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MTM
21.07.2019, 21:41

Editiert von
MTM
21.07.2019, 21:45

Kardan-Frage

Hallo ihr,

ich hab auf New Elementary ein Review zum neuen TECHNIC Autotransporter gelesen und bin über ein Bild gestolpert, was eine Frage aufgeweckt hat, die ich mir schon lange stelle:

Es gibt ja die "klassischen" Kardanwellen - in mehreren Längen-Ausführungen, aber das soll erstmal egal sein:

[image]



Und dann gibt es die neuen Kardanwellen (sind das welche)?, bestehend aus dieser Stielgranate und der Babyflasche:

[image]

[image]



Im Autotransporter 42098 sind beide an einer Achse verbaut, die alte oben (lila eingekreist), die neue unten (rosa):

[image]



Meine Frage nun:

Wann verwendet man welche und welche Vor- und Nachteile haben beide? Vielleicht kann mir einer der TECHNICaffinen eine Hilfe geben.

MTM

Bilder von Bricklink, das letzte ist aus New Elementary und verändert.


LEN Leipzig: Folgt uns bei Instagram: https://www.instagram.com...eisenbahn_modulanlage/


Seeteddy
21.07.2019, 22:05

Als Antwort auf den Beitrag von MTM

Re: Kardan-Frage

Hi Michael,

ich kannte die neue Kardanverbindung (sehr schön beschrieben: Stielgranate-Babyflasche) bisher noch nicht. Trotzdem sehe ich einige Unterschiede in der Wirkungsweise.
Die neue Verbindung erlaubt etwas mehr Spiel längs zur Achsrichtung. Das kann von Vorteil sein, bei gefederten und/oder gelenkten Antriebswellen, wenn, durch die Art der Aufhängung, beim Einlenken, bzw. Einfedern etwas Spiel entsteht.
Die alte Verbindung ist hingegen auch in der Lage, selbst bei Zugkräften entlang der Achse, ohne zusätzliches Widerlager zu arbeiten. Sie öffnet sich also nicht versehentlich beim Auseinanderziehen.

kreative Grüße
Klaus


In Internetforen wimmelt es nur so von fehlerhaften Zitaten.

Johann Wolfgang von Goethe


simtau
21.07.2019, 22:16

Als Antwort auf den Beitrag von MTM

Editiert von
simtau
21.07.2019, 22:17

Re: Kardan-Frage

Hallöchen.

Eigentlich wurde es ja schon gesagt. Der Hauptgrund für die Nutzung ist der verlängerte Schaft in dem eine Achse gleiten kann.
Das ist brauchbar für Konstruktionen wo die Achslänge variiert oder wenn man wie im Bild schräg baut und nicht auf glatte Achslängenwerte kommt.

Des Weiteren passen die Kugelköpfe auch in einige der neueren Lenkungselemente.

siehe hier

Gruß
Simon



stephanderheld
21.07.2019, 22:28

Als Antwort auf den Beitrag von MTM

Re: Kardan-Frage

Hallo,

eigentlich wurde es ja schon von meinen Vorgängern beschrieben.

Soweit ich mich erinnern kann, sitzt das "Babyflaschenteil" nur lose auf der Achse und kann sich in Längsrichtung verschieben, das ist z.B wichtig wenn sich die Position der beiden Kreuzgelenke zueinander verschieben kann, wie bei Federungsvorgängen.

In einem solchen Fall verwendet man ein nicht verschiebliches Kreuz/Kardangelenk zur Führung, und das zweite wird eben achsverschieblich ausgeführt um einen Längenausgleich bei Gelenkpunktverschiebung zu bewerkstelligen.

Bei BMW Motorrädern wird das seit Einführung der Hinterradfederung in Unterschiedlichen Bauarten so gemacht. Und wenn der Längenausgleich mal nicht funktioniert, z.B. wegen festrosten, dann darf ich das wieder ausbügeln (teurer Spaß)


Gruß
Stephan

Evolution ist gnadenlos. Wenn wir unser Gehirn nicht gebrauchen, nimmt es uns die Natur wieder weg


MTM
21.07.2019, 22:47

Als Antwort auf den Beitrag von stephanderheld

Re: Kardan-Frage

Hallo,

erstmal danke für eure Antworten. Das mit der Längsverschiebbarkeit ist mir noch gar nicht aufgefallen.
Ich hatte vermutet, dass die neue Verbindung etwas ruhiger läuft, weil sie ja rund gebaut ist.

Aber dann würde es keinen Sinn machen, dass im gezeigten Modell beide verbaut sind.

MTM


LEN Leipzig: Folgt uns bei Instagram: https://www.instagram.com...eisenbahn_modulanlage/


Mylenium
22.07.2019, 10:07

Als Antwort auf den Beitrag von MTM

Re: Kardan-Frage

Die Längsverschiebung ist ja nicht das einzige Argument. In dem Fall lässt sich das sogar recht einfach erklären - hätte man das konventionelle Kardanelement verwendet, wäre der Überstand der Achse zu lang gewesen und somit der Winkel des schrägen Segments zu steil, so dass sich das ständig verhakt hätte. Stattdesen hat man eben den Achsstummel des alternativen Elements gleich verwendet und mit dem Technic-Verbinder in der Mitte mit dem Rest verbunden.

Mylenium


https://myleniumsbrickcorner.wordpress.com


Ben®
22.07.2019, 10:20

Als Antwort auf den Beitrag von MTM

+7Re: Kardan-Frage

MTM hat geschrieben:


[image]


Kreuzgelenk (Kardangelenk)

[image]

[image]




Kardanwellen
Gleichlaufgelenk


Meine Frage nun:

Wann verwendet man welche und welche Vor- und Nachteile haben beide? Vielleicht kann mir einer der TECHNICaffinen eine Hilfe geben.


Moin MTM,

Als alter Landmaschinenmechaniker und Spezialist in Maschinenelementen - zuviele Jahre an der Uni - möchte ich noch auf den wichtigsten Unterschied aufmerksam machen:

Kreuzgelenke übersetzten die Eingangsgeschwindigkeiten ungleichförmig zur Ausgangsseite (nur bei Null-Einschlag laufen sie gleichförmig).
Mit zwei Kreuzgelenken gleicht sich das aus, wenn beide gleiche Knickwinkel (in einer Ebene gelegen) aufweisen UND wenn beide "Gabeln" am Mittelteil in gleicher Weise montiert sind. (Nie um 90° verdreht zueinander - sonst potenziert sich die Ungleichförmigkeit im Lauf. Böse Schwingungen und Kraftstösse sind die Folge.)

Kreuzwellen sind sehr robust: darum nutzt man sie bei Landwirtschaft und Lkw gerne.

Autos haben heute eigentlich immer gekapselte Gleichlaufgelenke. Die laufen - wie der Name schon sagt - gleichförmig. Sind aber empfindlicher.

Leg Godt!

Ben


[image]



mehr Bilder gibt's hier:

[image]


"blay s....!"


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Lok24
22.07.2019, 10:25

Als Antwort auf den Beitrag von Ben®

Editiert von
Lok24
22.07.2019, 10:31

Re: Kardan-Frage

Hallo Ben,

Das ist ja mal 'ne Antwort,sehr interessant!

Und, bei Lego, der mögliche Winkel des neuen Gelenks ist sehr viel kleiner (30°?)
(Natürlich funktionieren auch die alten nur bei kleinen Winkeln vernünftig)

Grüße

Werner


Wir sind dabei! Am 6. - 8. 9. 2019 zu Gast bei Bricking Bavaria in Fürth



https://www.bricking-bavaria.de/


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