Thomas52xxx
11.01.2022, 08:40

Editiert von
Thomas52xxx
11.01.2022, 15:12

+13mal ein richtiger Zug...

Die Idee, den Zug mit der Nummer DGV 93590 nachzubauen spukte schon länger in meinem Kopf herum. So wie dieser versucht hat, am 17.07.2017 von Hohenlimburg nach Hagen Gbf Bezirk Ost zu fahren. Warum der Zug nicht weit gekommen ist, wird hier erklärt... bzw. in der amtlichen Form bei der Eisenbahnunfall-Untersuchungsstelle, dargelgt.
Was diesen Unfall so besonders macht? Mir ist kein Eisenbahnunfall bekannt, bei dem gegen mehr Regeln verstoßen wurde, als in diesem Fall. Und es gibt bislang kein weiteres Eisenbahnverkehrsunternehmen, dem der "Sicherheitsnachweis" durch die Aufsichtsbehörde Eisenbahnbundesamt entzogen wurde. Das verlinkte "Trinkspiel" hat dazu beigetragen, dass viele an der Eisenbahn interessierten dieses Ereignis bekannt ist.

Für die Wagen gab es ein ziemlich gutes Vorbild von Thomas/Ts__. Den zweiachsigen Ks-Wagen habe ich auf die maßstäbliche Länge etwas gestreckt sowie einen vierachsigen Res-Wagen daraus abgeleitet. Thomas war unter Namensnennung mit dem modifizierten Nachbau einverstanden. Vielen Dank.

Im Untersuchungsbericht ist die Zahl der unterschiedlichen Wagen nicht genannt. Mit etwas Mittelstufenmathematik lässt sich jedoch aus der Gesamtzahl der Achsen (84) und der Zahl der Wagen (26) die Anzahl der zwei- und vierachsigen Wagen ausrechnen.

[image]


Um die Menge an Teilen vernünftig planen zu können, habe ich beide Wagen digital gebaut. Für die Teilebeschaffung habe ich die Liste von Stud.io nach Bricklink übernommen. Als Höchstpreis habe ich den gewichteten Durchschnittspreis +15% gesetzt. Bei den Positionen wo Steine+Teile günstiger waren habe deren Preis als Höchstpreis gesetzt. Ausgenommen habe ich nur die Positionen, von denen ich wirklich viel auf Lager hatte. Zum Glück gab es einen Händler, der von ziemlich vielen Positionen die vollständige Menge oder zumindest eine größere Teilmenge abdecken konnte. Bei einigen kleineren Lots bin ich von meinem Limit geringfügig nach oben abgewichen. So konnte ich glücklicherweise alle benötigten Teile mit einer ganz großen, einer größeren und einer kleinen Bricklink- sowie einer Steine und Teile-Bestellung abdecken. Auch wenn fast alles ziemlich preiswerte Standardteile waren. Billig war es nicht, aber günstiger als vergleichbare Modellbahnwagen oder manch originale, antiquarische LEGO Zugpackung.

Auch die langen Vierachser sind gerade und stabil. Das Geheimnis ist der Längsträger zwischen den Drehgestellen aus drei Schichten 4x8-Platten. Das war mal ein Tipp von René.

Die Räder stammen von BrickTracks. Ich habe hier auf die dunkelbraune Version zurückgegriffen, da diese am besten zu rostigen Güterwagenrädern passt. Achsen und Kugellager habe ich in China geordert. Die Kugellager passen -fast- in ein Technic-Achsloch. Dieses habe ich mit einer 5mm Handreibahle ganz vorsichtig, nur mit der Spitze angerieben. Wenn die Achse in den beiden Lagern (Halter auf Platte im Einbauzustand) sich irgendwie schwer dreht, prüfen ob die Lager nicht leicht verkantet sind. Ggf. ein kleines bisschen nachreiben.

Bei einer Länge von 32 cm (Zweiachser) bzw. 48 cm (Vierachser) ergibt sich eine Zuglänge von knapp 11 Meter ohne Lok. Das Zuggewicht liegt bei über 7 kg. (200g/340g je Wagen). Zu lang für meinen Bahnhof Essendorf.

Bevor ich mich auf einer Ausstellung blamiere, wollte ich schauen wie viele Wagen ich überhaupt bewegt bekomme. Dazu habe ich eine Pendelstrecke von etwas mehr als der Zuglänge unter Verwendung von Geraden und R104-Kurven in der Wohnung aufbauen können. Wirklich zuversichtlich war ich nicht, denn die V100 konnte auf der Bricking Bavaria lediglich zwei meiner vierachigen 700g-Umbauwagen ziehen. Allerdings bei 8% Steigung. Zudem hatte ich ja herausgefunden, dass der Eisenbahnmotor vor allem für langsame Züge nicht die beste Lösung ist.

Die Überraschung kam im Test. Die V100 schaffte es, den Zug von 11 Metern und 7 kg in Bewegung zu setzen. Alleine und ohne großes Schleudern. Zumindest auf dem nahezu ebenen Fußboden. Auf die Schiebelok wird freilich im Ausstellungseinsatz nicht verzichtet. Eine V100 (Ost) im passenden Design ist fast fertig. Finde ich passender, auch wenn im Unfallbericht eine neurote ex DB V60 (365) erwähnt wird.

Zwischen die LEGO-Kupplungen musste ich Neodym-Magnete klemmen. Es gibt deutlich kräftigere, aber die verwendeten waren ausreichend. Ohne gab es Zugtrennungen.


Gruß
Thomas

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Thomas52xxx
12.01.2022, 10:02

Als Antwort auf den Beitrag von Thomas52xxx

+5Re: mal ein richtiger Zug...

Wie ich durch einen Kommentar von Thomas/Ts erfahren habe, war meine Überschrift ziemlich passend gewählt. Nach dem Langzug-Bauer Roven (Flickr) (Dr. Brick) wurde die Maßeinheit "Rouven" eingeführt:

1 Rouven / 1 RV = 100 Standard-Geraden = 12,8 Meter. 1 Rouven ist die minimale Zuglänge von einen gescheiten Zug

[image]

Lego LKAB IORE Winter 002 by Rouven's Legoeisenbahnen, auf Flickr

Über die gezeigten Wagen hinaus verfüge ich noch über einen kurzen und einen langen "Probewagen". Wenn ich jetzt noch weitere drei kurze Wagen baue, verfüge ich unter Einbeziehung der beiden Loks erstmals über einen "gescheiten Zug". Das ist doch ein Ziel, auf das es sich hinzuarbeiten lohnt.


Gruß
Thomas

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