Zypper
05.08.2014, 16:33

Editiert von
Zypper
05.08.2014, 16:50

+27MoRaSt-Modul II: Es sind noch Steine zu setzen jenseits der Minifigs

Liebe Leute, so präsentierte sich die Gesamtanlage auf Langeoog:

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Bedauerlicherweise sind die "Nachtaufnahmen" allesamt nichts geworden, denn das Ensemble ist beleuchtbar gestaltet.

Als kleinen Ausgleich bringe ich dafür Auszüge aus dem "Kleinen Führer über die Anlage", der für Interessierte zur Einsichtnahme auf den Stühlen vor dem nicht weiter abgesperrten Modul ausgelegen hat:

"Der Titel dieses zweiten MoRaSt-Moduls aus dem Hause Zypper geht zurück auf eine Zeile des Gedichts „Fadensonnen“ von Paul Celan.

Text der MOC-Karte:
Mehrteiliges Baukunst-Ensemble als Teil der MoRaSt-Gemeinschaftsanlage mit einem Sockel für den „Bunten Turm“ und zwei Großbauten.

An Fremdteilen kommen nach persönlichen Wünschen bedruckte Steine sowie mit LEGO verbaubare LED-Leuchten von einem Drittanbieter zum Einsatz. Auch sind in der unteren Etage der linken Murmelbahn Steine aus Holz verarbeitet. Der Panoramawagen des roten Monorail-Zuges beruht auf einer Idee von bigberg; im Dachbereich wurden weiße Klebestreifen verwendet. Auf weitere Vorlagen oder Vorbilder wurde verzichtet.

Zur Neuauflage des Projektes „De bunte Toorn“ gilt mein Dank den anderen Ausstellern, die eigene Etagen mitgebracht und somit wiederholt zum Gelingen beigetragen haben. Erlaubt ist dabei alles, außer langweilig.

Gesamtlänge der in diesem Modul (ohne Eckmodul) verbauten Monorailtrasse: 25,52 Meter.
Gesamtzahl der auf den 4x11 32er-Platten bedeckten Noppen: 45.056.

...


Die Anlage ist unter anderem mit voll mit LEGO verbaubaren Fremdteilen des Anbieters Liteupbricks beleuchtet. Die Teile-Nummer beziehen sich auf die Systematik bei www.bricklink.com, einer empfehlenswerten Bezugsquelle für den Steine-Nachschub.

Murmelbahn West (bzw links im Bild)

Die in sechs Teile zerlegbare Stütze für die Trasse der Monorail-Bahn nimmt eine Murmelbahn auf.

Besondere Teile und Bautechniken:
- Oben rechts der 1x4-Stein (3010p30) mit dem Aufdruck „Legoland“.
- Die Spitze mit den schwarz-weißen Fliesen auf dem Dach besteht aus 3x 42609 (White Wedge, Plate 16 x 16 x 1 with 4 Pins) aus dem Jack-Stone-Set 4619 (A.I.R. Patrol Jet) von 2002. Die weißen, eigentlich fixierten Pins mussten gewaltsam entfernt werden, um die Dreieckskonstruktion mit schwarzen Technic-Pins zu ermöglichen.
- Im Auffangbehälter für die Murmeln als Netz: Der Brautschleier aus dem Set 853340
- Fremdteile: In der vorderen rechten Säule sind zwei Steine aus Holz verbaut.

Was war besonders schwierig?
Eine verlässliche Stabilität hinzubekommen, denn an der Stelle, wo eigentlich tragende Säulen stehen sollten, musste die Monorailtrasse durchgelassen werden.

„Dies ist kein LEGO“ (bekannt als Großbau I)

