Dalek Sur
10.11.2018, 00:11

Editiert von
Dalek Sur
10.11.2018, 00:14

+27„Zum Moka Efti, Leipziger Straße, schnell!“,...

...wies der Mann den Fahrer an, nachdem er eingestiegen war.
Der Fahrer nickte nur und lenkte das Taxi vom Askanischen Platz in den dichten Verkehr der Königgrätzer Straße, vorbei an der großen Baustelle, wo das moderne Europahaus in den Himmel wuchs.
Es war fast Mitternacht, und man spürte das Brodeln der hell erleuchteten und blinkenden Großstadt.
Jeder einmal in Berlin, so hieß es doch.

Der Fahrer schenkte dem Mann im Fond mit seinem dunklen Mantel und dem tief in die Stirn gezogenen schwarzen Hut nur wenig Beachtung.
Wird wohl nicht der Letzte diese Nacht sein, der es kaum erwarten kann, sich den vielfältigen Vergnügungen der Hauptstadt hinzugeben, dachte er.

Ein Knistern unter seinen Füßen ließ den Mann im dunklen Mantel nach unten schauen.
Ein Berliner Tageblatt im Fussraum, schon verschmutzt; die aktuelle Abendausgabe, Sonnabend, 10. November 1928, Hoover bereist Lateinamerika...
Hat wohl der Fahrgast vor mir liegen lassen, dachte der Mann und hob geistesabwesend den Kopf.
„Ich darf nicht zu spät kommen“, flüsterte er und schloß die Hand fester um die kleine Walther Modell 9 in seiner rechten Manteltasche.
„...nicht zu spät kommen, das Schlimmste verhindern...“, flüsterte der Mann erneut, „nicht zu spät kommen, bevor...“

Aktuell fertiggestelltes einfaches MOC eines typischen Taxis aus den 1920-er Jahren ohne explizites Vorbild; historisch nicht korrekt ist das Taxischild auf dem Dach, nach meinen Recherchen waren die Taxis zu der Zeit als solche nur mit dieser „Karomusterung“ an der Karosserie in unterschiedlichsten Ausführungen gekennzeichnet.
Mir gefällt es aber so besser und wirkt für mich stimmiger.

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Dunkle Grüße!

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Lost unknown member of the Cult of Skaro.


IngoAlthoefer
10.11.2018, 07:28

Als Antwort auf den Beitrag von Dalek Sur

Re: „Zum Moka Efti, Leipziger Straße, schnell!“,...

Hallo Dalek,

Dein Taxi und die Geschichte drumherum gafallen mir sehr.

Einen Wunsch zum Fotografieren habe ich:
Probiere statt Permanent-Parkett doch auch
mal einen anderen Unter-/Hintergrund.

Ingo.


Mein MoC ist fertig, wenn ich
nichts mehr wegnehmen mag.


IngoAlthoefer
10.11.2018, 11:08

Als Antwort auf den Beitrag von Dalek Sur

Re: „Zum Moka Efti, Leipziger Straße, schnell!“, - Berlin-Babylon

Hallo,
das Taxi lässt mir keine Ruhe. Es wirkt fast wie
eine Requisite aus der TV-Serie Berlin-Babylon.

Aus dem "Schinken" kann man doch bestimmt noch andere
Szene/Teile in LEGO umsetzen!? Wer traut sich?

Ingo.


Mein MoC ist fertig, wenn ich
nichts mehr wegnehmen mag.


Dalek Sur
10.11.2018, 11:31

Als Antwort auf den Beitrag von IngoAlthoefer

Editiert von
Dalek Sur
10.11.2018, 11:38

Re: „Zum Moka Efti, Leipziger Straße, schnell!“, - Berlin-Babylon

IngoAlthoefer hat geschrieben:

Hallo,
das Taxi lässt mir keine Ruhe. Es wirkt fast wie
eine Requisite aus der TV-Serie Berlin-Babylon.

Ingo.


Hey Ingo, danke!

In der Tat bin ich u.a. ein "Fan" der Bücher von Volker Kutscher und auch von der Serie Babylon Berlin begeistert ebenso wie von dem Klassiker M - eine Stadt sucht einen Mörder; kann sein, daß dies unbewußt eine Rolle bei der Modellauswahl gespielt hat.
Meine Geschichte spielt allerdings ein Jahr vor den Ereignissen aus Babylon Berlin.
Nun, von mir wird jedenfalls sicher noch etwas in der Richtung kommen.

