Dirk1313
06.11.2018, 09:17

+11LEGO gewinnt Prozess in China gegen LEPIN

Hallo,

Nun hat LEGO das Ergebnis des Gerichtsprozess in China in einer Pressemitteilung verkündet:
https://www.lego.com/de-d...8/november/lepin-case/

Drei Firmen, darunter Shantou Meizhi Model Co., Ltd. werden beschuldigt18 LEGO® Sets und etliche LEGO Minifiguren kopiert zu haben sowie unfairen Wettbewerb betrieben zu haben.

Das Gericht entschied, neben anderen Strafen, dass die vier Angeklagten die Herstellung, den Verkauf und das Ausstellen der betroffenen Produkte sofort einzustellen haben. Außerdem wurden sie zur Zahlung von ca. 4.5 RMB (ca. 570.000 Euro) an die LEGO Group verurteilt.

Alles Weitere in der englischsprachigen Pressemitteilung.


Viele Grüße
Dirk - Mail

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Dirk1313
07.11.2018, 19:20

Als Antwort auf den Beitrag von HoMa

Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

HoMa hat geschrieben:


Und somit verabschiedet sich LEGO auch von seinem bislang gelebten Vorsatz, kultur- bzw. religionsneutrales Spielzeug zu produzieren? Vielleicht gibt es dann ja doch bald katholische LEGO Kirchen für Bayern, protestantische LEGO Kirchen für Brandenburg, anglikanische LEGO Kirchen für Länder dieser Glaubensrichtung und LEGO Moscheen für den Markt in islamischen Ländern? ...


Lieber Holger,

Diesen Kommentar kann ich nicht ganz nachvollziehen. Schließlich gibt es doch schon lange von LEGO Sets mit kulturellen und religiösen Bezügen.
Ganz oben of der Liste stehen da alle möglichen weihnachtlichen Sets. Nur weil die nicht mehr weihnachtlich heißen - wie es früher mal war - sind es doch ganz klare religiöse und vor allem kulturelle Bezüge. Weiter gehts mit Valentinstag, Halloween und was weiß ich noch. Auch Sets mit Bezug zu China gabs schon: z.B. zum Jahr des Hundes.

Und außerdem haben diverse Minifiguren z.B. aus der Sammelserie kulturelle Bezüge.


Viele Grüße
Dirk - Mail

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Carrera124
07.11.2018, 19:34

Als Antwort auf den Beitrag von dixip

+1Re: LEGO gewinnt Prozess in China gegen LEPIN

dixip hat geschrieben:


Bei der Bandbreite an Sets und Steinen kann ich schon verstehen, dass man da ne gewisse Planung drin haben will, also irgendwas auch mal aussortiert oder auf Eis legt, woanders dann mal 15 Sets mit Achterbahnschienen auf den Markt bringt etc. Man will ja nicht auf Jahre jeden Stein in jeder Farbe produzieren müssen bzw. halb Dänemark zum Steinelager umfunktionieren.


Das stimmt, aber andererseits zwingt ja niemand die dänische Firma, jedes Jahr diese irrsinnige Bandbreite an neuen Sets aufzulegen. Laut Bricklink sind wir mittlerweile bei nominell 700 neuen Sets pro Jahr angekommen. Mindestens die Hälfte davon sind Minifigs und sonstiger Kleinkram, bleiben immer noch mehr als 300 "echte" neue Sets pro Jahr. Warum? Was spräche dagegen, gut laufende Sets auch mal 5-6 Jahre lang unverändert im Sortiment zu belassen? Oder vergriffene Sammlerstücke völlig identisch (bis hin zur Setnummer) neu aufzulegen? Am Sammler- und Spekulationsmarkt verdient Lego ja rein garnichts, deren Einbußen können ihnen also völlig schnurz sein. Und wenn es jedes Jahr x neue Teile gibt, kann es ja auch nicht so schwierig sein, ein altes Teil nochmal neu aufzulegen.



