![[image]](https://www.1000steine.de/de/gemeinschaft/forum/img/12088-1597607146.jpg)
Zwischen 1846 und 1850 wurde die Württembergische Südbahn von Ulm nach Friedrichshafen gebaut. Bekannter als die Strecke wird das von ihr handelnde Volkslied "Auf de schwäbsche Eisebahne" sein. Die Strecke wurde zwischen 1905 und 1913 zweigleisig ausgebaut. In diesem Zusammenhang entstanden die Empfangsgebäude zahlreicher Stationen neu. Nahe des kleines Ort "Wattenweiler" mit etwa 50 Gebäuden entstand ein zusätzlicher Haltepunkt, der am 06. Juli 1913 eröffnet wurde. Am 28.05.1983 erfolgte dort der letzte fahrplanmäßige Halt eines Reisezugs. Das Empfangsgebäude wurde bereits ein knappe halbes Jahr zuvor abgerissen. In etwa 30 km Entfernung bin ich aufgewachsen und von tollen Eisenbahnern für das Verkehrsmittel, dessen Funktionieren und die Menschen, die das alles möglich machen, begeistert worden.
Der Haltepunkt befand sich an der höchsten Stelle der Südbahn, die zugleich die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau bildet. Früher wurden die Fahrgäste durch große Hinweistafeln an beiden Richtungsgleisen darauf aufmerksam gemacht. Auch das Dampflokpersonal dürfte sehr erleichtert gewesen sein, wenn es, egal aus welcher Richtung, diese Hinweistafel passiert hat. Neben dem Haltepunkt und einem Bahnübergang diente die Betriebsstelle auch als Blockstelle. Allerdings war diese zwischen etwa 1975 und dem Ersatz durch automatische Selbstblocksignale im November 1982 unbesetzt und ständig ausgeschaltet. Die Blocksignale zeigten ständig Fahrt. Diese Besonderheit fand ich spannend, denn mir wurde berichtet, dass anlässlich der jährlichen Kontrollfahrt des Indusi-Prüfzuges die Blockstelle örtlich besetzt wurde und die Signale auf Halt gestellt würden. Ob es sich dabei um Eisenbahnerlatein oder eine wahre Begebenheit handelt, kann ich heute leider nicht mehr herausfinden.
Durch eine Anfrage auf Grund von mir vor längerer Zeit veröffentlichten Fotos kam ich mit der Chronistin der Gemeinde in intensiveren Austausch und erhielt weitere wertvolle Informationen. Letztlich gab dieser Austausch den Anstoß, die Anlage im Modell nachzubauen.
Eine erste Präsentation erfolgte auf dem Weihnachtsstammtisch in Viersen, auf dem als Fachkongress ohne Publikum ausgetragenen Bauspielbahn-Treffen in Schkeuditz an diesem Wochenende konnte ich das MOC erstmalig in voller Ausdehnung vorstellen und vor allem mit vielen tollen Zügen befahren lassen.
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Das fremde Rollmaterial in Form von Traxx und Dostos von Raimund machen sich auch gut.
Hier die 042 von Ben mit zweien meiner vierachsigen Umbauwagen:
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Die Lage im großzügigen Bogen wird durch "Smooth Curves" realisiert, bei denen nach jeder dritten Geraden der Schienenstoß an der Kurvenaußenseite um eine halbe Noppe versetzt wird. Das Gebäude entstand weitgehend in Snot-Bauweise mittels in die senkrechte gedrehter 1x4-Steinen mit Frontnoppen. Die Schranke schleißt und öffnet mittel Hebel und Achsantrieb und lässt sich mittels PU fernsteuern. Um Torsion im Antrieb zu vermeiden, habe ich Achsen aus Aluminium verwendet. Jede Schranke wird ausgehend von der Welle zum Motor nur über ein einziges Zahnradpaar angetrieben um das Spiel zu minimieren. Die Signale habe ich bereits kürzlich vorgestellt. Auch hier wäre ein PU-Antrieb möglich.
Das drei Meter lange und mindestens 52 cm breite Modul besteht aus sechs großen und drei kleineren, seitlich andockbaren Segmenten. Die Segmente sind mit Teppichklebeband auf 4mm Sperrholzplatten geklebt. Die Gebäude sind abnehmbar. Dadurch lässt sich alles in Euroboxen 60x80mm verstauen und transportieren.
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An Rollmaterial ist natürlich ein Indusi-Prüfzug entstanden. Zudem entstand ein Motorwagen und ein "normaler" Beiwagen zu meinem Schienenbus-Einachsanhänger. Von dem übrigens ein Exemplar im nahegelegenen Bahnbetriebswerk Aulendorf beheimatet war. Auch eine Garnitur vierachsiger Umbauwagen ist entstanden, die jedoch für den problemlosen Betriebseinsatz noch etwas modifiziert werden müssen. Die Fahrzeuge werde ich bei Gelegenheit gesondert vorstellen.
Das Bahnwärterhaus ist ebenfalls schon lange abgerissen. Auf den mir vorliegenden Fotos sind nur die groben Merkmale wie Position, Fensterteilung und Ausrichtug zu erkennen. Da es den Standardbauten an der Strecke entspricht, war der Nachbau nicht mit all zu großer Recherche verbunden. Einen Kleintierstall sollte ich noch ergänzen, denn einfache Eisenbahner waren damals ziemlich arme Leute.
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Beim Landesarchiv Baden-Württemberg sind zwei wohl 1982 entstandene Fotos verfügbar. Diese entsprechen dem Zustand, wie ich ihn aus meiner Fahrradtour und meinen Zug-Vorbeifahrten in Erinnerung habe. Die Schranke ist automatisiert, das Nebengebäude abgerissen.
![[image]](https://www.1000steine.de/de/gemeinschaft/forum/img/12088-1597608171.jpg)
Weitere Fotos finden sich im Historischen Forum von Drehscheibe Online (
Link1) (
Link2)
Die braunen Achsenpin mit Kugel auf den Telegraphenmasten stammen ebenso wie der rote 1er Liftarm am Ende des Schrankenbaums aus China. Zudem wurden - unsichtbar - Aluminium-Achsen verbaut. In den Umbauwagen wurden dunkelgrüne Eisenbahnfenster von einem Drittanbieter verbaut. Ein paar Viertel- und Achtel-Schienen stammen von Trixbrix. Sonst ist alles original.
Aufkleber hätte ich vor dem Treffen gerne noch angefertigt. Doch ich hatte mich zu spät darum gekümmert und musste dann feststellen, dass mein bevorzugter Copy-Shop nur noch Großaufträge von gewerblichen Kunden annimmt.
Aktuell wird die Strecke elektrifiziert und ist weitgehend mit Fahrleitung versehen. In der Örtlichkeit ist praktisch nichts mehr vorhanden, dass an die früher dort vorhandenen Gebäude und Einrichtungen erinnert. Eigentlich Schade.
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245 007, Wattenweiler, 18.02.2020, RE 4222 Das Foto entstand vom früheren Standort des Bahnwärterhaus.
Gruß
Thomas
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