Lok24
20.01.2016, 12:09

Editiert von
Lok24
20.01.2016, 12:15

+1Welche Programme zum Konstruieren und Nachbearbeiten gibt es?

Hallo zusammen,

angeregt durch Holgers Posting und Dirks Statement zum LDD möchte ich hier mal sammeln, was es so an Software gibt.

Was ich bisher verstanden habe:

MLCad - Konstruktion
LDraw - Konstruktion
LDD - Konstruktion
????? - Konstruktion
LDview - nur Anzeige
LPub - Anleitungen
POV-Ray - Rendering

Ich lege nachher mal eine Tabelle an.
Schritt 1.) Sammlung der Programme und Tools
Schritt 2.) Kompatibilität
Schritt 3.) Bewertung

Oder so ähnlich....

Momentan sind wir bei Schritt 1.)


Grüße


Werner



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HoMa
20.01.2016, 14:20

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Editiert von
HoMa
20.01.2016, 14:31

+7Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Hallo,

ich versuche das Ganze noch mal zusammen zu tragen. Sicherlich mit dem Fokus auf den Tools, die ich benutze. Es gibt sicherlich auch andere bzw. auf anderen Betriebssystemen andere Tools, die im Prinzip aber das gleiche machen.

Wer virtuell LEGO bauen will, wird um die ein oder anderen Englisch- und Informatik-Kenntnisse nicht herum kommen. Wie unten geschrieben, hier sind IT-affine AFOLs am Werk und erschaffen Software, nicht etwa Apple, Microsoft, Google und Co. die Herrscharen von Menschen beschäftigen, dass wir Anwender auch ohne Informatikkenntnisse deren Produkte kaufen und nutzen.

www.ldraw.org

www.ldraw.org ist die zentrale Stelle im Web für virtuelles LEGO bauen. Neben dem dortigen Forum scheint aber das entsprechende Forum auf eurobricks.com aktiver zu sein (http://www.ldraw.org/article/104.html). Auf ldraw.org kann man sich einen sog. "All-in-one-Installer" runterladen. Das ist ein kleines Programm, das alle notwendigen eigenständigen Programme installiert, die notwendig sind. Man kann beim Installieren auch entscheiden, was man haben möchte und was nicht. In unregelmäßigen Abständen gibt es auch neue Versionen diese All-in-one-Installers. Was ich selber noch nicht genau weiß ist, ob es sinnvoll ist, bei einer laufenden LEGO CAD Umgebung aus diversen Tools einen Update via All-in-one-Installer zu fahren oder die einzelnen Tools separat zu aktualisieren.

LDraw

Der leider verstorbene Australier (?) James Jessiman hat in den 90er-Jahren (?) den Grundstein gelegt und das System "LDraw" (LEGO Zeichnen) erfunden. Damit werden LEGO Bauteile als 3D-Objekte in Vektoren beschrieben. Ein Bauteil wird als .dat Datei gespeichert und kann von einem einfachen Texteditor angeschaut werden. Als Laie sieht man nur Zahlenreihen und versteht Bahnhof. Aber auf diesem Grundstein baut im Prinzip alles andere auf.

MLCad

[image]



Die Software MLCad (Michael Lachmann Cad) ist ein Editor, um virtuelle Bauteile im .dat Format sichtbar zu machen und damit virtuel zu bauen. Die Oberfläche erinnert eher an Software von vor 20 Jahren, aber es funktioniert (wenn man sich eingedacht hat). Anstatt in einer 3D-Ansicht arbeitet man in einer der drei 2D-Ansichten. Diese kann man nach Belieben einstellen, im Default sieht man das Modell von oben und von zwei unterschiedlichen Seiten. Im vierten Fenster wird eine 3D-Ansicht zur Laufzeit gerendert und man bekommt einen kleinen Vorgeschmack.

Die Teielauswahl erfolgt im linken Bereich über den Baum (man kann sich eigenen Favoriten usw. in diesem Baum anlegen) oder über die Vorschau unten links. Die Suche nach Bauteilenamen und Nummer ist auch möglich. Allerdings unterscheidet sich die Klassifikation der Teile sehr oft zur der bei Bricklink. Aber mit der Teilenummer aus Bricklink kommt man auch in MLCad recht weit. Die Farben in MLCad bzw. im LDraw System werden durch Ziffern angeben (9 = schwarz, 1 = blau, 47 = transparent/clear) ... auch hier findet man Listen, die die BL-Farbnamen mit den LDraw-Nummern auflisten.