Übrigens muss ich eingestehen, daß ich mit der "Parkettlösung" als Hinter-/Untergrund zur Modellpräsentation auch nicht wirklich zufrieden bin, ist aber im Moment aus verschiedenen Gründen noch die optimalste Lösung.
Die interne Festplatte arbeitet im Hintergrund aber an Alternativen.


Dunkle Grüße!

E Sapientia Rebellis!
Lost unknown member of the Cult of Skaro.


IngoAlthoefer
10.11.2018, 11:54

Als Antwort auf den Beitrag von Dalek Sur

Berlin in der Weimarer Republik

Hallo Dalek,

Dalek Sur hat geschrieben:

In der Tat bin ich u.a. ein "Fan" der
Bücher von Volker Kutscher und auch von der Serie
Babylon Berlin begeistert ebenso wie von
dem Klassiker M - eine Stadt sucht einen Mörder; ...

ich recherchiere seit einiger Zeit zur Mathematik-Geschichte,
insbesondere auch zu Personen aus dem Mathematischen Berlin
der Weimarer Republik (Lothar Collatz, Hilda Geiringer, Emanuel
Lasker, Ralf Lohan, Richard von Mises, Roland Sprague, den Eltern
von Alexander Grothendieck).
Da spielt das atmosphärische Drumherum auch eine gewisse Rolle.

****************************

Übrigens muss ich eingestehen, daß ich mit der "Parkettlösung"
als Hinter-/Untergrund zur Modellpräsentation
auch nicht wirklich zufrieden bin,

Tipp eines Pragmatikers: Du baust ja (bisher) eher kleine
Sachen. Da können schöne (einfarbige) Fussmatten aus
dem Baumarkt helfen. Und wenn Du keine kaufen willst,
nimm einfach Deine MoCs mit in den Baumarkt und mache
da die Fotos.

Ingo.

PS. "Unser" Dirk1313 hat ein sehr tolles und grosses Berlin-Ensemble
(1920er Jahre) gebaut und auch schon ausgestellt, zun Beispiel beim
Berliner Steinewahn 2018. Auf einer weiteren Ausstellung will er es
wohl noch zeigen...


Mein MoC ist fertig, wenn ich
nichts mehr wegnehmen mag.


Jojo
10.11.2018, 12:32

Als Antwort auf den Beitrag von Dalek Sur

Re: „Zum Moka Efti, Leipziger Straße, schnell!“,...

Hallo!


Lego Noir. Sehr angenehm.

Zwecks Photographierens gehst du in einen Bastelladen/Kreativ-Shop/whatever und kaufst acht Fotokartons: Zwei weiße, zwei schwarze, zwei grüne und zwei hellblaue. Oder auch nur einen jeder Sorte. Je nach abzulichtendem MOC legst du einen weißen oder schwarzen Karton (oder bei größeren Bauten auch mal zwei. Drum.) so auf Wand und Boden, daß der Knick eine Biegung ist und der Karton gleichzeitig Hintergrund und Untergrund bildet, stellst dein MOC darauf, leuchtest es aus und drückst ab. Gegebenenfalls kannst du auch mit dem hellblauen Karton einen himmlischen Hintergrund und mit dem grünen einen grasigen Untergrund simulieren.


Tshüß
Jojo


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Dalek Sur
10.11.2018, 15:38

Als Antwort auf den Beitrag von IngoAlthoefer

Re: Berlin in der Weimarer Republik

@Ingo:

Mich interessieren an der Weimarer Republik die Bereiche Politik und Kultur.
Politisch die tragischen Vorgänge einer verpassten Chance, ein progressives, freies und gerechtes Staatsgebilde aufzubauen.
Kulturell war das nach meiner Ansicht eine großartige, innovative und progressive Zeit in Musik, Film, Literatur, Philosophie, Architektur, Kunst...
Jedenfalls meine ich, daß es aus dieser Zeit noch viel Interessantes in vielen Bereichen und Interessensgebieten zu entdecken gibt!

Kann sein, daß mir schon mal ein paar Pics von Dirk1313 seinem 1920-er-Berlin untergekommen sind; erinnere mich, daß ich es toll fand und an einige Automobile auch auf Fabuland-Chassis.
Werde danach nochmal suchen!