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Jojo
07.11.2018, 20:08

Als Antwort auf den Beitrag von Mylenium

+4Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

Hallo!

Mylenium hat geschrieben:
Aber will man wirklich irgendwelche Sets haben, dewren kultureller Kontext ein völlig anderer ist?

Warum denn nicht? Ninjago läuft doch auch gut. Die Architektursets aus allen Kulturen ebenfalls.
Ich selbst habe mit dem chinesischen Neujahr und der damit zusammenhängenden Astrologie ähnlich wenig am Hut wie mit dem julianisch-gregorianischen Neujahr und der hiesigen Astrologie. Dennoch bedurfte es nur eines einzigen Blicks auf eins der Bilder vom Neujahrsset, um es sofort haben zu wollen.

Sammeln um des Sammelns Willen dürfte auch hier recht wenig bringen, weil es schon unwahrscheinlich ist, dass außerhelb des spezifischen Kulturkreises, abgesehen vom Kuriositätenfaktor, irgendwelche sinnvollen Wertsteigerungen zu erwarten sind.

Da kennst du aber die Sammler schlecht! Je exklusiver und schwieriger zu bekommen, desto begehrenswerter! Da sind Thema, Inhalt und Ausgestaltung der Lego-Sets tendenziell so nebensächlich, wie es der ästhetische Wert der roten Mauritius ist. Es geht auch gar nicht unbedingt jedem Sammler immer um die zu erwartende Wertsteigerung; manch einer möchte die Sammelgegenstände auch einfach bloß haben. Davon abgesehen wüßte ich aber nicht, wieso es für China-exklusive Sets keine Wertsteigerung geben sollte?

Es wird ja nicht unbedingt ein chinesischer Milliardär hier klingeln. Ich bin da skeptisch.

Der chinesische Milliardär braucht auch gar nicht hier zu klingeln, weil er die Sets ja ganz einfach für wenige Yuan im örtlichen Spielzeugladen hat kaufen lassen. Aber alle legointeressierten Nichtmilliardäre im Rest der Welt klingeln dann.



Tschüß
Jojo


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Mylenium
08.11.2018, 08:39

Als Antwort auf den Beitrag von dixip

Editiert von
Mylenium
08.11.2018, 08:48

+2Re: LEGO gewinnt Prozess in China gegen LEPIN

dixip hat geschrieben:

Mylenium hat geschrieben:
Umgekehrt gibt es doch für manche Sets überhaupt keinen Grund, die nach zwei Jahren oder so vom Markt zu nehmen. Manches verkauft sich immer und ich möchte gar nicht wissen, wie sich Lepin die Hände reibt, wenn plötzlich das Pariser Restaurant weggeht wie warme Semmeln, weil LEGO es aus dem Programm schmeißt...


Bei der Bandbreite an Sets und Steinen kann ich schon verstehen, dass man da ne gewisse Planung drin haben will, also irgendwas auch mal aussortiert oder auf Eis legt, woanders dann mal 15 Sets mit Achterbahnschienen auf den Markt bringt etc. Man will ja nicht auf Jahre jeden Stein in jeder Farbe produzieren müssen bzw. halb Dänemark zum Steinelager umfunktionieren.


