freakwave
25.02.2022, 14:49

Editiert von
freakwave
25.02.2022, 16:15

+13[REVIEW] LEGO Technic 42140 App-Controlled Transformation Vehicle

Two-Face!

... so lässt sich der etwas sperrige Name auf der Box am besten zusammenfassen!

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Ich muss zugeben, ich war erstmals etwas verwirrt, als ich Bilder des Sets sah. Der Karton sieht aus als gäbe es zwei Vorderseiten bzw. verschiedene Modelle mit entsprechend unterschiedlicher Farbgebung für das Vehikel, einmal in Blau/Gelb und die andere Seite in Orange.
Aber, genaueres Studium der Box offenbart, das Gefährt kann sich tatsächlich umdrehen!
Da bin ich gespannt wie das realisiert wird und wie der Spielspaß dabei ist.


DIE BOX

Die BOx ist echt interessant gestaltet mit quasi gleicher Vorder und Rückseite, auf den Seiten wird auf die enthaltenen Control+ Komponenten hingewiesen.

Als reale Vorbilder für die beiden Seiten bieten sich an:
- Das Blaue Chassis mit den Gelben Rennstreifen erinnert sehr stark and die Howe&Howe Ripsaw , ein ganz spezielles Offroad Gefährt.
- Für die orange Seite, quasi eine gepimpte Pistenraupe, bzw ein arktisches Fahrzeug

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Kurzes Inhaltsverzeichnis für den Post, leider kann ich im Post nicht verlinken
- Was Gibt’s Für die 129,99? (Inhalt der Box)
- Interessante Teile
- Los Geht’s (Aufbau)
- Praxistest

Steckbrief 42140
- 772 Teile
- 1x Control+ Hub plus 2x L-Motoren
- Empfehlung: 9+
- UVP: 129,99 EUR
- Verfügbar: 1.3.2022
- Abmessungen: 28 x 20 x 13 cm
- Karton: 38 x 26 x9 cm

Das Set ruft aufgrund seiner Farbe und Form gleich den direkten Vorgänger 42095 in Erinnerung, daher ein kurzer Vergleich zwischen den Fahrzeugen der jüngeren Vergangenheit in dieser Kategorie:

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Wie man aus den Daten sehen kann, ist das aktuelle Set 42140 wesentlich besser ausgestattet, längere Ketten und mehr als doppelt so viele Teile. Das macht das aktuelle Set auch um 50 EUR teurer im Vergleich zu seinen Vorgängern. Dafür enthält as auch den Programmierbaren Control+ Hub, gegenüber zu den Power Functions Teilen in den früheren Versionen.


Was gibt’s für die 129,99?

- Fünf Säckchen für vier Bauschritte
- Lose in der Box sind auch die drei PowerdUp! Elemente
- Anleitung mit 139 Seiten und 197 Schritten bis zum Genuss und der Stickerbogen, die sind hier nicht extra verpackt.
- und zur Überraschung purzelt aus der Box ein loser Technic Rahmen, 3 x 19 Noppen laaang!

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Weil auch diese Box gut gefüllt ist, waren die Sticker auch hier noch in gutem Zustand, wie schon vorher im Review des 42139 geschrieben, verschickt wurde das Paket aus Billund direkt mit DHL (und nicht mit der Shop-Logistik) in einer ganz gut sitzenden Umverpackung ohne viel Luft dazwischen.

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Von den 772 Teilen sind 237 Pins und nur 40 Achsen. Einen wesentlichen Anteil am Teilevorrat haben auch die Kettenglieder samt den Gumminoppen (24375), die sind überhaupt das erste mal in einem motorisierten Technic-Set dabei, und ja es ist gut so… werden wir später sehen.

Der Anteil an Technikbalken ist hier wesentlich geringer im Vergleich zum 42139, aber um Stabilität effektiv zu erreichen sind mehrere Technic Balken mit wechselnden Löchern dabei. Ein Highlight ist natürlich der Rahmen mit der ungewöhnlichen Breite von 19 Noppen, dazu gleich mehr.

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Die farbigen Technic Elemente um die jeweilige Karosserie in ihrem charakteristischen Farbgebung zu bauen. Eine in Blau und eine in Orange.

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Die blaue Seite hat noch ein besonderes Schmankerl zu bieten, Rennstreifen im neuen Neon-Gelb (Neon-Yellow lt Bricklink, Vibrant Yellow nennt es Lego selbst). Sechs (6) Technicteile kommen in dieser neuen Farbe, die selbst schon unter blauem LED Licht fluoreszieren!

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Wie oben schon erwähnt, stellt der Kettenantrieb eine signifikante Anzahl von Teilen, 2 x 96 genauer gesagt. Die Kettenglieder sind aus weicherem Plastik gefertigt, das ich schon seit einiger Zeit so. Es gab dazu auch minimalste Änderungen an der Form. Dazu eben auch die Gumminoppen fast 100 an der Zahl!
Ins Auge stechen hier die vier neuen Zahnräder in Blautönen, warum die neu sind, da schauen wir noch genauer hin.