@Ingo + Jojo:

Danke für die Tipps in Sachen Fotohintergründe!
Ich bin (und will auch gar nicht mehr sein) ja doch eher so der Schnappschießer mit Uralt-Digicam und meine Bildbearbeitung beschränkt sich auf Bilder zuschneiden oder ggf. verkleinern / vergrößern.
Ich versuche natürlich, mit meinen Mitteln und Fähigkeiten einigermaßen akzeptable Pics hier einzustellen, und da werde ich eure Vorschläge und Anregungen für zukünftige Fotosessions meiner kleinen Modelle in meine Überlegungen zur Präsentation mit einfließen lassen.


Dunkle Grüße!

E Sapientia Rebellis!
Lost unknown member of the Cult of Skaro.


Dirk1313
10.11.2018, 15:48

Als Antwort auf den Beitrag von Dalek Sur

Editiert von
Dirk1313
10.11.2018, 15:49

Re: Berlin in der Weimarer Republik - Berlin 1920

Dalek Sur hat geschrieben:


Kann sein, daß mir schon mal ein paar Pics von Dirk1313 seinem 1920-er-Berlin untergekommen sind; erinnere mich, daß ich es toll fand und an einige Automobile auch auf Fabuland-Chassis.


Damit kann ich dienen:
https://www.1000steine.de...amp;id=395255#id395255
https://www.1000steine.de...amp;id=379749#id379749
https://www.1000steine.de...amp;id=393353#id393353

https://photos.app.goo.gl/Dr7MUFLTj6GBHd2s2
https://photos.app.goo.gl/zU03LV4Lq2rp57JB3

Und am nächsten Wochenende - ab Freitag 16.11.19 in München im MOC nochmal für drei Tage zu sehen.


Viele Grüße
Dirk - Mail

[image]


Dalek Sur
10.11.2018, 16:10

Als Antwort auf den Beitrag von Dirk1313

Re: Berlin in der Weimarer Republik - Berlin 1920

...cool, danke!
Wäre die natürlich Umgebung für mein Taxi.


Dunkle Grüße!

E Sapientia Rebellis!
Lost unknown member of the Cult of Skaro.


IngoAlthoefer
10.11.2018, 16:18

Als Antwort auf den Beitrag von Dalek Sur

Re: Berlin in der Weimarer Republik

An die Forumsleitung: Bitte um Entschuldigung
für das weite Ausholen. Wird nicht oft vorkommen.


Hallo Dalek,

Dalek Sur hat geschrieben:

Mich interessieren an der Weimarer Republik die
Bereiche Politik und Kultur. Politisch die tragischen
Vorgänge einer verpassten Chance, ein progressives,
freies und gerechtes Staatsgebilde aufzubauen.

Ich sehe die Weimarer Republik auch als Teil
einer Kette in der deutschen Geschichte; hier
mal nur einige Stationen

* deutsch/französischer Krieg 1870/71 mit einem unseligen "Friedens"vertrag

* daraus folgend am Ende des 1. Weltkriegs der ebenso unselige
Friedensvertrag von Versailles, der viele Deutsche schlimm verbitterte

* auch daraus folgend die verpassten Chancen in der
Weimarer Republik - und der Aufstieg der NaZis

* in der Bundesrepublik die Geschichte der RAF
(sehr lesenswert die Doppelbiographie "Baader und
Herold" von Dorothea Hauser). Speziell das Leben von
Horst Herold versteht man besser, wenn man seine
Herkunft und Familiengeschichte kennt.

*************************************************************

Kulturell war das nach meiner Ansicht eine
großartige, innovative und progressive Zeit
in Musik, Film, Literatur, Philosophie, Architektur,
Kunst...

... und Wissenschaft, inclusive der Mathematik.

Ohne dass ich es damals als Student in den frühen
1980er Jahren wusste, hängt mein persönlicher
mathematischer Werdegang wesentlich an einem Buch
des Mathematikers und Schachweltmeisters Dr.
Emanuel Lasker: "Brettspiele der Völker" (1931).
Naiv betrachtet ist es ein Spielebuch; es hat aber
zwei mathematisch relevante Kapitel.

Ingo.


Mein MoC ist fertig, wenn ich
nichts mehr wegnehmen mag.


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