Toppi
08.04.2023, 18:29

+5Eine kleine Heldengeschichte

Rasrogon ist ein Abenteurer. Vielleicht würde man ihn heutzutage auch als Held bezeichnen. Er zieht durch die Lande von Verurandia, um seinen Horizont zu erweitern.

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Vor nicht allzulanger Zeit war Rasrogon ein einfacher Bauer. Er war frei, d.h. er war kein Unfreier (heute würde man wohl eher Sklave sagen). Er arbeitete als Gehilfe auf den Wiesen und Feldern der Grafschaft Wiesenrand. Die Grafschaft war ein einfaches Geschlecht, wenn auch nicht mittellos.
Der Graf von Wiesenrand war ledig und ohne weitere Famile regierte er allein und als letzter seiner Blutlinie die Grafschaft. Er war nicht unbedingt als freundlicher Mensch bekannt, Reichtum war es, was ihn antrieb.

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Während seiner Tätigkeit als Gehilfe hatte Rasrogon Tamala kennengelernt. Auch sie war eine Freie. Sie waren sich gegenseitig angetan. So sparten Sie jeden Heller den sie entbehren konnten, um die Grafschaft verlassen zu können, um sich ein eigenes Stück Land in Verurandia zu suchen, was sie bewirtschaften können.

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Eines Tages, als Rasrogon im Wald arbeitete hörte er, wie hastig Alswin zu ihm rannte. Um Atem ringend schrie er Rasrogon an, dass Tamala des Diebstahls bezichtigt wurde und der Graf an ihr wohl ein Exempel statuieren wollte.

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Dass die Bauern mal einen Apfel, eine Gurke oder einen Salat von der Arbeit mit heim nahmen war ganz normal und wurde von keinem als Diebstahl angesehen. Doch der Graf hatte hierzu wohl eine eigene Meinung.
Rasrogon ließ die Axt auf den Waldboden fallen und rannte so schnell er konnte in Richtung des Grafensitzes. Als er wenig später dort eintraf war es schon zu spät. Der Graf hatte Tamala, die am Boden vor Ihm kniete, den Speer in die Brust gerammt.

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Rasrogon schrie verzweifelt auf. Der Graf sah Rasrogon kommen und lachte hämisch. Wie in blinden Wahn warf er sein Messer in Richtung des gut gepanzerten Grafen. Das Messer traf sein Ziel direkt in den ungeschützten Hals. Das hämische Lachen verwandelte sich in ein röchelndes Gurgeln. Blut spritzte aus Hals und Mund. Der Graf fiel zu Boden.

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Dies alles war in Sekunden geschehen. Die Wachen des Grafen standen bewegungslos an ihren Plätzen. Bei einem Blickkontakt zwischen Ihnen und Rasrogon gab es weiterhin keine Bewegung. Die Welt war wie eingefroren.
Auf einmal drehte sich Rasragon um und rannte zurück in den Wald. Die Wachen sahen sich an. Ihr Herr war tot. Es gab niemanden, der Ihnen Befehle geben konnte. Was zu tun. Stillschweigend wandten sie sich den beiden Leichnamen zu und schleppten Sie in die Burg.
Rasrogon lief kopflos genau in die Richtung, aus der er gekommen war. Ihm war klar, hier gab es keine Zukunft mehr.
An seinem Arbeitsplatz im Wald lag noch seine Axt. Er nahm sein Habe und schlug sich in die Büsche.
Zwei Wochen war Rasrogon nun unterwegs. Dabei war er allerdings maximal 3 bis 4 Tagesmärsche vom Tatort entfernt. Insgeheim wünschte er sich gefangen genommen zu werden. Ein Ziel hatte er nicht. So saß er auf einem Baumstumpf am Rande der Straße, als es plötzlich rumpelte und kurze Zeit später hörte er eine ältere Stimme: „Haaaaalt“.
Ein alter Mann, er sah aus wie ein Zauberer, auf einem Karren hielt kaum 5 Schritt vor Ihm an.

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Ohne Abzusteigen erkundigte sich, ob der Rastende mit Ihm ein Stückchen mitfahren wollte. Der ziellose Rasrogon bejahte dies und stieg mit zu dem alten Mann auf den Karren. Es roch nach verschiedenen Düften, wie Himbeere und Vanille. Er lies die Zügel schnacken und der Wagen setzte sich in Bewegung.

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Viele Stunden fuhren sie wortlos die Straße entlang. Als es Abend wurde steuerte der Karren einen Rastplatz an.
Beide stiegen ab. Erst hier wurde das Schweigen gebrochen. „Ich danke Euch“ startete Rasrogon das Gespräch.

