Sheriff von Snottingham
28.10.2019, 22:25

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Sheriff von Snottingham
28.10.2019, 22:35

+53Dreigurtbrücke

Hallo,

als Pontifex mediocris juckte es mich in den Fingern, mal eine dreigurtige Brücke zu bauen.

Eine dreigurtige Brücke hat, quasi als tragendes Rückgrat, einen einzelnen Obergurt wie bei der Eisenbahnbrücke über den Dortmund-Ems-Kanal bei Lüdinghausen oder einen Untergurt wie bei der Hammerbrücke bei Hergenrath. (Bilder kann ich nicht zeigen, weil ich keine Rechte daran habe, können aber gegoogelt werden.)

Meine Version, die ich erstmals in Skaerbaek vorstellte, hatte fünf Fächer (acht Baseplates lang, also 8x32 Noppen = 256 Noppen = 2048 mm) und sollte eigentlich in eine große Eisenbahnlandschaft integriert werden. Die gab es aber nicht, so dass ich sie traurig und vereinsamt auf den Tisch stellen musste. Bilder davon erspare ich euch.


Für die Ausstellung der Steinhanse in Kaltenkirchen verlängerte ich sie auf acht Fächer (zwölf Baseplates lang plus je eine Noppe links und rechts wegen der Brackets, die es nur in 2-breit gibt, also 3088 mm), musste aber einen Mittelpfeiler bauen, weil sie sich nicht alleine getragen hätte.
Auf der Brücke fuhren dann zwei Tage lang fröhlich verschieden Züge, es war ein Fest!

Hier nun einige Bilder:

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Vielen Dank für euer Interesse, Christian




Hör ich AFOB, lauf ich AMOK



Navigation
29.10.2019, 07:58

Als Antwort auf den Beitrag von Sheriff von Snottingham

Re: Dreigurtbrücke

Mir gefällt ja der Pfeiler bald mehr als die Brücke - alles schön gebaut und ich kann mir gut vorstellen, wie die Züge da rübergerattert sind

LG,
-Rene


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Larsvader
29.10.2019, 17:35

Als Antwort auf den Beitrag von Sheriff von Snottingham

Re: Dreigurtbrücke

Die Brücke hat ja eine beeindruckende Größe!


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9. Berliner Steinewahn by Larsvader, on Flickr


Thomas52xxx
29.10.2019, 19:02

Als Antwort auf den Beitrag von Sheriff von Snottingham

Re: Dreigurtbrücke

die Brücke - und auch den Pfeiler - sowie das ganze Drumherhum finde ich fantastisch. Besonders gefällt mir das schön- unregelmäßige Flußufer. Da es eine Dreigurtbrücke, die einziger der der gleichnamige Wikipedia-Artikel gewidmet ist, berührt mich Dein Bau auch persönlich.

Eines irritiert mich allerdings gewaltig. Wie ist den die Brücke an den Enden befestigt? Da gehört jeweils ein ordentliches Widerlager hin! Am Ende dieses Artikels sind ein paar Fotos von originalgetreuen Modellbau-Umsetzungen. Das sollte nicht sonderlich aufwändig umzusetzen sein.


Gruß
Thomas

mein Blog
meine Eisenbahnräder - mit funktionierendem Download


Sheriff von Snottingham
30.10.2019, 00:06

Als Antwort auf den Beitrag von Thomas52xxx

Widerlager

Hallo Thomas,

danke für dein Lob! Wie ich schrieb, ist die Brücke insgesamt 386 Noppen lang (12 x 32 Bauplatten + 2 Noppen =386), das entspricht 3088 mm. Die Podeste der Flusslandschaft sind aber nur drei Meter lang, so dass meine Brücke jeweils 44 mm auf den direkt angrenzenden höheren Tischen aufliegt. Ein Widerlager stützt aber genau die letzte Strebe, und hätte ich das Widerlager in den Hang hineingebaut, hätte total unrealistisch ausgeschaut. Deswegen habe ich darauf verzichtet.

2015, in Skaerbaek, konnte ich die Barqueta-Brücke in Sevilla, die ich vor zwei Jahren hier vorstellte, in voller Größe und mit Widerlager zeigen. Die Widerlager habe ich an die Hangbauten der dänischen LEGO-Gemeinschaft Byggepladen, die das Eisenbahnlayout erstellte, angepasst.

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Tschüs, Christian

(Falls Interesse besteht, kann ich noch ein paar Detailbilder von beiden Brücken zeigen, die ein wenig das Innenleben offenlegen.)