Die Autoren, die neue Bauteile für LDraw konstruieren und beisteuern durchlaufen einen mehr oder weniger strengen Review-Prozess bis ein Bauteil als neues .dat tatsächlich offiziell verfügbar ist. Da wird dann aber auch drauf geachtet, dass das LEGO Logo auf der Noppe richtig orientiert ist usw.

MLCad kennt verschiedene Modi, zum Beispiel zum Bearbeiten oder zum schrittweise Angucken der Bauschritte. Desweiteren wird im "Grid" (Gitter/Raster) unterschieden, wie man Teile bewegt. Das feine Raster ist dann notwendig, wenn Teile SNOT irgendwo hin gebaut werden müssen oder Pins in Lochbalken genau versenkt werden sollen. Ein automatisches "Einrasten" wie es LDD kennt, gibt es in MLCad nicht. Man kann auch problemlos Teile ineinander schieben und Konstruktionen erfinden, die man im realen Leben nie bauen kann. Damit man sich im feinen Raster nicht verzettelt bietet sich das mittlere Gitter/Raster an. Damit kann man sicher sein, dass die Abstände von Bauteilen nebeneinander und übereinander auch stimmen.

Oberhalb der vier Ansichten kann man dazu auch noch den Text-Modus seines virtuellen Bauwerks sehen und die genaue Position und Drehung ablesen. Hier werden auch die Bauschritt "Step" oder Roationssschritte (wenn ein Modell während des Baus mal gedreht werden muss, um die Rück-/Unterseite zu sehen) eingefügt.

Dann gibt es noch eine ganze nette an Spezialthemen, die zum Teil auch über andere Software-Tools abgearbeitet werden, die von MLCad aus automatisch angesprochen werden. Hier sind zu nennen:
- Buffer Exchange: In Schritt 1 soll die Baugruppe über dem Hauptmodell schweben und ein Pfeil soll andeuten, wie diese Baugruppe in das Hauptmodell einzupflegen ist. In Schritt 2 soll aber nur noch die Baugruppe an ihrem Bestimmungsort zu sehen sein. Natürlich sollen die Bauteile nicht doppelt gezählt werden. Das geht mit einem "Buffer Exchange".
- Minifig Generator (zum Zusammenstellen einer Minifigur)
- Generatoren für Schläuche, Pfeile, Grundplatten, Gummiringe
- LSynth: Ist ein Kommandozeilentool, das hilft Schläuche, Kabel usw. zu erzeugen. Man setzt dazu sogenannte "Contraints" (mindestens als Anfangs- und Endpunkt) in sein Modell und LSynth verbindet diese Constraints dann mit kleinen Scheibchen eines Schlauchs oder Kabels und erzeugt somit ein individuell geformten Schlauch oder Kabel. Das setzen der Constraints erfordert etwas Übung. Aber wenn man geduldig war, kann so was dabei rauskommen:

[image]



Die Datei, die man in MLCad erstellt, ist entweder eine .ldr oder .mpd, eine .ldr ist ein Modell in einem CAD Modell, also die einfachere Variante. Wenn es um Unterbaugruppen geht, dann kommt man um ein .mpd nicht herum. Hier werden viele .ldr zu einer Datei zusammengefasst und man kann in MLCad auswählen, welche man davon bearbeiten will. Wenn zum Beispiel links und rechts das gleiche Vordach benötigt wird, dann kann man das Vordach als ein Modell innerhalb der .mpd nur einmal bauen und dann zweimal ins Hauptmodell einfügen. Die Untermodell erscheinen dann links im Bauteilebaum unter "Document".

LDView

[image]



Mit LDView (~ LEGO Digital View ??) kann man ein .ldr oder .mpd anschauen und mit der Maus das Modell ganz schön herumwirbeln. Man kann die Kameraposition aber auch genau als Koordinaten eingeben. LDView erlaubt auch eine schrittweise Ansicht des Modells (wenn man in MLCad "Steps" eingefügt hat). Als Export kann LDView einen Screenshot als .png speichern, eine Teileliste als .html (mit Bildreferenz in die Peeron-Datenbank, die auch nicht alle Teile als Bildchen vorrätig hat) speichern oder ein .pov exportieren, das man mit POV-Ray rendern kann. Früher gab es für den Export nach .pov ein anderes Tool (Lglite ??) mit dem man etwas genauer Licht und Kameraposition definieren konnte. Wer was schickes rendern will, wird aber nicht umhin kommen, sich auch mit der Syntax einer .pov Datei auseinander zu setzen. Aber auch hier gibt es genug Hilfe im Web, POV-Ray ist ja nicht zum Rendern von LEGO gemacht, sondern ein allgemeines Tool zum Rendern virtueller Welten. (Wobei die Bildersuche auf google nach POV-Ray Bildern erstaunlich viele LEGO Renderings zum Vorschein bringt.)