Den Punkt bestreitet auch keiner, allerdings sehe ich persönlich jetzt keinen Grund z.B. bei Friends fast jedes Jahr das komplette Programm zu tauschen oder zu jedem Star Wars Film fünf Millionen Sets auf den Markt zu werfen und damit ältere, fast identische Sets quasi 1:1 zu ersetzen, nur in teuer. Nicht falsch verstehen: Gegen neue Sets hab ich grundsätzlich nix, bloß für meinen Geschmack regiert bei LEGO zur Zeit zu sehr die Gier. Die (Design-)Qualität vieler neuer Modelle ist schlecht oder bringt zumindest im Vergleich zu den jeweiligen Vorgängersets oftmals keine Verbesserung. In Anbetracht dieses Punktes bleibe ich auch dabei, dass die "Zwangspensionierung" mancher älterer Sets keinen Sinn macht, wenn sie durch Schrott ersetzt werden, den keiner haben will. LEGO tut sich ja damit auch selber keinen Gefallen und landet trotzdem bei dem Problem, dann halb Dänemark zum Lager umfunktionieren zu müssen, wie du das so sagst, weil Zeug sich nur zäh verkauft. Das gleiche Argument könnte man auch anwenden, weil anhand der Masse selbst der größte LEGO-Fan es gar nicht mehr schafft, alle Sets zu kaufen. Soll heißen: Irgendwas verpasst man eigentlich immer bzw. poetisch gesagt irgendeinen Kunden erwischt LEGO deswegen trotzdem nicht. Unabhängig davon kommt man nicht umhin, dass manches einfach irgendwie immer geht und es wäre doch auch für LEGO entspannter, nicht ständig das Rad neu erfinden zu müssen oder sich halbgare Ideen aus der Nase ziehen zu müssen. Für mich bleibt es zusammenfassend also dabei: Aus meiner Sicht muss LEGO mal wieder auf'n Teppich kommen und eine andere Strategie hier fahren.

Mylenium


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Mylenium
08.11.2018, 08:47

Als Antwort auf den Beitrag von Jojo

Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

Jojo hat geschrieben:
Mylenium hat geschrieben:
Aber will man wirklich irgendwelche Sets haben, dewren kultureller Kontext ein völlig anderer ist?

Warum denn nicht? Ninjago läuft doch auch gut. Die Architektursets aus allen Kulturen ebenfalls.
Ich selbst habe mit dem chinesischen Neujahr und der damit zusammenhängenden Astrologie ähnlich wenig am Hut wie mit dem julianisch-gregorianischen Neujahr und der hiesigen Astrologie. Dennoch bedurfte es nur eines einzigen Blicks auf eins der Bilder vom Neujahrsset, um es sofort haben zu wollen.



Dir ist aber klar, dass Ninjago die "Romantikversion" von dem ist, was in der westlichen Welt gern als "asiatisch" gesehen wird? Ich persönlich glaube nicht, dass sich hingegen außerhalb Chinas wirklich jemand für ein Set z.B. über irgendwelche chinesischen Bauernkriege oder andere Dinge interessieren würde, von denen ein Großteil der Bevölkerung hier noch nichtmal was gehört hat. Das könnte extrem Hardcore rüberkommen und wäre vermutlich unattraktiv und irrelevant aus europäischer Sicht. Natürlich hast du recht, dass das bestimmte Sammler nicht abhalten wird, aber ich glaube weiterhin, dass das zumindest in unseren Breiten nie ein besonders begehrtes und lebendiges Sujet wäre...

Mylenium


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Jojo
08.11.2018, 15:03

Als Antwort auf den Beitrag von Mylenium

+1Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

Hallo!

Mylenium hat geschrieben:

Dir ist aber klar, dass Ninjago die "Romantikversion" von dem ist, was in der westlichen Welt gern als "asiatisch" gesehen wird?

Das war mir nicht klar; danke für die Aufklärung! Ich hielt es für die Dieselpunk- oder Mech(a)-Variante des Ninja-Sujets.

Ich persönlich glaube nicht, dass sich hingegen außerhalb Chinas wirklich jemand für ein Set z.B. über irgendwelche chinesischen Bauernkriege oder andere Dinge interessieren würde, von denen ein Großteil der Bevölkerung hier noch nichtmal was gehört hat.

Dein persönlicher Glaube soll dir unbenommen bleiben. Freilich war hier nicht von irgendwelchen chinesischen Bauernkriegen die Rede, sondern zunächst vom chinesischen Neujahrsfest, welches durchaus bisweilen (nämlich immer dann, wenn es stattfindet) auch in hiesigen Morgenmagazinen Erwähnung findet.

Das könnte extrem Hardcore rüberkommen und wäre vermutlich unattraktiv und irrelevant aus europäischer Sicht.