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„Nicht der Rede wert. Doch teilt ihr mir mit wer ihr seid?“ wollte der alte Mann wissen. „Ich bin Rasrogon.“ „Habe ich es mir doch gedacht. Ihr seit der, der den Mord gerächt hat.“ So hatte Rasrogon das noch gar nicht gesehen. „So sucht man nicht nach mir und gibt dem Grafen die Schuld?“ „Nunja, schuldig seid ihr in jedem Falle, so will es das Gesetz. Doch Wiesenrand ist nur eine kleine Grafschaft. Es gibt keine Erben, das Land fällt an den Herzog zurück und der wird sich freuen, wieder einem seiner Getreuen ein Lehen geben zu können. Dieser wird auch keinen Groll gegen euch hegen, da er die Grafschaft auch eurer Tat zu verdanken hat. Außerdem wird er erst einmal damit beschäftigt sein die Grafschaft zu übernehmen. Geld für eine teure Jagd wird er nicht ausgeben wollen. Von daher seid ihr erst einmal sicher – solange ihr nicht zufällig jemandem in die Arme lauft. Ich wundere mich auch, dass ihr noch hier seid.“ Rasrogon schluckte. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich bislang noch kein neues Ziel ins Auge gefasst. Der Tot von Tamala schmerzt mich sehr und eine Zukunft sehe ich auch nicht. Werdet ihr mich ausliefern?“ Der alte Mann schaut Rasrogon lange an. „Nein.“ Antworte er. „Ich bin nicht von hier und möchte mich auch nicht in die Gegebenheiten des Landes einmischen. Jedoch kann ich dir vielleicht helfen“. Rasrogon wurde ganz kalt und er spürte eine Gänsehaut auf seinen Armen. „Inwiefern?“ wollte er wissen. Der Zauberer zog an seiner Pfeife:

„Wie du siehst bin ein alter Mann. Schon viele Jahre wandere ich über Berg und Tal, viel länger, als ein Mensch es je vermocht hätte. So langsam spüre ich das Alter sehr. Ich vermag es den Tod durch gewisse… sagen wir Mittel… weiter hinauszuzögern. Dafür benötige ich doch spezielle… Zutaten. Auch aus fernen Regionen.“ Er machte eine etwas längere Pause. „Wie wäre es: Wir besorgen dir ein Pferd, etwas Ausrüstung und dazu einen vollen Beutel mit Münzen. Du ziehst in die Ferne und besorgst mir die benötigten Utensilien.“ Rasrogon zog die Brauen hoch. „Das ist ein sehr großzügiges Angebot. Nur wieso unterbreitest du es mir?“ Der Zauberer kicherte. „Die Reise, die du auf dich nehmen musst ist gefährlich. Ein einfacher Bote kann diese Aufgabe nicht übernehmen. Du schlägst dich nun seit 2 Wochen durch die Wildnis, hast Kraft und auch einen gewissen Mut.“ Er fügte noch hinzu: „Oh, und wenn du meinst du könntest dich einfach davonmachen… Wo willst du denn hin? Ich biete dir den Weg, einen Weg den du bisher nicht finden konntest.“
Rasrogon blickte eine Weile ins Feuer und erwiderte nichts. Er blickte hoch und lächelte: „Ich danke euch, Meister. Ich nehme euer Angebot an. Apropos, wie soll ich euch nennen?“ „Meister ist schon ganz gut. Nennt mich Meister Wrolan.“ Und nun sollten wir eine Weile ruhen, schließlich wird morgen ein langer Tag. Wenn wir uns beeilen können wir in zwei Tagen die kleine Stadt Roflan erreichen. Dort werden wir finden, was wir benötigen. Auch werde ich dir dort die Aufgabe erklären und schlussendlich werden sich unsere Wege dort trennen.
Rasrogon willigte ein und legte sich alsbald zur Ruhe. Etwas mulmig war ihm schon. So richtig hatte er noch nicht verstanden, wieso gerade dieser alte Mann ihm helfen wollte. Über unruhigen Gedanken schlief er ein.
Die nächsten beiden Tage waren ziemlich ereignislos. Auf dem Karren fuhren sie erst über Waldwege, bis es zur Mitte des zweiten Tages auf eine gepflasterte Straße stießen. Geredet wurde wenig. Am späten Nachmittag des zweiten Tages tauchte vor ihnen die Silhouette einer kleinen Stadt auf.

Bei einem gemeinsamen Mahl in der Stadt sitzen sie bei einem Bier zusammen.

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„Nun zu dem Auftrag. Ich benötige eine gewisse Menge Unkerkraut. Das ist eine Pflanze die weit im Süden wächst. Die Frucht der Unker hat berauschende Wirkung, daher wird sie im Süden angebaut. Sie ist recht teuer, das Kraut hingegen ist ein Abfallprodukt. Pass daher auf, dass du wirklich das Kraut bekommst. Auch nehme dich vor der Unkerfrucht in acht. Schon die Berührung der Frucht mit den Händen kann erste Halluzinationen auslösen. Daher arbeiten die Händler ausschließlich mit Handschuhen. Wo du das Kraut am besten besorgst kann ich dir leider nicht genau sagen. Schenben ist ein Handelszentrum im Süden. Dort solltest du fündig werden. Zuletzt war ich vor ca. 4 Jahren dort und habe mich großzügig eingedeckt.