Wenn die Reise Richtung Rendering gehen soll, dann lohnt dieses Tutorial: www.eurobricks.com/forum/index.php?showtopic=65876

LPub

LPub (LEGO Publisher ??) ist ein Tool mit Bauanleitungen aus .mpd bzw. .ldr Dateien erzeugt werden können. Hierzu ist viel Try and Error angesagt und viel Geduld. Im Prinzip erzeugt LPub zu jedem Step ein Bild des Modells und die Bilchen für die Teileliste, die links oben pro Bauschritt angezeigt wird. Im Default wird auf eine Seite nur ein Bauschritt ausgegeben. Man kann aber den nächsten Schritt auf die aktuelle Seite vorziehen. Eine nicht wirklich zu durschauende Magic sorgt dann dafür, diese beiden Schritte auf einer Seite anzuzeigen. Abhängig vom Modell und der eingestellten Papiergröße kann man so die Seite mit den gewünschten Schritten füllen.

Untermodell kann man als sog. "Callouts" definieren, diese landen dann in einer LEGO Anleitung typischen Box und ein Pfeil zeigt auf das Hauptmodell. Wenn man Baugruppen in Baugruppen verwendet, dann kann man auch Callouts in Callouts erzeugen.

Ähnlich wie in MLCad sieht man neben der Ansicht der aktuellen Seite der Anleitung auch einen Texteditor mit der .ldr/.mpd Datei und den ganzen LPub Kommandos, die während der Erstellung der Bauanleitung noch dazu geschrieben werden. Daher vor dem Öffnen einer .ldr/.mpd in LPub eine Sicherungskopie anlegen, falls man sich in LPub verhaspelt (was gerne mal passieren kann). In diesem Editor kann man auch weitere Schritte einfügen oder neue Seiten oder am Ende die "BOM" Bill of Materials (die Teileliste).

Tricky wird es, wenn man in der Teileliste pro Schritt was anderes zeigen will als im Modell verbaut wird. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man einen PF-Motor einbaut. In MLCad hat man dazu die Bauteile a) Motor, b) Stecker und c) das LSynth Kabel. In der Teileliste in LPub will man aber nur den Motor mit Kabel und Stecker als ein Bauteil sehen, da der Motor ja nicht vom Kabel getrennt werden kann. Aber auch dazu gibt es Lösungen ...

Das folgende Bild zeigt meinen ersten Versuch, noch ohne die Lösung zu kennen. Aber auf eurobricks wurde mir geholfen.

[image]



Damit LPub richtig arbeit ist ein sehr großer Arbeitsspeicher empfehlenswert. Im Hintergrund müssen zig Bildchen gerendert werden und das kann immer mal wieder dauern. Daher kann man im LPub Editor leider nicht so schnell durch die Seiten blättern. Ich erzeuge daher meist erstmal ein PDF der Anleitung, das zwingt LPub dazu, alle Schritte und alle Teile zu rendern. Im nächsten Schritt kann man sich dann auf die Gestaltung der Seiten festlegen ... was wie gesagt auch leicht zum Horror ausarten kann, da "What You See Is What You Get" nicht immer so funktioniert, wie man das denken würde.

Was die Gestaltung angeht können diverse Default-Einstellungen global oder am aktuellen Schritt überschrieben werden.
- Auflösung der gerenderten Grafiken (dies sollte man einmal festlegen und nicht zwischendurch ändern, da sonst alles durcheinander gerät)
- Seitengröße
- Größe der Bilder im Bauschritt, in der Teileliste pro Bauschritt, in der Gesamtteileliste
- Schriftart, -größe, -farbe usw. für div. Zahlen wie Seitenzahlen, Schrittnummern, Schrittnummern in Callout-Boxen, Angaben zur Menge der Teile und Angaben zur Länge der Teile (bei Technic Achsen) usw.
- Farben für Hintergründe der verschiedenen Callout-Ebenen
- Gestaltung der Ränder der Callout-Boxen mit mehr oder weniger runden Ecken usw.