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Komplett macht das Inventar hier die Elektronik, sowie im Verhältnis zur Gesamtanzahl der Achsen, eine stattliche Anzahl von braunen Achsen, 3L und 5L jeweils mit Stop und eine Prise System Teile für die Deko.

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INTERESSANTE TEILE:

Der neue Rahmen hat ja schon beim Leeren der Box den Teilebegeisterten in mir angesprochen, daher ist er auch schon digital als LDraw File verfügbar!
Und es lohnt sich noch weiter zu graben um rauszufinden, was LEGO hier reingepackt hat.

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- 67491, Technic Rahmen 3 x 19 mit zwei Verstärkungen (1 Stk.)
- 71710, Technic Balken mit wechselnden Löchern 15L (4 Stk.)
- 73507, Technic Balken mit wechselnden Löchern 11L (je 2 Stk in Hellgrau und Schwarz)
- 89679, Panel Mini, 1 x Blau und 2 x in Neon-Gelb
- 71682, Panel 1 x 3 x 2 in Blau (2 Stk)
- 80286, Panel 1 x 5 x 2 , Kompatible mit den abgerundeten Paneelen
- 69779, Zahnrad, 20 Zähne in Medium Azur (soweit ich das beurteilen kann)
- 69778, Zahnrad, 12 Zähne in Blau
- 77765, Pin 3L without Friction

Verlinkt sind die digitalen Versionen der Teile, Ein Danke geht hierbei auch an Philo, für die Zahnräder!

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Schon bekannt aber interessante Farben:
- 41239, Technic Balken in 13L in neuer Farbe Neon-Gelb (2 Stk.)
- 32524, Technic Balken in 7L in neuer Farbe Neon-Gelb (2 Stk.)
- 42529, Große Technic Kettenräder in dunkelgrau (2 Stk)
- 49283, Kabelführungen in Magenta, Türkis und Grün

Die neuen Paneele, die hoffentlich in vielen weiteren Farben kommen werden, sind eine gute Ergänzung um Lücken zu schließen und die Designs im Technikbereich „glatter“ zu machen.

Wirklich spannend sind die neuen Zahnräder. An den möglichen Übersetzungen ändert sich nichts, beide kommen mit einer bekannten Anzahl an Zähnen, 12 und 20, jedoch sind sie nicht dafür gebaut um das Moment auch orthogonal 90° abzugeben. Diese Zahnräder sind dafür optimiert das Drehmoment lateral, geradeaus weiterzugeben.
Die neuen Zahnräder adressieren ein Problem der 12:20 Untersetzung. Durch die Möglichkeit der orthogonalen Anordnung griffen diese Zahnräder nicht so weit ineinander. Dies wiederum führte unter Belastungen zu Schlupf, das berühmte Knacken, wenn ein Rad einfach einen Zahn weiterspringt. Weil diese neuen Zahnräder nun so tief ineinandergreifen, ist die Möglichkeit für den Schlupf sehr weit reduziert. Gefällt mir gut!

Kleines Detail am Rande: Die Entscheidung, dass die Zahnräder in Blautönen gefärbt werden, scheint an den Marketing-Leuten vorbeigegangen zu sein, denn die 3D Ansicht auf der LEGO Website, zeigt diese Zahnräder in Rot.

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ZEIT WIRD’S, LOS GEHT’S!

Angefangen wird gleich mit dem Kern des Gefährts, den beiden Motoren, dabei werden zur besseren Identifikation auch verschiedene Farben verwendet, das wird mit den Kabelführungen auch fortgesetzt.

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Nach Schritt 21 (mit wahrscheinlich weniger als 21 Teilen) sind auch schon beide Motoren und der Hub verbaut. Und es wird klar, diese Kombination recht im Bild, ist essentiell für das weitere Bauen, kommt sehr, sehr, sehr oft vor.

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Die neuen Balken werden in der 1:1 Ansicht in der Bauanleitung nicht mehr im Aufriss dargestellt, sondern leicht von oben betrachtet. Wäre nicht wirklich notwendig, da die Löcher ja anders aussehen, aber so sieht man die Anordnung besser.

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Mithilfe der farbigen Kabelführungen werden die Kabel schön verstaut damit sie kein Hindernis darstellen

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Dann kommt im nächsten Schritt auch gleich der neue, breite, Technic-Rahmen ins Spiel. Er hält sehr effektiv die Konstruktion zusammen und verhindert auf einfache Weise dass sich das Gefährt in zwei Hälften teilt.
Eine weitere, wie ich finde, sehr gute Maßnahme um der Konstruktion Stabilität zu verleihen ist der Einsatz des Teils 11455. Ich habe es hier im Ausschnitt hervorgehoben, eingebaut wird es erst ein paar Schritte weiter.

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Damit ist auch der erste Bauabschnitt erledigt, es werden noch die anderen beiden Kettenräder eingebaut und fertig ist das tragende Gestell.

