Dirk1313
17.07.2020, 14:00

Editiert von
Dirk1313
18.07.2020, 20:57

+16Set Review - Volvo gegen Volvo: 42114 Muldenkipper und 42030 Radlader

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LEGO hat mir ein Exemplar des neuen Sets 42114 Technic Knickgelenkter Volvo-Dumper (6x6) zur Rezension zur Verfügung gestellt. Das Set beinhaltet zur Fernsteuerung PoweredUp Komponenten und läßt sich über eine aktualisierte Version der Control+ App steuern. Mir fiel dann ein, dass ich noch ein Exemplar des Sets 42030 LEGO Technic Vovlo Radlader ungeöffnet im Schrank stehen habe. Hier gibt es als B-Modell ebenfalls einen Volvo Kipplaster! Allerdings ist dieser doch recht stark abgespeckt und ich habe mich dann entschieden den Radlader zu bauen um zu sehen ob er zum neuen Kipplaster passt. Dabei kommt es auch unweigerlich zum direkten Vergleich von PowerFunctions und PoweredUp.

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Preislich spielen die Beiden ebenfalls in etwa der gleichen Liga. Der UVP für den Radlader lag bei 220 Euro und das Set hat 1636 Teile. Der UVP des neuen Sets liegt bei knapp 244 Euro und es hat 2193 Teile und wird ab 1.August erhältlich sein. Beide Sets sind inklusive der notwendigen elektronischen Komponenten (Motoren, Batteriebox / Hub). Dem PowerFunctions Set liegt außerdem eine Fernbedienung bei, beim neuen Modell wird ein Smartphone oder ein iPad zur Steuerung benötigt.

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Das neue Set hat drei Motoren, der Radlader benötigte vier Motoren. Zu dem Thema später nochmal etwas mehr.

Somit kommt es zu einem Vergleich von Baumaschinen die mit PoweredUp und mit PowerFunctions gesteuert werden. Das sollte doch spannend werden...

...der Artikel wurde nochmal etwas ergänzt - Ergänzungen in BLAU

Unbedingt sollte man vor dem vollständigen Zusammenbau des PoweredUp Sets einmal den Technic-Hub mit dem Smartphone und entweder der Control+ oder der PoweredUp-App verbinden um die Firmware auf dem Hub zu aktualisieren. Sonst muss man das später erledigen, nochmal alle Kabel abziehen und warten. Das kann, je nachdem wieviele Nutzer gerade die Firmware laden wollen, dauern.

Kommen wir also zum Set. Es befindet sich, wie bei vielen hochwertigen großen Sets, ein kleinerer weißer Karton im großen Set-Karton. Das war beim Radlader noch nicht der Fall.

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Während das neue Set in vier Bauabschnitte mit getrennten Teiletüten unterteilt ist, wird der Radlader „in einem Rutsch“ gebaut. Mir persönlich gefällt die Aufteilung da man weniger Platz und Behältnisse für die Einzelteile benötigt.

Beide Sets kommen mit einer Vielzahl an Stickern, es gibt keine bedruckten Teile.

Der Zusammenbau des neuen Kipplasters mit dem Getriebes, ein solches gab es beim Radlader nicht, erfordert hohe Aufmerksamkeit damit später alles zuverlässig funktioniert. Das Set hat eine Altersempfehlung von „ab 11 Jahre“.

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Getriebe und hinterer Teil des Fahrwerks / Chassis bilden eine Einheit; eine Federung ist nicht vorgesehen. Alle sechs Räder sind über Differentiale angetrieben. Zwei der drei Motoren werden im hinteren Teil des Fahrzeugs eingebaut. Der XL Motor sorgt für den Vortrieb und der L Motor schaltet das dreistufige Getriebe.

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Das Getriebe hat vier Funktionen:
Erster Gang - Langsamfahrt mit großer Kraft
Zweiter Gang - Schnellere Fahrt mit weniger Kraft
Dritter Gang - "schnelle" Fahrt*
Kippfunktion

*in der normalen App-Einstellung nur über den Gang "D" zu erreichen - auf der alternativen Oberfläche auch manuell

Das Getriebe wird über den Hub und die App geschaltet. Beim Radlader werden die vier Motoren über zwei IR Hubs und zwei Technic-Fernbedienungen gesteuert.

Zur Steuerung dann später mehr.

Nun wird der vordere Teil des Fahrzeugs zusammengebaut. Chassis, Motor und Fahrwerk bilden eine kompakte Einheit. Gelenkt wird bei einem Knickgelenkfahrzeug nicht über die Achse sondern über das Knickgelenk. Hierzu wird ein neuer Servo-Motor eingesetzt wie er schon aus Spike Prime bekannt ist.