Folgendes Tutorial fand ich ganz hilfreich: https://sites.google.com/site/workingwithlpub/

Es gibt wohl auch ein LPub 3D, allerdings habe ich das noch nicht ausprobiert. Ich wäre auch dankbar für Hinweise über bessere Tools zum Erstellen von Bauanleitungen.

----

Soweit mal ein kleiner Überblick über LEGO CAD Tools, die ich selber im Einsatz habe. Wie gesagt, es gibt noch viele andere und jeder hat so seine Vorlieben, mit was er bzw. sie am besten zurecht kommt.

Das (uralte aber sehr gute) Buch "Virtual LEGO - The Official LDraw.org guide to LDraw Tools for Windows" liegt immer bereit, wenn es ums digitale Bauen geht. Eine weitere wertvolle Online-Ressource ist die Webseite http://www.holly-wood.it/index-de.html

1000grüße
HoMa


HoMa's World of Bricks


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Dorothea Williams
21.01.2016, 00:21

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Welche Programme zum Konstruieren und Nachbearbeiten gibt es?

'L3Lab' – ebenfalls ein Programm aus der Sparte ”Viewer”– könnte man komplettierenderweise der Liste noch hinzufügen. Doch 'L3Lab' spielt mittlerweile keine wirklich tragende Rolle mehr:

   • L3Lab by Lars C. Hassing
   • L3Lab auf LDraw.org



Lok24
22.01.2016, 10:24

Als Antwort auf den Beitrag von HoMa

Re: Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Hallo Holger,

vielen Dank für die vorzügliche Zusammenstellung.

Ich möchte das nochmal kurz zusammenfassen, ob ich alles richtig verstanden habe.

LDraw als Tool zur Teilebibliothek
Hier arbeitet ein freiwilliges Team an der Pflege der Teilebibliothek, dazu gibt es ein Tool.

Ausgabe: .dat

Konstruktionstools
Eigenständige Programme ohne Teilebibliothek, die auf die .dat aus LDraw zurückgreifen
- MLCad
- LDCad
- LeoCad
- usw
Ausgabe: .ldr oder .mpd

Anzeigetools
Eigenständige Programme, die auf die .ldr oder .mpd aus den Konstruktionsprogrammen zurückgreifen, 3-D-Anzeige, Rendern, Anleitung etc.
- LPub
- LDview
- usw

Ausserdem gibt es bei LDraw ein All-In-One-Installaion-Tool,
um alles nötige (Bilbliothek, Konstruktionsprogamm, Viewer) gemeinsam zu installieren.

So weit so richtig, wenn auch unvollständig?


Grüße

Werner



Lok24
22.01.2016, 10:25

Als Antwort auf den Beitrag von freakwave

Re: Welche Programme zum Konstruieren und Nachbearbeiten gibt es?

Hallo Gerald,

ja, das ist wirklich ein sehr hilfreicher Link, vielen Dank.

Grüße

Werner



freakwave
22.01.2016, 12:56

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Lok24 hat geschrieben:

LDraw als Tool zur Teilebibliothek
Hier arbeitet ein freiwilliges Team an der Pflege der Teilebibliothek, dazu gibt es ein Tool.


Ich würde LDraw nicht als "Tool" beschreiben sondern als "Standard" wie eben jede .DAT Dateien auszusehen haben damit die Programme welche dem LDraw Standard konform sind, damit etwas anfangen können.

Es gibt noch ein weiteres Tool zum Erstellen von Anleitungen, nennt sich "LIC" und wird auch Schritt für Schritt entwickelt. Die Fortschritte bzw. den Link zur aktuellen Version findet man im LDraw Forum.


Gerald


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LDraw Teile Update 2015-01


HoMa
22.01.2016, 18:58

Als Antwort auf den Beitrag von Lok24

Re: Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Hallo Werner,

ich präzisiere noch mal Deine Zusammenfassung.