MOC-Karten-Text:
Der Bau diskutiert die Grenze zwischen Verschlossenheit und Transparenz, von Offenheit und Beschränkung. Als Sinnbild für diese Diskussion, die nur in innerer Zerrissenheit enden kann, steht die Treppe, die hier in einer eleganten Konstruktion durch das gesamte Gebäude (sprich: durch verschiedene Stufen des Bewusstseins) bis auf die (umkämpfte) Dachterrasse geführt und dort quasi im Nichts aufgelöst wird. Denn das Erreichte durch das Ersteigen der Treppe steht in krassem Widerspruch zum bis ins Detail verfolgten Aufwand, der zwar beleuchtet, aber im Wesentlichen hohl den Blick auf eine weitverbreitete und eben darum abzulehnende Vordergründigkeit lenkt. Konsequent ist daher der Einfall, diesen „manipulierten“ Blick durch die beweglichen Fenster auf das Innere zu konzentrieren und damit ins Absurde zu überdrehen: Wir sehen das, was wir sehen sollen und sind abgelenkt von dem, was wir sehen könnten. Insofern wird die Grenze nicht überschritten, geschweige denn überhaupt erreicht, denn die große Geste endet in einer gewaltigen, lediglich durch ästhetischen Zierrat erträglicher gemachten Leere, die auch die zahlreich aufgestellten Minifigs eher betonen als aufheben. LEGO wird hier, um frei nach Theodor Lessing zu sprechen, zur „Sinngebung des Sinnlosen“, was auch im Titelzitat anklingt. Der Spruch, den die rot-schwarzen Figuren auf dem Dach in der Hand halten, ist eine literarische Anspielung, diesmal auf ein berühmtes Bild des Surrealisten René Magritte, der ein Bildnis einer Pfeife mit dem damit zum Bonmot gewordenen Satz unterschrieb: „Dies ist keine Pfeife.“ Die Aussage: Dies ist kein LEGO führt diese Idee spielerisch weiter - und reizt zum Widerspruch.

Besondere Teile und Bautechniken:
- In der Fassade und im Dach 16 transparente Grundplatten im Format 16x16;
- Transparente 2x2-Fliesen;
- Chromgoldene Kuppeln;
- Die blautransparenten 1x2-Fliesen an den Fassadenflanken sind asystemisch mittig auf den Knopf gesetzt.
- Die transparenten Fassadenteile sind herausnehmbar gestaltet.
- Das gesamte Dach ist abnehmbar bzw mit Hilfe des Kollegen pauli-seppl voll kranbar, wie die an den Ecken angebrachten Lochsteine verraten.

...

Was war besonders schwierig?
- Das Dach so hinzukriegen, dass es nicht durchbiegt. Schließlich ist eine für LEGO-Verhältnisse gewaltige Weite zu überbrücken.
- In der hinteren Doppel-Wand die Kabellage der LED-Lichtanlage unterzubringen. Der Batteriekasten verbirgt sich hinter einem Verschlag an der Rückseite des Gebäudes.
- Bei der Größe des MOCs summierten sich die Fertigungstoleranzen der einzelnen Steine derart, dass zwischen der Breite vorne und der Breite hinten eine Differenz entstand, die mit normalen Steinen nicht mehr zu überbrücken war. Nicht zuletzt deshalb liegt das Dach locker auf.

De bunte Toorn (Bildmitte)
mit 2 Etagen von Brixe, einer von Matze2903 und einer von Dirk1313 (von oben nach unten)

Vuga Facui oder Flucht vor der Leere (bekannt als Großbau II)
In drei Teile zerlegbarer zweiter Hauptbau der Anlage.

MOC-Karten-Text:
Als wäre die Grundannahme des „Dies ist kein LEGO“-Baus falsch oder zumindest fragwürdig, versöhnt „Fuga Vacui“ mit seiner beherrschenden Rundung und durch sein beruhigendes Blau, ohne den Betrachter durch falsche Vorspiegelungen ungebührlich einzulullen. Dadurch, dass die Figur – stellvertretend für den menschlichen Drang, verstehen zu wollen, auch wenn die dafür nötigen intellektuellen Kapazitäten nicht hinreichen – die „Flucht“ aus dieser „umbauten Leere“ zumindest wagt, ist die Autorität des Nur-Behaupteten bereits in seine Bestandteile zerlegt. Das Zerlegte wiederum, einer der Grundzustände der LEGO Steine, ermöglicht aber eine immer neue, praktisch unbegrenzte Zusammensetzbarkeit, zu der LEGO Elemente fortwährend verlocken und – tatsächlich zusammengesetzt - den Zweiten Aggregatzustand beschreiben. Aber was auch entsteht: Es kann stets wieder nur eine Annäherung an die verlorene Behauptung sein. So wenig das den Einzelfall löst, so wenig ist dies auch ein Argument gegen die Körperlichkeit eines Baus, der sich mit dem hinteren Gebäudeflügel in begütigende Höhen erhebt. Die Wirkung der blauen transparenten Steine wird hier durch den Einsatz blauer Lichtquellen verstärkt.