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Auch der Radlader ist ein Knickgelenkfahrzeug und auch hier kommt ein Servo zur Lenkung zum Einsatz. Die Umsetzung der Ansteuerung des Knickgelenks ist allerdings ganz anders realisiert. Die Lösung beim neuen Kipplaster erscheint mir dabei wesentlich robuster.

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Anschließend werden die beiden Chassis-Teile und natürlich die Antriebswelle miteinander verbunden. Gerade die Antriebswelle ist dabei etwas kniffelig da alles gleichzeitig zusammen kommen muss. Mit ihr wird sichergestellt, dass alle drei Achsen angetrieben werden.

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Im Motorraum befindet sich eine Nachbildung des Sechszylinder-Volvo Motors. Was sofort auffällt: die Umsetzung verzichtet auf die bekannten LEGO Technic Zylinderköpfe. Dadurch ist der Motor wesentlich kompakter als der des Radladers. Das ist auch gut so da der Motorraum des Kipplasters vorn ist und kleiner als der des im hinteren Teil des Radladers. Bei beiden Modellen kann man die Hauben / Abdeckungen öffnen um den Motor zu betrachten. Beim neuen Kipplaster ist es etwas kniffliger da man die Front geringfügig nach vorne ziehen muss um die Haube zu öffnen.

Im letzten Bauschritt wird die Mulde gebaut und mit den Linearaktuatoren verbunden. Die Mulde ist für ein Technic-Set ohne spezielles Formteil gut gelungen. Man kann damit durchaus 1x2, 2x2 oder 2x4 Legosteine transportieren. Für feinen Sand eignet sie sich naturgemäß nicht. Mit dem offenen Getriebe verbietet sich der Outdoor-Einsatz im Sandkasten ohnehin.

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Beim Radlader wird zuletzt die riesige Schaufel montiert, hier handelt es sich um ein Formteil.

Nun können also beide Fahrzeuge gegeneinander antreten.

Beim Radlader ist die Steuerung simpel: wenn alle Kabel verbunden sind, und die Batteriebox eingeschaltet, müssen nur noch die IR Kanäle an den beiden IR-Emfängern und an der Fernbedienung eingestellt werden - schon gehts los! So läßt sich der Radlader gut lenken und die Schaufel bedienen - alles gleichzeitig.

Bei dem mit PoweredUp-Komponenten versehenen Gelenk-Kipper muss nun erstmal die Control+ App geladen und aktualisiert werden um das neue Fahrzeugprofil zu erhalten. Die Firmware auf dem Hub wird sich ebenfalls aktualisieren, wenn man das nicht schon während des Baus erledigt hat. Nun in der App den Gelenk-Kipper auswählen und los gehts...nicht ganz...

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Nachdem der Hub mit dem Mobilgerät gepaart wurde, läuft erstmal einmalig eine Kalibrierungsprozedur ab - diese nicht abbrechen!
Nun lernt die App wie die Motoren gerade stehen und setzt alles zurück. Nur so können Lenkung und Getriebe sauber funktionieren. Das Ganze dauert 2-3 Minuten. Nun wird man erstmal „angelernt“; ein kleines Lernprogramm führt einen einmalig durch alle Funktionen der App bevor man loslegen kann. Ungeduldigen Menschen könnte das schon alles zuviel sein.

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Nun aber läßt sich der Muldenkipper wunderbar steuern. Sehr sanft und mit verschiedenen Funktionen. Dagegen ist z.B. die Lenkung des Power Functions getriebenen Radladers weniger sensibel: hier kommt man beim Lenken schnell in den Volleinschlag.

Übrigens ist der Wendekreis bei beiden Modelle arg groß - sicher nicht vorbildgetreu. Auch bei der Geschwindigkeit kommt man keinesfalls an das Vorbild heran. Der Muldenkipper fährt im dritten Gang schneller als der Radlader.

Beim Radlader kann man nun aber auf Grund der vier Motoren alle Funktionen gleichzeitig bedienen, ganz wie beim Vorbild. Für die Schaufel werden zwei Motoren verwendet um diese gleichzeitig in zwei Richtungen zu verfahren.
Sehr cool! Einziger Kritikpunkt hier: die Motoren schalten nicht ab wenn sie an den Anschlag kommen, so können leicht die Zahnräder überansprucht werden. Es ist auch keine Rutschkupplung verbaut!
Der Muldenkipper beeindruckt anders. Zwar kann man nicht gleichzeitig kippen und fahren, was extrem bedauerlich ist, aber App und Getriebe arbeiten wunderbar zusammen: man hat quasi ein Automatikgetriebe realisiert. Die App erlaubt die Einstellung 1. Gang, 2.Gang, D („Dauer“) und N (Nullauf / Leerlauf). Wenn man im zweiten Gang oder auf „D“ anfährt, dann gehts erstmal im ersten Gang los und nach kurzer Zeit schaltet die App in den zweiten Gang hoch und beim langsam fahren wieder zurück. Wenn man direkt in den ersten Gang schaltet, bleibt das Fahrzeug im ersten Gang. Die App bietet dann neben dem Kippen noch einige weitere Funktionen, auf die ich später noch eingehen werde - nach meinem Fazit.

