Micha2
12.09.2021, 17:33

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Micha2
12.09.2021, 17:49

+18LEGO Technic 42131 Appgesteuerter Cat D11 Bulldozer Set-Review: Etwas Großes kommt auf uns zu…

Hallo liebe Freunde der wunden Fingerkuppen – macht Euch schon mal warm. Denn: etwas Großes kommt auf Euch zu.
Damit meine ich aber nicht diesen Text, so anmaßend bin ich beileibe nicht - sondern das neue Technic-Flaggschiff, den Cat D11 Bulldozer. Die Eckdaten:

Set-Nummer: 42131
Name: Appgesteuerter Cat D11 Bulldozer
Themenbereich: Technic
Lizenzset: Ja
Teileanzahl: 3854
Aufkleber: Nur ein paar wenige
Bauzeit: ca. 9h
Funktionen: Einige – mehr dazu am Ende des Textes
Altersempfehlung: keine anstößigen Inhalte, dennoch erst ab 18+
Alternativmodell verfügbar: Nein
UVP von LEGO: € 449,99
Erhältlich ab: 01.10.2021


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Die Schachtel hat die Größe des Liebherr und ist nicht nur schwer, sondern enthält auch eine erfreulich geringe Menge an Luft. War beim Öffnen für mich in etwa so wie eine prall gefüllte Schultüte – man öffnet nämlich seitlich (kein „Klappdeckel“ über die ganze Schachteloberseite) und ich muss sagen, das finde ich genauso gut wie ich das neue Frontdesign ansprechend finde. Dies aber nur nebenbei – ist ja Geschmackssache und hat mit dem Set nichts zu tun.

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Packt man alles aus, dann ist in der Schachtel nochmals eine Schachtel, welche neben den beiden Anleitungsbüchern mit insgesamt ca. 800 (!) Seiten auch noch die knick-verunmöglichend eingeschweißten Aufkleber, die Elektrikkomponenten und weitere Teile enthält.

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Komischerweise sieht die Teilemenge auf den Bildern gar nicht so wild aus. In echt ist es aber eine ganze Menge…
Ein erster Blick in die Anleitungsbücher zeigt einen Vergleich Modell – Original, sowie ein paar wenige Informationen zum Original, aber auch zum Set-Designer (wobei die Texte aus Sicht des deutschen Kunden leider komplett auf Englisch sind).

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Bevor es los geht wird veranschaulicht, in welchen Bauschritten welche Teile entstehen, garniert mit dem für mich interessanten Hinweis, dass die Module des Modells genau denen des Originals entsprechen. Denn auch dieses wird vor Ort modular zusammen gebaut, weil es wegen seiner Größe nicht am Stück transportiert werden kann.
Eigentlich logisch – aber etwas, worüber ich mir noch nie Gedanken gemacht habe…

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Ein erster Blick auf die Teileliste und ein schnelles Durchblättern durch die Anleitungsbücher offenbart eine weitere erfreuliche Tatsache: Das Modell scheint nicht an Fehlfarberitis zu leiden. Nahezu alle Teile (gefühlt) sind in Gelb, Schwarz und Grau. Sehr schön, das… die Laune steigt weiter
Die Teileiste enthüllt dann auch einige neue (oder zumindest fast neue und bislang kaum gebräuchliche) Teile:

2 große Motorenklötze mit seitlichem Ausgang:

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Liftarme mit Löchern an allen Seiten in Länge 11:

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Eine Jumperplate in 1x3 mit 2 Noppen in hellgrau:

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Und neue, 7 Noppen breite Kettenglieder:

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Nun denn – frisch ans Werk!

