Dirk1313
10.02.2021, 15:00

+22Ein weißer Porsche - was nun? (Set Review)

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Ich habe schon etliche Kommentare zum neuen LEGO Set 10295 LEGO® PORSCHE 911 TURBO und 911 TARGA gelesen, meist geht es um Form und Farbe. Für mich persönlich ist die Farbe perfekt, dazu später mehr.

Fangen wir mit der Verpackung an, die schwarzen Schachteln für Erwachsene sind uns ja inzwischen gut bekannt. Leider hat man diesmal auf Klebelaschen verzichtet und somit wird der Karton beim öffnen beschädigt, schade.

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Die Anleitung ist ebenfalls wie inzwischen „gewohnt“ bei den 18+ Sets in schwarz gehalten und natürlich fehlt auch hier die Setnummer auf der Anleitung. Schön ist die Bebilderung in der Einleitung mit Hinweisen zur Geschichte des Wagens und auf den für das Set verantwortlichen LEGO Designer Mike Psiaki. Im Laufe der Bauschritte finden sich immer wieder kleine Informationsschnipsel zum Vorbild eingestreut - und alle Texte sind in Deutsch und Englisch!

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Im Karton finden sich 12 Plastikbeutel für die zehn Bauschritte - ab Schritt 8 entscheidet man sich zwischen Turbo und Targa, dazu später mehr.

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Aufkleber findet man im Karton keine, dafür mehrere bedruckte Teile! Speziell für dieses Set wurden der Porsche-Schriftzug, „Targa“ und „Turbo“ sowie ein weißer Slope mit dem Porsche Logo bedruckt. Dazu noch speziell für dieses Set bedruckte transparente Teile: zwei tranparente Panele mit einem kleinen Bogen und zwei transparente 1x2 Fliesen mit rotem Druck für die Heckleuchten.

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Auch die speziell für dieses Set entworfenen Kennzeichen sind bedruckt:
Eines ist ein New Yorker Kennzeichen mit dem Namen des Lego Designers.
Ein weiteres ein Japanischen Kennzeichen mit den japanischen Schriftzeichen „Gunma“, eine 93 und der Setnummer. Gunma ist eine japanische Provinz mit tollen Bergstraßen einer Drifterszene. Das dritte Kennzeichen ist natürlich ein Stuttgarter Kennzeichen. Die Kombination S-CU 6000 findet sich auch auf historischen Fotos aus den 70er Jahren von Porsche 911 Fahrzeugen.

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Beim Bau des Sets fallen sofort zwei verschiedenfarbige Technic Liftarme auf: LEGO möchte wohl vermeiden dass beim Bau linke und rechte Seite verwechselt werden (?)
Jedenfalls verschwinden die beiden Teile später unter Platten und hinter Technikbalken. Nur von der Unterseite werden sie sichtbar bleiben, stört aber nicht. Generell fand ich die, nicht übertriebene, Verwendung verschiedenfarbiger Teile manchmal sogar hilfreich beim Bauen.

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Bei den neuen Teilen fällt zuerst der 1 x 1 - 1 x 2 Inverted Bracket in weiß auf. Die Form wurde erstmalig beim 2021 erschienen Super Mario Wiggler's Poison Swamp - Expansion Set eingeführt.
Besonders zu erwähnen ist natürlich der speziell für dieses Set angefertigte Slope für den Heckkotflügel. Mit diesem Element wurden wichtige Elemente der Formensprache des Wagens getroffen. Natürlich hätte man auch ein größeres Formteil pressen können um die Übergänge zwischen Kotflügel und Heck noch besser zu treffen. Andererseits hätte ich das für ein so aufwändiges Set für unpassend empfunden; LEGO hat eben einige Ecken und Kanten.

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So finde ich die Proportionen des Fahrzeugs durchaus gut getroffen.

Ein kleines Detail hat mich besonders überzeugt: die Handbremse. Eigentlich ganz unscheinbar aber durch den Bau mittels Lichtschwert und Technic Pin wird der Knopf vorne an der Bremse schön umgesetzt. Ein anderes Detail des Cockpits stört mich hingegen: die Instrumententafel. Hier musste wohl unbeding ein relativ neues bedrucktes Teil, eine 1x2 Käseecke mit Instrumentenbedruckung zum Einsatz kommen. Aber warum? Klassisch gibt es, je nach Fahrzeug, fünf große Rundinstrumente. Hier hätten also vier oder fünf 1x1 Fliesen mit Taschobedruckung vollkommen ausgereicht. Läßt sich natürlich leicht umbauen.

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Dafür sind dann die Sitze wieder super umgesetzt und sie lassen sich sogar nach vorne klappen.

Und dann die Lenkung: ich finde sie ist hervorragend umgesetzt, erlaubt einen ausreichend großen Lenkeinschlag und läßt sich aus dem Innenraum bedienen.
Um den Lenkeinschlag zu realisieren wurden die Radhäuser mittels Panelen und dem Einsatz von Fernrohren zur Befestigung des Radlaufs gut ausgeformt.

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Nun steht die Entscheidung zwischen Turbo und Targa an. In der Anleitung kommt zu erst der Weiterbau aus Turbo, denn hier sind auch die meisten Teile erforderlich. Vorweg: ein Rückbau zum Targa ist nicht sehr schwer, aber natürlich wesentlich aufwändiger als die Umbauten beim Ford Mustang.

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Markant sind die Verbreiterungen der Radhäuser an der Hinterachse, die Hinterachse ist natürlich auch breiter und ebenfalls ein Hingucker ist der Heckflügel. Aber auch beim darunter liegenden Motor wurden die Unterschiede zwischen Turbo- und normalem Saugmotor berücksichtigt. In der Anleitung findet sich dann noch ein merkwürdiger Vergleich zwischen den Herzen des 911er (Boxermotor) und dem „Herzen“ des LEGO Systems, einem roten 2x4 Stein.

Nach dem Bau der geschlossenen Turbo-Variante machte ich mich an den Rückbau und Umbau zum Targa. Das funktioniert recht gut.

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Was also mache ich mit einem weißen Porsche Targa? Die Antwort war mir sofort klar als ich die ersten sehr verschwommenen Bilder von dem Set sah :-)

Der weiß-orange 911er der niederländischen Reichspolizei ist mein Favorit unter den Oldtimern, dazu diese weißen Polizei-Ledermäntel und Polizisten die im Targa mit Helm auf dem Kopf sitzen.

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Somit danke ich LEGO für die Farbwahl ganz ausdrücklich :-)

Mein Fazit: die Form und die Proportionen des Vorbilds sind, so gut es eben mit LEGO Steinen möglich ist, getroffen. Mit ein paar mehr Formteilen wäre man noch näher am Original geblieben, aber dann hätte man wohl auch einen Revell-Bausatz kaufen können. Bei der Farbe hätte man sicher einen dunkleren Farbton wählen können, und dann wären die teils etwas kantigen Übergänge an der Karosserie vielleicht weniger aufgefallen.

(Die Figuren sind von Scala, der weiße Mantel ist ein Barbie-Accessoir)

Weitere Bilder:
Album: 911


Viele Grüße
Dirk - Mail

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