Lok24 hat geschrieben:


LDraw als Tool zur Teilebibliothek
Hier arbeitet ein freiwilliges Team an der Pflege der Teilebibliothek, dazu gibt es ein Tool.
Ausgabe: .dat


LDraw ist wie schon geschrieben wurde ein Standard, also keine Software. Etwa so wie JPG ein Standard für digitale Bilder ist. LDraw definiert diesen Standard und jedes LEGO Bauteil (und auch Fremdprodukte wie Big Ben Bricks Räder oder ME Model Rails kann man als virtuelle Bauteile im LDraw Standard beschreiben. Ein Bauteil wird als eine Datei gespeichert, diese Datei hat die Endung .dat. Du kannst eine .dat im Texteditor öffnen und siehst viele Zahlen. Diese beschreiben, wie das Teil aussieht (Grüße aus der Matrix).



Lok24 hat geschrieben:

Konstruktionstools
Eigenständige Programme ohne Teilebibliothek, die auf die .dat aus LDraw zurückgreifen
- MLCad
- LDCad
- LeoCad
- usw
Ausgabe: .ldr oder .mpd


Genau, richtig. So wie Photoshop, IrfanView oder oder JPG Bilder bearbeiten kann, können diese Konstruktionstools die .dat Dateien so interpretieren, dass sie als sichtbare virtuelle Bauteile zu sehen sind und man damit virtuel bauen kann. Ein virtuelles Modell verwendet dann entsprechend der verwendeten Bauteile die .dat(s), gibt ihnen Farbe und Position. Diese Modelle werden als .ldr oder .mpd gespeichert.

Der LEGO eigene LDD ist auch so ein Konstuktionstool, dieser verwendet aber einen anderen Standard, wie Bauteile definiert sind (Soweit ich weiß, ist dieser Standard nicht offen, so dass auch Fans keine eigenen Teile im LDD Standard entwerfen können). Ein Modell in LDD wird als .lxf gespeichert. Irgendwann kam dann mal ein Konverter auf, der es erlaubt, die LDD Modelle so umzuwandeln, dass sie auch als .ldr von MLCad und Co gelesen werden können.


Lok24 hat geschrieben:

Anzeigetools
Eigenständige Programme, die auf die .ldr oder .mpd aus den Konstruktionsprogrammen zurückgreifen, 3-D-Anzeige, Rendern, Anleitung etc.
- LPub
- LDview
- usw


Genau, wobei ich Anzeigetools und Tools zum Erstellen von Bauanleitungen noch mal trennen würde. Im Prinzip kann man sich auch die Bauschritte in LDView anzeigen lassen, Screenshots davon speichern und in PowerPoint, Word, Photoshop, InDesign usw. selber eine Anleitung herstellen. Eine Anleitung ist ja nichts anderes als eine Seite Papier, auf der sinnvoll viele Bilder von Teilen, Bauschrittten, Unter-Bauschritten usw. angezeigt werden. Soweit ich weiß verwendet LEGO ein hauseigenes bzw. sehr teures/professionelles Tool zum Erstellen der Bauanleitungen. Wobei schwarz auf schwarz oder dunkelgrün auf dunkelgrün im Ausdruck immer noch eine Herausforderung ist. Aber jetzt gibt es ja gelbe Linien um Teile, die im aktuellen Schritt eingefügt werden.


Lok24 hat geschrieben:

Ausserdem gibt es bei LDraw ein All-In-One-Installaion-Tool,
um alles nötige (Bilbliothek, Konstruktionsprogamm, Viewer) gemeinsam zu installieren.


Richtig. Ein Installer ist nichts anderes als ein kleines Programm, das ein anderes Programm (oder viele andere Programme) auf dem Rechner installiert. Das kann man im Prinzip auch alles von Hand machen, aber so ein Installer fragt manches ab und verarbeitet diese Information dann an allen notwendigen Stellen (wenn er gut gemacht ist). Bei einer händischen Installation müsste man selber aufpassen, dass man alles richtig macht. Und bei den ganzen eigenständigen Tools in der virtuellen LEGO Welt hilft der Installer ungemein, da es durchaus sein kann, das in einem Tool eingestellt werden muss, wo das andere Tool (bzw. die Teilebibliothek) installiert ist.


1000grüße
HoMa


HoMa's World of Bricks


Tagl
23.01.2016, 10:21

Als Antwort auf den Beitrag von HoMa

Re: Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Hallo Holger, hallo Gemeinde,

LPub ist das beste Programm um Bauanleitungen zu erstellen das ich kenne. Zu LPub 3D bin ich noch
nicht gekommen.
Voraussetzung ist allerdings, dass man schon bei der Erstellung des CAD-Modells an das reale Bauen
bzw. die Bauanleitung denkt. Das braucht etwas Übung.