Bauschritt 1 (35 Minuten, 54 Seiten):

Wir bauen zunächst „die Zentrale“, bestehend aus einem Rahmen, den Antriebsmotoren und dem Batteriekasten/Steuermodul. Das ist unspektakulär, geht zügig von der Hand und sieht hinterher so aus:

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Bauschritt 2 (80 Minuten, 117 Seiten):

Hier fragte ich mich zunächst beim Öffnen der Tüten mit den Motoren: Waren die schon immer für leichteres Öffnen perforiert?? Falls ja habe ich das noch nie wahrgenommen, sondern immer irgendeine Ecke „aufgezerrt“. Schande über mich, falls ich das übersehen haben sollte. Lob an Lego, weil ich das gut finde 
In Schritt 2 entsteht das „zentrale“ Innenleben: Es werden die 2 Motoren eingebaut, die danach (fast) alle Funktionen des Modells steuern, wobei ein Motor den Antrieb übernimmt, und der andere über ein Mördergetriebe zwischen den einzelnen Funktionen umschaltet. Wie so oft bewunder ich das Getriebegefrickel und kann es ab der 93 Umlenkung nicht mehr nachvollziehen .
Leider kann man es auch nicht testen, denn alles ist bereits fest mit den ja noch „starren“ Motoren verbunden. So muss man hoffen, alles richtig gebaut zu haben (zumindest ich muss das hoffen, denn mir lag zum Zeitpunkt des Bauens die entsprechende Funktion in der Control+ App noch nicht vor, mit welcher ich testen hätte können).
Elektronik, Motoren, Verkabelung und etwas Verkleidung außen rum sind nun fertig, und aussehen tut das dann so:

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Bauschritt 3 (90 Minuten, 131 Seiten):

Gebaut sieht das, was man nun macht, nach gar nicht so viel aus: Die Frontschnauze inklusive Motor mit beweglichen Kolben und Türen zum Motorraum, sowie die Hebemechanik der Frontschaufel.
Nichtsdestotrotz ist das einige Arbeit, die Fingerkuppen melden sich zum ersten Mal und alles ist mit allem verschachtelt, was meine Hoffnung von oben zu einem nahezu verzweifeltem Wunsch steigert: Bitte, BITTE lass mich beim Getriebe keinen Fehler gemacht haben, den ich erst am Ende beim Testen des Modells bemerke. Ich hätte jetzt schon arge Schwierigkeiten mit einem Rückbau - unvorstellbar, wenn ich fertig wäre und dann ist ein Fehler drin…
Ein Fehler ist zumindest in der Anleitung, wenn auch ein recht unerheblicher: In Schritt 254 auf Seite 199 ist ein Pin schon eingeschoben dargestellt, der zum jetzigen Zeitpunkt noch in einer anderen Position ist und erst später eingeschoben wird.

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Bauschritt 4 (65 Minuten, 138 Seiten):

Hier werden nun die beidseitigen Führungen für die Ketten gebaut. Das ist eher unspektakulär und man macht für beide Seiten das Gleiche – Vorteil: Beim zweiten Mal geht es schneller, aber ein bisserl langweilig ist es natürlich. Aber nun, es muss sein- und aussehen tut das dann so:

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Wobei: Ganz so uninteressant wie von mir schnöde beschrieben ist es dann doch nicht, denn wir haben hier ein Feature, das ich zunächst nicht einordnen konnte (ich konnte schon – aber weil ich sowas noch von keinem Technic-Modell mit Ketten kannte hätte ich nicht gedacht, dass das umgesetzt wird): Und zwar kann man die Kettenspannung verstellen, indem man den Radstand der vorderen Führungsrolle verschiebt. Sehr schön finde ich das – detailverliebt und realitätsnah. Die einzige Funktion des Modells (also – neben dem Öffnen der Türen von Fahrerkabine und Motorhaube), die „nur“ manuell zu bedienen ist. Bilder dazu folgen an einer späteren Stelle noch.

Bauschritt 5 (60 Minuten, 91 Seiten):

Nun bauen wir die Plattform um die Fahrerkabine. Das ist zunächst mäßig spannend, aber dann irgendwie doch, weil ein „schräges Irgendwas“ angebaut wird, dessen Sinn sich mir lange nicht erschließt. Erstaunlich hier: Lego baut unsauber und zieht Teile nur durch Spannung in eine schräge Position, die nicht dem Raster entspricht. Ich habe es mehrfach in der Anleitung überprüft, ob das wirklich so sein kann (und die panische Angst eines fehlerhaften Bauschrittes war noch längst nicht gebannt ) - aber ja, es ist so. Tststs…

