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Rezension
Technik-Set 8288 Raupenkran
Nach langer Zeit habe ich mir doch mal wieder ein Set gekauft: Den Techmik-Raupenkran 8288. Und ich denke ernsthaft darüber nach, noch ein Exemplar davon zu kaufen, um Haupt- und Alternativmodell zu haben.
Zum besonderen Nutzen der Leute im Forum, die meinen, ich würde immer nur Meckern, habe ich meine Rezension in zwei Teile aufgeteilt. Wer keine Kritik mag, kann sich ja mit dem Punkt "Was mir gefiel" begnügen.
Was mir gefiel
Das preislich gut platzierte Set - für EUR49,99 gibt es 800 (laut BL 812) Technik-Teile - ist gut designed in Form, Farbgebung und Funktionalität. Es ist weitestgehend gut zu bauen, und hat einen hohen Spielwert.
Beide baubare Modelle stellen Raupenkräne in einem ungefähr halb-Minifig-Maßstab dar, also annähernd H0, und sind dafür auch gut proportioniert. Meines Wissens nach stellen die Modelle keine realen Kräne nach (Wahrscheinlich auch aus Lizenzgründen), fangen aber die "Essenz" des "großen Krans auf Raupen" sehr gut ein. Das Alternativmodell ist eine Umkonfigurierung des Hauptmodells, wobei nur wenige Umbauschritte notwendig sind. Selbst nach Bau von Haupt- und Alternativmodell sind noch eine menge Teile übrig, und zwar nicht nur die üblichen "paar extra Kleinteile", sondern sogar Nupsielose Technikbalken mit 15 Löchern! Auch gut ist, dass zwei Seilpäckchen @ 5m im Set sind, während aber nur eins laut Anleitung gebraucht wird (aber siehe dazu auch den Punkt unter "Was mir nicht gefiel).
Die Anleitung ist, was Komplexität der einzelnen Schritte betrifft, gut durchdacht und einfach nachzuvollziehen. Einige Teile werden auf den Seiten, auf denen sie verbaut werden, in 1:1 dargestellt, was insbesondere für die Seile mit Nupsies an den Enden (BL/Peeron x127..) sehr hilfreich ist. Bei komplizierteren Seilführungen werden auch zusätzliche Zeichnungen eingesetzt, damit das Seil auch auch der richtigen Rolle landet.
Ein zusätzlicher Pluspunkt: Technikbegeisterte Kinder können bei dem Set viel lernen, z.B. Flaschenzug-Prinzip und Hebelarm-Gesetzlichkeiten (Spätestens, wenn er umfällt... :-) )
Selbst die Bauweise mit den immer wieder kritisierten Nupsiefreien Technikteilen ist bei diesem Modell kein Problem - Im Gegenteil, mit den klassischen Technikbalken ließe sich der Kranarm in diesem Maßstab kaum so elegant bauen (selbst die Nupsie-lose Konstruktion ist da schon an der Grenze zwischen elegant und klobig, aber gerade noch auf der richtigen Seite).
Statt der früher benutzten Ringgummis benutzen die Designer für das Bremsen der Seiltrommeln eine Konstruktion, in der ein mit dem Doppelkreuzloch-Gummiteil bb118 gefederter Bionicle-Zahn x346 in ein Zahnrad greift. Das ist elegant, kompakt und genau auf dem Punkt zwischen "zu fest" und "zu lose". Ich hoffe nur, dass das Gummiteil länger hält als die Ringgummis damals bei den Technik-Starwars-Droiden.
Was mir nicht gefiel
Beim Aufbau des Hauptmodells hatte ich ernsthafte Schwierigkeiten, diesen sich schnell selbst aufdröselnden Faden durch die Ösen an den Seiltrommeln zu fädeln. Letzendlich gelang mir das nur mit Hilfe einer Drahtschlinge, die ich wie die klassische Einfädelhilfe bei Nähnadeln einsetzte. Es ist auch ratsam, den Faden direkt nach (oder schon vor) dem Abschneiden abzuknoten, damit er sich nicht auflöst.
Die angegebenen Seillängen im Hauptmodell sind für das Alternativmodell teilweise zu kurz - es gibt aber in der Anleitung keinen Hinweis darauf, der Körper des Krans wird ja unverändert übernommen. Das Hauptseil des Krans ist z.B. mit zwei Metern angegeben. Wenn der Kran aber in der Alternativkonfiguration 80cm hoch ist, und drei Mal rauf- und herunter geht (Trommel - Kranspitze - Haken mit Umlenkrolle - Kranspitze), dann kommt der Haken gar nicht mehr bis auf den Boden. Und wenn man den Kran komplett Flach legen will, dann sollte man auch für die Seiltrommel hinten unten statt 50cm lieber 150cm einplanen (und das Führerhaus eine Nupse weiter nach aussen bauen!).
Der Haken selber ist insbesondere für das Alternativmodell zu leicht. Wenn man den Haken ohne Last senken will, kann dieser quasi "oben hängen bleiben", oder das Seil verklemmt sich auf der Seiltrommel. Wenn das Seil in sich verdrillt ist, reicht das Gewicht des Hakens und selbst der eigentlich recht weite Abstand zwischen Rolle und Fixierung an der Kranspitze nicht aus, um ein Verdrehen der Seile zu vermeiden. Gerade bei dem Alternativmodell ist ein Spielbetrieb ohne Belastung oder zumindest ohne Traverse schwierig. Dumm nur, dass die zum Hauptmodell gehörende Traverse für den Umbau geopfert werden musste...
Die auf der Anleitung abgebildeten maximalen Auslageweiten des Krans sind eher theoretischer Natur - dranhängen darf man da nix mehr, sonst PLATSCH. Ich überlege, ob und wie man ggf. einen Gegengewicht-Extender basteln könnte, um das Kontergewicht entweder zu vergrößern, oder weiter nach hinten hinauszuschieben.
Schweres Manko: Der Karton. Obwohl er gut gefüllt ist, hat er so seine Probleme. Ich habe das Set im Lego-Store gekauft, wo das Teil ja auf Palette und per Spedition hingekommen ist. Aber ich sehe ernsthaft schwarz für den Inhalt, wenn die Postalischen das Teil in die Finger bekommen: Als Teil des Sets liegen zwei 73090 (Boots- oder Eisenbahngewichte 2x6x2) lose im Karton - genau so wie die Anleitung. Hier liegt ein Problem auf der Lauer und wartet nur darauf, Kunden und Service das Leben schwer zu machen. Ich frage mich, wieviel G es wohl braucht, damit so ein Gewichtsklotz die Pappe durchschlägt...
Und natürlich (viele haben schon drauf gewartet): Natürlich benutzt das Set die falschen Grautöne. Schade - das Set enthält viele interessante Teile, die ich so aber leider in Quarantäne halten muss.
Credit
Diese Rezension stammt aus der Feder von 1000steine-Mitglied "treczoks". Vielen Dank!
Hinweis
Der Artikel beruht auf den subjektiven Einschätzungen des Verfassers und stellt keine offizielle Empfehlung oder Kritik seitens 1000steine.de dar.