Der zweite Bauabschnitt widmet sich den zwei Karosseriehälften, der Bau ist unkompliziert und verläuft fast zur Gänze ohne den motorisierten Unterbau. Die Konstruktion lässt erahnen wie der Klappmechanismus ansetzt um in beiden Orientierungen oben und unten die nötige Bodenfreiheit zu gewähren.

Daher habe ich auch nur die zwei fertigen Ansichten der Karosserie festgehalten.

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Die Federbeine dienen dazu, die Karosserien nach dem Kippen in ihrer Position „einzurasten“. Interessant sind auch die Rollen auf dem Dach der Kabinen. Die sollten verhindern, dass die Paneele und Balken zu viel Kontakt mit dem kratzigen Boden bekommen, wenn es nach dem Erklimmen der Sockelleiste umkippt.
Jetzt wissen wir auch wozu die grüne Kabelführung gut ist, das ist der Einschalter für den Hub.

Und so sieht das einrasten nun aus:

PS: eine nette Funktion erfüllt das Gummiband, es klappt den Spoiler aus!

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Damit sind wir auch mit dem zweiten Abschnitt durch und können nun zu den repetitiven Bauaufgaben schreiten… jetzt wird es etwas fad, aber das Ende ist nah!

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Interessant ist hier die (vorgesehene) Anbringung von Stickern an der Innenseite von Paneelen, die ich aber wegließ. Gab es so etwas schon mal, Sticker innen?

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Abschnitt vier ist so ein Zen-Moment, man mit viel Muse 96 Kettenglieder verbinden und mit 96 Gumminoppen versehen:

Et voila! Fertig ist das Fahrzeug, mit 28cm x 20 cm x 13 cm Länge/Breite/Höhe

Erstes Fazit:
- Sieht cool aus und stimmig auch ohne Sticker!
- Der Wendemechanismus funktioniert super im Trockenen
- Bodenfreiheit ist für Action in der Wohnung sicher ausreichend, im freien eher nicht (dafür ist es auch nicht gedacht und zu schade)
- Batteriefachzugang ist super gelöst, es ist die Ladefläche des Pistenbully.

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PRAXISTEST

Das kleine Hindernis bei PoweredUp/Control+ ist, dass, wenn die App noch nicht aktualisiert ist mit dem Profil des Fahrzeugs, man relativ wenig machen kann. Ein anderes Profil mit zwei Motoren an Anschluss A und Anschluss B, Fehlanzeige, keines ist drin mit dem man vernünftig etwas machen kann.

Da wünscht man sich das Plug and Play bei Power Functions ganz schnell zurück. ABER die Kontrolle des Fahrzeugs ist dann auch nicht so elegant. Man steuert jede Kette direkt an und muss gewaltig mitdenken beim Fahren.

Da ich nicht auf das Profil warten konnte und wollte und LEGO das auch nicht als Beta verteilte, musste ich ganz fix eine steile Lernkurve hinlegen. Das war meine erste Berührung mit PoweredUp und ich hatte mir bis dato keinerlei Gedanken dazu gemacht. Brav mitgelesen hier wenn fleißige User wie Lok24 ihre Tests damit machten. Ich bin erst vor ein paar Wochen aus den Wolken gefallen, als ich schauen wollte, was eine simple An/Aus Motorisierung jetzt kostet, bzw was man dafür braucht… nun gut… lassen wir’s zurück zum Thema.

Die Lernkurve ging steil bergauf, eine PF Like Steuerung mit separaten Motoren war schnell geschafft. Aber man will mehr. Also eine paar Rechenblöcke dazugegeben und schon hatte man einen Vor/Zurück Regler und einen Rechts/Links Regler. Das ging ganz gut bis sich das Teil das erste Mal umdrehte. Hm, was passiert da? Tja, Vor/Zurück ist auf einmal Zurück/Vor, unschön. Zum Glück hat der Hub einen Lagesensor eingebaut und weiß wie er gerade auf dem Tisch bzw. Wohnzimmerboden steht und wo die Decke ist. Den auch noch berücksichtigt und schon blieb Vor das Vor. Mission Accomplished!

Hier ist das Programm das ich für diesen Zweck zusammengestöpselt haben. Ich habe nicht weiter geforscht, aber eine Negierung sollte etwas einfacher hinzubekommen sein, als ich es in meiner Lösung (meiner Ansicht nach) krude realisiert habe:

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ON YOUR MARKS, GET SET… GO!



FAZIT:
- Wirklich gut gelungen, auch ohne Sticker!
- Stabiles Fahrzeug! Ob es die Sockelleisten auch sind, müsst ihr beurteilen…
- Der ausklappbare Spoiler ist ein super Gimmick.
- Die halben Pins unter den Lichtern sind in diesem Set hellgrau und nicht blau!
- Gumminoppen ab Werk
- Interessante neue Teile: Zahnräder, Rahmen und Panels
- Neue Farbe: Neon-Gelb
- Gerne hätte ich das Control+ Profil direkt gesehen (liefere ich noch nach)
- Der Spielspaß kommt nicht zu kurz, ein wenig schneller könnte es noch sein!


Danke fürs Eure Zeit!


Gerald


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