Meister Wrolan machte eine Pause. Rasrogon nickte: „Danke, Meister Wrolan. Ich werde euren Rat befolgen. Wo oder wie kann ich euch finden, wenn ich mit dem Kraut zurückkomme?“ „Eine berechtigte Frage“ antwortet Meister Wrolan: „Wendet euch nach Trivilan. Dort findet ihr den Zwergen Tolgur in seiner Gaststätte dem Oktopus. Er weiß mich zu finden.“ „Einen Zwerg? Ich habe noch nie einen Zwerg gesehen und dachte, Zwerge seien nur eine Legende, ein Ammenmärchen.“ Meister Wrolan grinste: „Nein. Auf deinem Weg wirst du sicher auch welchen begegnen. Hast du sonst noch Fragen?“ Rasrogon nickte, sagte aber erst einmal nichts. Nach einiger Zeit ergriff er wieder das Wort: „Seid ihr ein Zauberer?“ Meister Wrolan zwirbelte sich durch den Bart. „Ich finde es schon erstaunlich, dass du so lange gewartet hast mich zu fragen. Ja, ich bin ein Zauberer. Wir werden dich morgen gemeinsam für den Auftrag ausrüsten. Geld hast du dann fürs erste. Danach werden sich unsere Wege trennen.“ Rasrogan war gar nicht wohl dabei. Er hatte den alten Mann in den drei Tagen liebgewonnen und hatte bei dem Ganzen, was er erlebt hatte völlig vergessen, dass er die Reise alleine antreten muss. Er nickte daher nur.
Beide schwiegen sich nun ein paar Minuten an und tranken ihre Gläser aus. Meister Wrolan verabschiedete sich für den Abend.

Am nächsten Morgen, nach einem üppigen Frühstück, verabschiedeten sie sich von Regurorn in Richtung Markt.

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Rasrogon kaufte sich jede Menge Kleinzeugs wie Messer, eine Decke, Besteck, Schreibzeug und dazu einen großen Rucksack. Zuletzt gingen Sie noch zu einem Pferdehändler, der sein Gestüt etwas außerhalb der Stadt hatte. Nach einigen Feilschen wechselte ein junger Schimmel seinen Besitzer.

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Gemeinsam verließen das Gestüt und standen zusammen am Wegesrand. „Nun obliegt es mir ade zu sagen. Pass auf dich auf, sei auf der Hut und misstrauisch. Verstecke einen Teil deines Geldes am Körper für den Fall, dass du Opfer eines Diebstahls wirst. Für den Kampf hast du ja deine Axt. Für den Kampf wäre ein Schwert sicher besser geeignet. Dabei halte ich nichts davon sich Waffen zu kaufen. Es fühlt sich irgendwie… falsch an. Waffen erbeutet man. Sollte es also einmal zu einem Kampf kommen solltest du das erbeute Schwert als dein Eigen ansehen. Nun lebe wohl“. Meister Wrolan wartete die Antwort von Rasrogon nicht ab sondern lies die Zügel schnalzen und verschwand langsam hinter einer Kurve.
Rasrogon dachte noch einmal zurück an die letzten 3 Wochen. Er musste an Tamala denken und eine Träne floss über seine Wange. Nun war er allein, aber er hatte einen Auftrag. Er hatte eine Aufgabe. Er hatte eine Zukunft. Langsam, mit dem Pferd am Zügel schritt er die Straße Richtung Süden

To be continued…



Mitglieder, denen dieses MOC gefällt:

Larsvader , masterstone25 , Legofreak123 , JuL , Monsieur Greenhorn (5 Mitglieder)

Toppi
08.04.2023, 18:37

Als Antwort auf den Beitrag von Toppi

Re: Eine kleine Heldengeschichte

Hier noch alle zusammen im Regal

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Viele Grüße



masterstone25
11.04.2023, 19:03

Als Antwort auf den Beitrag von Toppi

Re: Eine kleine Heldengeschichte

Hey Toppi,

schöne Geschichte hast du da geschrieben. Auch die Mocs dazu gefallen mir. Die leicht windschiefen Marktstände sind sehr gut gelungen, da sie den Scharm der Szene ausmachen. Wirst du noch weitere Teile deiner Story hier mit Mocs erzählen oder wolltest du erstmal antesten, wie deine Mocs und die Geschichte hier ankommen?

Ich lade dich ein, auch bei meinen Mocs vorbei zu sehen um dir Anregungen für weitere, eigene Kreationen zu holen. Deine Mocs "sprechen" dennoch eine eigene Sprache und machen dich, wie jeden anderen hier auch, einzigartig.

Mach weiter so. Viel Spaß dabei.

Schönen Abend noch.

Lg

Magnus aka masterstone25


LEGO--der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!!
LEGO--we build on each other!!


Toppi
15.04.2023, 16:55

Als Antwort auf den Beitrag von Toppi

Re: Eine kleine Heldengeschichte

Danke für die positiven Worte. Ich baue von Zeit zu Zeit schon am nächsten MOC, die auch eine Verbindung hierzu hat

Kommt bald

Gruß

Toppi



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