Besondere Teile und Bautechniken:

- Die Rundung kommt durch die Ausnutzung der natürlichen Fertigungstoleranzen des Materials zustande und benötigt wegen der dabei auftretenden gewaltigen Spannungen eine massive Halterung, die der hintere Querbau übernimmt.
- Die beiden oberen Module des Querbaus sind so faltbar, dass sie im Format 32x32 in die Transportkartons passen.

Besondere Minifigs:

Die fliehende Gestalt ist die Belville-Figur belvMale8 aus dem Set 5870 „Pretty Playland“ von 1994.

Der Bahnhof „Bunter Turm“ und die Stellwerke MBZ und FDL (noch nicht vorgestellt)

Besondere Teile und Bautechniken:
Die „Tragseile“, die das transparente Bahnsteig-Dach zu halten scheinen, haben keine technische Funktion. Gehalten wird das Dach durch eine im Inneren verborgene Konstruktion, bei der die durchsichtigen Technic-Liftarme eine bedeutende Rolle spielen. Die Biegung kommt durch die natürlichen Fertigungstoleranzen zustande. Der Batteriekasten für die Beleuchtung ist in die Säule des Stellwerks eingebaut und kann zum Wechseln herausgenommen werden.

Was war besonders schwierig?
Den Bahnhofsbau so zurückhaltend zu gestalten, dass die Blickachsen in den hinteren Bereich des Moduls frei bleiben. Und das widerspenstige Geschling der zahlreichen LED-Kabel im Dach des Stellwerks unterzubringen.


Murmelbahn Ost (also rechts zu sehen)
Die in acht Teile zerlegbare Stütze für die Trasse der Monorail-Bahn nimmt eine Murmelbahn auf und beherbergt das Team Zypper.

Besondere Teile und Bautechniken:
- Das Namensschild „Zypper“ ist als Weiche ausgeführt; das Leuchtelement auf dem Dach besteht im Wesentlichen aus transparenten Lampensteinen. Auch hier wurden die natürlichen Fertigungstoleranzen genutzt, um die schlanke, gewundene Form zu erzeugen.
- Das Lichtobjekt auf dem Dach der Murmelbahn besteht aus ineinander verdreht gebauten „Lampensteinen“; die auch „SNOT-Konverter“ genannt werden. SNOT = Studs Not On Top. Beliebte Bautechnik, bei der die Noppen nicht nach oben zeigen, mit der man reizvolle Ergebnisse erzielen kann. (wird noch im Detail vorgestellt)

Besondere Minifigs:

Eine ausrangierte Garnitur der vier berühmten Ingenieure, die mit zahlreichen Bildergeschichten und ihren Reisen um die Welt von sich reden gemacht haben, grüßt von der ersten Etage aus. Zuständig sind sie für die Umsetzung der Ideen, die dem Gräulein in nicht versiegender Menge kommen."

Schönen Gruß
Andreas


"Du willst bei Fachgenossen gelten?
Das ist verlorne Liebesmüh!
Was dir missglückt, verzeihn sie selten.
Was dir gelingt, verzeihen sie n i e !"
(Oskar Blumenthal, 1909)


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MBZ

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Zypper bei flickr

Mitglied im famosen Orden der verhaltensauffällig Kreativen.


BrickBen
05.08.2014, 18:31

Als Antwort auf den Beitrag von Zypper

Re: MoRaSt-Modul II: Es sind noch Steine zu setzen jenseits der Minifigs

Hallo Andreas,

Wow! Das hätte ich Zugern im Original gesehen (Irgendwann komm ich sowieso zu dir, ob das dann noch steht? )

Wirkt sehr harmonisch, Gräulein hat sich anscheinend doch was dabei gedacht. Und dein Team hat dich auch unterstützt, oder?

Es gibt nur noch eins zu sagen: Weiter so!

Viele Grüße,

Ben


Ihr findet uns unter: https://noppenbahner.de
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