Das könnte sein. Andererseits fanden zum Beispiel Filme wie "Hero" oder "Tiger & Dragon" auch im westlichen Kulturraum Anerkennung, also, wer weiß.


Tschüß
Jojo


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Mylenium
08.11.2018, 16:11

Als Antwort auf den Beitrag von Jojo

Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

Jojo hat geschrieben:

Ich hielt es für die Dieselpunk- oder Mech(a)-Variante des Ninja-Sujets.


Aber auch diese Sichtweise ist doch letzten Endes nur ein (westlich geprägtes?) Klischee!? Nach dem, was ich zu dem Thema weiß, waren die meisten Samurais ja auch eher arme Bauern und Söldner, nicht die glorifizierten Superhelden, als die sie immer dargestellt werden. Ich bin mir sicher, ähnlich könnte man den Faden weiterspinnen. Soll heißen, wenn es wirklich mal solche Sets gäbe, wäre zumindest ein kleiner Kulturschock sicher unvermeidlich, egal wie sehr man das aufpoliert und massenkompatibel macht.... My 2 Cents.

Mylenium


https://myleniumsbrickcorner.wordpress.com


Navigation
08.11.2018, 18:22

Als Antwort auf den Beitrag von Mylenium

Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

Mylenium hat geschrieben:

Jojo hat geschrieben:
Ich hielt es für die Dieselpunk- oder Mech(a)-Variante des Ninja-Sujets.


Aber auch diese Sichtweise ist doch letzten Endes nur ein (westlich geprägtes?) Klischee!?


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JuL
11.11.2018, 06:31

Als Antwort auf den Beitrag von HoMa

Re: ... und verstärkt seine marktspezifischen Aktivtäten vor Ort in China

Saluton!

„We're sorry we can't seem to find the page you are looking for.“
Hm…

Ad LEGO!
JuL


„Altgrau“ facere necesse est.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie mir nennen. Ich lerne nämlich gerne dazu (ich bin allerdings „Altschreiber“).


JuL
11.11.2018, 07:02

Als Antwort auf den Beitrag von dixip

Re: LEGO gewinnt Prozess in China gegen LEPIN

Saluton!

dixip hat geschrieben:

Ich kauf ja auch nicht von einem Drittanbieter deren eigene Sets, weil da ein 2000-Teile-Set nur 80€ kostet. Ich kaufe Lego. Und Lepin ist nicht Lego. Dann hab ich Nicht-Lego, was wie Lego aussieht, und mich dann 50€ statt 500€ pro Set gekostet hat, was aber egal ist, weil es ja nicht 500€ wert ist.

Nun, auch LEGO ist/war bekanntlich ein Plagiat. Seit langem stark verbessert (Röhren
für die Klemmkraft), aber wenn Du LEGO kaufst, kaufst Du eigentlich nicht das Original.
Und dann kann man IMHO auch Plagiate des Plagiats kaufen*. LEPIN & Co. halte ich
also nicht das Nachmachen der Steine vor (nicht einmal, was Minifigs angeht, auch
wenn da die rechtliche Situation ja noch anders ist**), sondern das Plagiieren der
Sets, ganz besonders der Fansets!

*: Der Trabbi von Cobi war auf der Intermodellbau im Frühjahr leider nicht zu kaufen …
**: Auch hier können, wie es LEGO selbst gemacht hat, Plagiateure übrigens sogar
Verbesserungen einbauen: Vor längerer Zeit kaufte ich einen China-Klon eines
Toy-Story-Aliens, weil dessen kurze Beine nämlich wie die normalen beweglich waren
– seitdem frage ich mich, warum LEGO das nicht selbst so gemacht hat. Und (z.B.)
Thomas52xxx weiß ja von vielen interessanten anderen Klonsteinen zu berichten.

Und was den Wert angeht: Der Wiederverkaufswert ist mir eher egal. Ich will bauen.

Ad LEGO!
JuL


„Altgrau“ facere necesse est.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie mir nennen. Ich lerne nämlich gerne dazu (ich bin allerdings „Altschreiber“).


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