Hilfreich beim Arbeiten mit LPub ist auch, während der Layout-Gestaltung die Auflösung der gerenderten
Grafiken niedrig (<=100) einzustellen. So geht das Rendern und Laden der Grafiken viel schneller. Erst
vor dem Erzeugen der endgültigen PDF oder PNG stelle ich je nach Ausgabemedium die Auflösung hoch.
Wobei 200 für DIN-A4-Druck locker reicht.

Die erzeugten PNG-Dateien lassen sich bei Bedarf auch noch in einem Grafikprogramm nachbearbeiten. Das
hab' ich bisher ein paar mal gemacht, um mehrere LPub-Seiten auf eine Seite zusammen zu fassen. Wie etwa
acht Din-A4-Seiten aus LPub auf zwei DIN-A3.


Gruß
Marco


Steinregal Flickr

[image]


Lok24
23.01.2016, 11:58

Als Antwort auf den Beitrag von HoMa

Editiert von
Lok24
23.01.2016, 12:10

Re: Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Hallo Gerald, hallo Holger,

HoMa hat geschrieben:

LDraw ist wie schon geschrieben wurde ein Standard, also keine Software.


Ja. Das Wort "Tool" im ersten Satz ist hier mißverständlich.

Bei LDraw heißt es:

"The term "LDraw" can be used to refer to the original DOS based LDraw program, the LDraw parts library, the LDraw file format or the LDraw System Of Tools. As you can see this can be very confusing for new users. "

That's it.

Es bezeichnet also mal ein Programm, mal die Bibliothek, mal den Standard oder auch die Werkzeuge für letztere beiden.

Da aber die meisten nichts mit der Teileerstellung zu tun haben, ist es sicher sinnvoll, wenn LDraw (als default) die Teile-Bibliothek (und damit immanent auch den Standard) bezeichnet.

Aber Danke für die Richtigstellung, ich hab's jetzt verstanden.
Bevor ich 2011 bei LEGO wieder eingestiegen bin habe ich mit LeoCad gearbeitet, das muss um 2005 gewesen sein.
War auch nett.

Grüße

Werner



JuL
28.01.2016, 00:28

Als Antwort auf den Beitrag von Dorothea Williams

Re: Welche Programme zum Konstruieren und Nachbearbeiten gibt es?

Saluton!

… und wo wir schon bei den Oldtimern sind auch l3p, ebenfalls von Lars C. Hassing,
ein Kommandozeilenkonverter von Ldraw nach Povray. Für Stapelverarbeiter deswegen
vielleicht trotz des Alters interessant.

Ad LEGO!
JuL


„Altgrau“ facere necesse est.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie mir nennen. Ich lerne nämlich gerne dazu (ich bin allerdings „Altschreiber“).


JuL
28.01.2016, 00:45

Als Antwort auf den Beitrag von HoMa

Re: Überblick: LDraw, MLCad, LDView, LPub

Saluton!

HoMa hat geschrieben:


LDraw
Der leider verstorbene Australier (?) James Jessiman hat in den 90er-Jahren (?) den Grundstein gelegt und das System "LDraw" (LEGO Zeichnen) erfunden.

Beides ja. Die erste LDraw-Version ist von 1995.

MLCad
MLCad kennt verschiedene Modi, zum Beispiel zum Bearbeiten oder zum schrittweise Angucken der Bauschritte. Desweiteren wird im "Grid" (Gitter/Raster) unterschieden, wie man Teile bewegt. Das feine Raster ist dann notwendig, wenn Teile SNOT irgendwo hin gebaut werden müssen oder Pins in Lochbalken genau versenkt werden sollen. Ein automatisches "Einrasten" wie es LDD kennt, gibt es in MLCad nicht. Man kann auch problemlos Teile ineinander schieben und Konstruktionen erfinden, die man im realen Leben nie bauen kann. Damit man sich im feinen Raster nicht verzettelt bietet sich das mittlere Gitter/Raster an. Damit kann man sicher sein, dass die Abstände von Bauteilen nebeneinander und übereinander auch stimmen.

Wobei das grobe Raster bei der Noppen-nach-oben-Bauweise einer halben Noppe entspricht
und somit wenigstens ein bißchen Einrasten ermöglicht.

Ad LEGO!
JuL


„Altgrau“ facere necesse est.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie mir nennen. Ich lerne nämlich gerne dazu (ich bin allerdings „Altschreiber“).


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