Dorothea Williams
30.10.2019, 00:41

Als Antwort auf den Beitrag von Sheriff von Snottingham

Re: Widerlager

Sheriff von Snottingham hat geschrieben:

(Falls Interesse besteht, kann ich noch ein paar Detailbilder von beiden Brücken zeigen, die ein wenig das Innenleben offenlegen.)

Da spreche ich mich sehr dafür aus. Die Bauweise würde mich interessieren.


Nur wenige finden den Weg. Manche erkennen ihn nicht, manche wollen das gar nicht.


ReplicaOfLife
30.10.2019, 19:46

Als Antwort auf den Beitrag von Dorothea Williams

Re: Widerlager

Ein mächtiges Bauwerk! 3m Gesamtlänge sind eine Ansage, und das nur mit einem Stützpfeiler - das deutet auf hohe Stabilität hin


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Visit me on flickr


Dreigurtbrücke und Barquetabrücke - ein paar große Detailbilder und sperriger Text.

Moin,

Heute ist Brückentag! Was liegt da näher, als ein wenig über Brücken zu plaudern?

Auf Wunsch einer einzelnen Dame zeige ich hier noch ein paar Detailbilder. Der Aufbau des Obergurtes der Dreigurtbrücke ist im Prinzip ganz simpel: Zwei Lagen Lochstangen, zwei Lagen Platten und zwei Lagen Brackets, die das ganze im Verbund mit den seitlichen (bunten) 4-breiten Platten zusammenhalten. Das ganze wird oben und unten verstärkt durch graue 4x8/10/12-Platten, die wiederum mit 2x2- und 2x4-Fliesen belegt sind. Das ist schon einigermaßen stabil und sieht auch noch gut aus.

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(Den Schmutzfleck in der weißen Platte bitte ich zu entschuldigen. Die inneren Platten sind halt gebrauchte Teile und nur noch für Unterbau geeignet.)

Ähnlich ist das Gleislager gebaut: zwei 1x16-Steine übereinander, dazwischen zwei Platten, und wieder mit Brackets verklammert. Ist stabil, kostet wenig und hat sich bewährt.

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Der Obergurt und das Gleislager biegt natürlich durch, wenn man ihn, jeder für sich, nur auf die Enden aufliegt. Durchbiegungssteifigkeit bekommt das Konstrukt durch die schrägen Streben, die der Brücke ihre Höhe geben. Dadurch entstehen auch die acht dreieckigen Fächer. Der tatsächliche Schwachpunkt aber sind die kleinen Kugelgelenke als Verbindung zwischen den Streben und Obergurt und Gleislager. Bei Tests haben drei von ihnen die ganze Barqueta-Brücke gehalten:

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Das war aber im Ruhezustand. Wenn nun ein Zug die Brücke befährt, werden die Kugelgelenke im Bereich der Brückenmitte, wo die Zugkräfte durch das Eigengewicht der Brücke sowieso am größten sind, noch mehr belastet, so dass, wenn eines davon nachgibt, eine Kettenreaktion stattfindet und alles zusammenklappt. (Das ging bei fünf Fächern noch gut, nicht aber bei acht Fächern. Deshalb der Mittelpfeiler, der die Brücke in zweimal vier Fächer teilt. Das funktioniert wunderbar.)

Bei der Barqueta-Brücke kam es darauf an, den Obergurt flexibel zu gestalten, damit er sich der Bogenform anpassen kann. Das erreichte ich durch eine niedrige Aufbauhöhe: nur eine Steinhöhe plus Brackets. Weil die Plattenlage darüber minimal gestresst wird, habe ich 2x3-Plättchen genommen (sandfarbene 2x6-Plättchen hatte ich nicht genug) und wechselseitig mit 2x2-Fliesen belegt. Das sorgt für mehr Stabilität und eine angenehme Optik.
Seitlich nahm ich 2x4-Plättchen (Größere Platten machen die Bogenform nicht mit.)

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Ich glaube, das sollte fürs erste reichen. Aber eine Brücke habbich noch! Später.

Tschüs, Christian



Dorothea Williams
01.11.2019, 22:22

Als Antwort auf den Beitrag von Sheriff von Snottingham

Re: Dreigurtbrücke und Barquetabrücke - ein paar große Detailbilder und sperriger Text.

Danke für den Beitrag mit Bild.


Nur wenige finden den Weg. Manche erkennen ihn nicht, manche wollen das gar nicht.


JuL
29.11.2019, 11:47

Als Antwort auf den Beitrag von Sheriff von Snottingham

Vielen Dank! (ohne Text)


„Altgrau“ facere necesse est.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie mir nennen. Ich lerne nämlich gerne dazu (ich bin allerdings „Altschreiber“).


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