Dirk1313
13.07.2021, 15:00

Editiert von
Dirk1313
14.07.2021, 12:40

+16Set Review: 10279 VW T2 Camper

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10 Jahre nach Erscheinen des VW T1 Bus, erscheint nun die zweite Version des legendären Bulli. Das Set kostet 160 Euro und hat 2207 Teile (beim T1 lag der UVP 100 Euro bei 1332 Teilen). Wieder ist es eine Camper-Version, der T2 „Berlin“ von Westfalia mit Aufstelldach in Zweifarblackierung (Weiß / Medium Azur). Dazu gibt es noch passende Klappstühle die auf dem Dach verstaut werden und ein Surfboard.

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Zwischen beiden Modellen hat sich viel geändert. Wurde der T1 noch weitgehend „Stein auf Stein“ oder „Studs on Top“ gebaut, sind die Bautechniken beim T2 deutlich aufwändiger. Alle Außenwände sind weitgehend gefliest und gesnottet („Studs not on Top). Außerdem wurden einige Funktionen eingebaut: So läßt sich die Vorderachse sowohl über das Lenkrad, als auch durch Drehen am Ersatzreifen lenken. Eine tolle Funktion, nur leider läßt der mögliche Lenkeinschlag zu wünschen übrig.

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Die Schiebetür ist ebenfalls sehr clever gebaut und öffnet durch einen Druck auf einen versteckten Knopf auf der Unterseite. Sie läßt sich dann von Hand nach hinten schieben. Das Aufstelldach wurde mit einem sehr aufwändigen Mechanismus umgesetzt - u.a. ist ein Federelement verbaut.

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Aber nochmal einen Schritt zurück. Die Anleitung des 18+, vormals Creator Expert, Set ist NICHT auf schwarzem Hintergrund gedruckt und vermittelt ein paar Informationen zum Vorbild. Auch die Funtionen bzw. Highlights des Modells werden aufgezeigt: Surfboard, luftgekühlter Boxermotor, klappbare Motor- und Kofferraumdeckel, Stoffgardinen, aufklappbares Campingdach, Campingausstattung (dazu später mehr), Kapptisch, zum Bett umklappbare Rückbank, funktionierende Steuerung, Schiebetür, zu öffnende Fahrerkabinentüren und die Campingstühle.

Designer Sven Frantic stellt sich ebenfalls vor, er ist selbst begeisterter Bulli-Fahrer und kommentiert in der Pressemitteilung von LEGO:
"Obwohl der Volkswagen Camper in unserer LEGO Autosammlung kein Unbekannter ist, bringt diese neueste Version noch mehr Freude für LEGO Baumeister. Der sorgfältig ausgestattete Innenraum wird erfahrene Camper und Abenteurer gleichermaßen begeistern, während das auffällige Äußere mit dem Aufstelldach eine technische Meisterleistung ist, genau wie das Original."

Der Bau des Sets teilt sich auf elf Bauabschnitte auf, beim T1 waren die Tüten ohne Nummerierung.

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Auf den Seiten mit den Bauschritten werden ab und an einige Fakten zum T2 eingestreut und gleich zu Anfang auch der Hinweis auf den VW Käfer von 2008, dem ersten maßstabsgetreuen Creator Fahrzeug welches nach einer Umfrage unter Fans aufgelegt wurde.

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LEGO bleibt sich auch bei diesem Modell mit seiner bunten Farbwahl im Unterbau treu, ich halte es aber für leicht verschmerzbar und später komplett unsichtbar. Leider hat man aber auch im Innenraum einige Fehler in der Farbgebung eingebaut - dazu später mehr. Der Bau beginnt mit der Bodengruppe (Chassis) sowie anschließend der lenkbaren Vorderachse.

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Danach wird gesnottet was das Zeug hält; der Rahmen für die Karosserie entsteht. Durch die Bauweise lassen sich auch die abgerundeten Ecken am Heck des Fahrzeugs gut darstellen.

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Bedruckt sind in diesem Set nur wenige Teile wie z.B. die Lüftungsgitter auf den Slopes. Leider sind Tankdeckel und Lüftungsschlitze an der Front mit Aufklebern realisiert. Das wäre verschmerzbar, wenn die Aufkleber tranparent auf den blauen Fliesen angebracht wären. Da sie aber auf einem ganz anderen Blaufarbton gedruckt sind, fällt der Aufkleber sofort auf. Schade.

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Die Aufhängung für die Schiebetür ist vorbildgerecht umgesetzt. Zum Einbau der Fenster ist nun ein Wechsel der Baurichtung erforderlich, danach wird aber weiter gesnottet.

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Nun machen wir uns an den Innenausbau mit dem es ebenfalls viel Spaß gibt.
Zuerst wird die zur Liegefläche umklappbare „Rock-n’Roll“ Rückbank eingesetzt. Auch hier ließe sich einiges verbessern, dazu am Ende des Artikels ein paar Tipps.

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Eine ganze Küche mit Gaskochfeld, Spüle und Kühlschrank wird eingebaut - natürlich auch gesnottet. Nur die Gasflasche steht senkrecht hinter der Schranktür. Die Küchenzeile ist sehr detailliert und sowohl der gefüllte Kühlschrank als auch der Schrank mit der Gasflasche lassen sich öffnen.

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Der an der Küchenzeile befestigte Tisch läßt sich hochklappen und zur Seite schwenken.

