann. Die Bahnstrecke muss, bei einer Steigung von 2 Plates pro Schiene, auf 6 Bricks und 1 Plate Höhe geführt werden, was schon ziemlich viel Platz beansprucht.

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Die drei Modelle zusammen, ergänzt um eine passende Lokomotive ermöglichen alles in allem einen ziemlich reibungslosen Schüttguttransport durch das Zimmer. Bulldozer und Radlader lassen sich auch prima in das Spiel einbeziehen.

Wie immer bin ich dankbar für Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge und verbleibe mit vielen Grüßen,

Christoph



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