Die Motoren schalten außerdem ab, wenn sie eine Lastgrenze erreichen. So kann die Mulde auf- und abgekippt werden ohne dass man sich um die Zahnräder sorgen muss.

Nun stellen wir also mal beide Geräte nebeneinander und stellen fest: man kann sie wunderbar kombinieren.
Mit dem Radlader den Muldenkipper beladen, rumfahren, abladen und wieder mit dem Radlader auffüllen. Super! Maßstäblich passen beide Fahrzeuge bestens zueinander.

Beim „outdoor“ Betrieb hat sich noch herausgestellt, dass die Steuerung mittels Infrarot (PowerFunctions) sehr unzuverlässig und nur auf sehr kurze Distanz arbeitet. Ein Pluspunkt für die Bluetooth-Verbindung des PoweredUp-Fahrzeug.



Fazit:
Das Set ist durchaus eine Bereicherung eines bestehenden LEGO Technic Baufahrzeug-Fuhrparks. Das Einsparen des seperaten Motors für die Kippfunktion sehe ich allerdings sehr kritisch. Denn der Spielspaß wäre doch ungemein höher wenn man gleichzeitig fahren und kippen könnte. Vielleicht hätte man auf das aufwändige Getriebe mit zwei Gängen einfach verzichten können und den zweiten Motor statt zum Schalten des Getriebes lieber für die Kippfunktion nutzen können. Denn so schön die Getriebespielerei ist, sie ist doch eher überflüssig. Hinzu kommt noch das eine haptische Steuerung über eine Fernbedienung oder einen Controller (siehe unten) einfach angenehmer ist. Und so würde ich, wenn ich wählen müsste, mich eher für den Radlader als den Muldenkipper entscheiden. Durch die App hat aber auch der Muldenkipper durchaus einen hohen Spielwert. Allerdings muss sich noch zeigen wie gut das Getriebe die ständigen Gangwechsel verträgt, denn jedesmal wird das Getriebe während der Fahrt geschaltet. Auch ist der Batterieverbrauch extrem hoch und die Fahrfähigkeit auf weichem Untergrund ist nicht besonders gut.

Was mich bei beiden Modellen stört sind der begrenzte Lenkeinschlag und die geringe Geschwindigkeit.

42114 Technic Knickgelenkter Volvo-Dumper (6x6)
+ Schönes Design
+ Passend zum Radlader
+ Interessante Funktionen in der App
- Fahren und Kippen nicht gleichzeitig möglich
- Anfälliges Getriebe
- relativ langsam
- Fährt nur auf glattem, festen Untergrund
- Batterien sehr schnell leer

Und jetzt noch einige weitere Infos zum Muldenkipper:

1. Fernsteuerung
Man kann statt der Control+ App auch die App „Brickcontroller2“ verwenden. Dann kann man das Fahrzeug mittels eines Gamepads steuern - man hat also eine richtige Fernsteuerung. Der Haken daran ist: man muss auf die ganzen Zusatzfunktionen (siehe unten) verzichten. Schwerwiegender ist allerdings die Tatsache das man ja auch noch die Kippfunktion über das Getriebe schalten muss. Da ist es etwas knifflig die richtige Getriebestellung zu finden. Für die Steuerung über Brickcontroller muss dort auch erstmal eine Verbindung zu Gamepad und PoweredUp Technic Controller hergestellt und ein Profil eingerichtet werden. Das geht aber recht fix.

Steuerung mit dem Gamepad:

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Radlader in Aktion:

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2. Control+ Funktionen
Die App bietet verschiedene Funktionen:
Automatik-Getriebe
Virtuelle Ladung
Neigungsanzeige
Hupe und Fahrgeräusche
Batteriestandsanzeige
Alternative Steuerungsoberfläche u.a. mit manueller Gangschaltung
Spielprogramm (Challenge) bei der Aufgaben zu erfüllen sind
Achtung: ich konnte eine Beta-Version der App nutzen, die finale Version soll pünktlich zum Release des Sets am 1.August erscheinen.


Viele Grüße
Dirk - Mail

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