Soviel Detail gab es im T1 noch nicht, dafür gab es aber einen Kleiderschrank den ich im Modell des T2 vermisse - auch hierzu später mehr..

Aufgefallen sind mir diese grünen Pins [UPDATE] - hierbei handelt es sich um ein neues Design!

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Bei der Windschutzscheibe handelt es sich um ein neues Element (5 x14 x3 Noppen), ebenso bei den Reifen (49,5 x 14) und der Plate Modified 1 x 1 with Handles on Ends - Closed Ends. Einige Elemente dürften in der Farbe Medium Azur neu sein wie z.B. Tile, Modified 2 x 2 with Studs on Edge, Arch 1 x 3 x 3, Arch 1 x 3 x 2 Inverted, Brick Modified 1 x 4 with Groove, Plate Round Corner 3 x 3 with 2 x 2 Cutout und natürlich die Radkappen mit aufgedrucktem VW Logo: Plate, Round 2 x 2 with Rounded Bottom (Boat Stud) in Metallic Silver. Die Liste dürfte nicht vollständig sein, das überlasse ich den Experten von New Elementary.

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Nun wird es Zeit den luftgekühlten Boxermotor hinten in den Motorraum einzusetzen. Anschließend werden Lenkrad und Lenksäule mit der Vorderachse verbunden. Inzwischen hat die Karosserie Form und Farbe angenommen - eine schöne Zweifarblackierung. Nun wir die Front vorbereitet - leider sind hier die Lüftungsgitter nur aufgeklebt und der Farbton der Karosserie wird nicht richtig getroffen, schade. Dafür können die silbernen Radkappen mit aufgedrucktem VW Logo überzeugen - Klasse und viel besser als beim T1 sind auch die verwendeten Reifen!

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Als nächstes wird das Klappdach gebaut, mit dem aufwändigen Klappmechanismus in dem sogar ein Federelement verbaut ist.

Fertig ist das Fahrzeug welches wir nun noch mit typischen „Flower-Power“ Stickern verschönen können - erinnert mich irgendwie an die Pril-Blumen aus den 70ern.

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Der Wagen muss den Vergleich mit seinem Vorbild nicht scheuen, zuerst dachte ich das Dach sei zu kantig - wenn man sich aber die Westfalia-Umbauten ansieht dann passt es schon. Die Funktionen gehören für mich zu den Highlights, insbesondere die Lenkung über das Reserverad und das Öffnen der Schiebetür mit den kleinen Taster unter dem Chassis. Nette Extras sind das Surfboard und vor Allem die Klappstühle.

Im direkten Vergleich mit dem T1 wird deutlich, dass der Maßstab deutlich anders ist, das Fahrzeug ist viel Größer, im Original sind beide fast gleich groß.

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Aber mit dem Fiat 500 harmoniert der neue Bulli sehr gut - und mit den Scala Figuren von LEGO sowieso :-)

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Für Bulli-Fans ist das Set ein Must-Have und für Creator Auto Sammler sowieso.

Und da ich ja nun einige Kritikpunkte hatte, habe ich die hier gleich mal „behoben“.

1. Für mich gehören an ein Auto immer Scheibenwischer, daher habe ich hier einen Lösungsvorschlag.

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2. Den Tankdeckelaufkleber habe ich durch eine Variante die auf transparente Folie gedruckt ist ersetzt (bestimmt bietet bald jemand bedruckte Teile an)

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3. Das Kennzeichen vorne habe ich ebenfalls durch eine eigene Variante ersetzt
4. Leider hat man für die Innenverkleidung auf der in Fahrtrichtung rechten Seite wohl auf Standard-Teileregal zurückgegriffen. Das läßt sich mit ein paar Ersatzteilen in beige leicht richten - auch noch nachträglich

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5. Das Fenster in der Heckklappe sitzt auf gelben statt beigen Lampensteinen - das läßt sich auch leicht ändern.

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6. Die Rückbank hat, wenn man sie ausklappt, einen unschönen Spalt in der Liegefläche und läßt sich auch nicht weit genug nach vorne schieben um die Liegefläche zu vergrößern, hier habe ich zwei Hinge-Plates eingebaut.

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7. Außerdem habe ich in den Laderaum hinter der Sitzbank ein farblich passendes Polster gelegt

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8. Der fehlende Kleiderschrank kann auch leicht ergänzt werden - aber vorsicht: das Dach wird oben eingeschoben daher muss etwas Platz bleiben.

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9. Mir persönlich gefallen die Frontscheinwerfer nicht, ich mag die schrägstehenden aufgesetzten Scheinwerfer mit „Dishes“ nicht. Einerseits müssen die Scheinwerfer gerade nach vorne orientiert sein und andererseits mag ich die Noppe auf dem Dish nicht. Daher habe ich mich für eine eigene Variante entschieden, die der des LEGO T1 ähnelt - Geschmacksache.

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So, jetzt noch was für Bulli-Kenner. Wie man an der Lage der Frontblinker (unten) und auch am Kennzeichen (H-T02A) erkennen kann, handelt es sich um ein Modell der ersten Serie des T2 (A-Serie). Die im Modell dargestellte Inneneinrichtung „Westfalia Berlin“ war jedoch erst für das B-Modell ab 1976 verfügbar, ließ sich aber auch im A-Modell nachrüsten.

Ich hoffe Euch hat mein ausführlicher Bericht gefallen.

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Viele Grüße
Dirk - Mail

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