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Bauschritt 6 (60 Minuten, 97 Seiten):

Die Kabine mit Fahrersitz und Bedienelementen… und der Auflösung meines „Rätsels“ aus Schritt 5: Das schräge Ding ist die Mechanik, um die Leiter ab- und hochzuklappen.
Voll gut, finde ich und sehr gewitzt gebaut!
Mittlerweile ist das Gesamtmodell schon ein ganz schöner Brummer…

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Bauschritt 7 (45 Minuten, 55 Seiten):

Gebaut wird der „Heckdorn“ – oder wie immer das Teil im Fachjargon heissen mag. Hier „schummelt“ Lego ein bisschen, denn er wird mit zwei Linearaktuatoren gehoben/gesenkt – die Hydraulikzylinder, die „in echt“ auch noch die Neigung ändern würden spart sich Lego und ersetzt sie durch „Fake-Zylinder“. Im Kontext dieses Modells völlig egal, denn eine Neigung des Dorns würde keine spielerische Geschmacksexplosion geben – was in Wirklichkeit anders sein mag, weil dort eventuell Geräte angebaut werden, welche unterschiedliche Neigungen erfordern.
Außerdem ziehen wir dem Cat nun die Schuhe bzw. die Ketten an, wobei der oben schon erwähnte Spannmechanismus zum Einsatz kommt. Sehr geil wie ich finde!

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Bauschritt 8 (70 Minuten, 100 Seiten):

Nun sind wir auf der Zielgeraden, gefühlt – es fehlt ja nur die Frontschaufel.
Nur? Schön wär’s!
Die Schaufel alleine ist größer als so manches andere Technicmodell, und gleiches gilt für die Bauzeit. Es entsteht ein imposantes Konstrukt, welches etwa 40 cm breit ist. Bombastisch!

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Und damit ist das Modell nach 8h45min fertig und wir kommen zum Fazit…


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Wow! Welche ein Brummer, der da vor einem steht. Der Cat wirkt in echt deutlich massiver, als es auf den Bildern rauskommt. Dier Maße sind: Breite 39cm, Höhe 25cm, Länge 55cm.

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Optisch find ich den (die?) Cat richtig gut, absolut massiv und an vielen Stellen anhebbar, so ein bisschen der Chuck Norris unter den Technikmodellen: Wirfste den runter, geht nicht der Cat kaputt, sondern Du hast ein Loch im Boden…

Bleiben abschließend noch die Funktionen – das, was ein Technicmodell eigentlich ausmacht. Als da wären:
Türen öffnen (Fahrerkabine)
Türen öffnen (Motorabdeckung)
Kettenspannung einstellen (manuell)
Fake Motor (Kolben bewegen sich, wenn der Cat fährt)
Schaufel heben/senken
Schaufel in der Neigung verstellen
Heckkralle heben/senken
Leiter hoch- und runterklappen
Fahren vorwärts/rückwärts/drehen

Da es sich um ein Vorab-Modell handelt, war leider zum Zeitpunkt des Bauens die entsprechende Funktion in der Control+ App noch nicht verfügbar.

Ich musste mir also anderweitig behelfen, und zwar indem ich versucht habe, die Funktionen mit der Powered-Up-App nachzubilden.
Hierfür hat mir Werner (Lok24) einen Schnellkurs in der Programmierung mit PoweredUp verpasst, und nach etwas über eines Stunde lief bis auf die Leiter alles recht gut – zumindest gut genug um sagen zu können: Das Ding hat ganz schön Power, die Funktionen sehen gut aus, PoweredUp find ich geil und es ist für absolute Programmierlaien sicherlich hartes Brot >sowas< mit PoweredUp zu programmieren, aber Werner hat schon recht wenn er sagt, dass Einfachstprogrammierungen (wie zum Beispiel das Drehen eines Karussels oder das Heben einer Schranke) innerhalb von wenigen Minuten zusammengeklickt sind.

Wer also 450 Euro und noch Platz in der Vitrine übrig hat, ein paar Stunden für das Bauen aufwenden möchte und auf wunde Fingerspitzen steht, dem kann ich das Modell nur wärmstens empfehlen!



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