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Rezension
Star-Wars-Set 4504 Millenium Falcon
Hallo an alle Star Wurschtler, Spacer, Trekkies und andere Legoisten! Hier meine Rezension des neuen Millenium Falken 4504
Allgemein
Bekannterweise ist dieses Modell ja eine Neuauflage im neuen Gewand und dazu hat es ja schon reichlich Diskussionen gegeben, ob das nun gut oder böse ist. Daher hier nur ein kurzer und grober Vergleich: Die beim ersten Falken verwendeten großen Formteile (die meines Erachtens gut gelungen waren und von denen ich gerne mehr hätte) werden nun durch Einzelplatten ersetzt (Plattenbauweise möchte ich jetzt nicht sagen), also mehr Back to the Roots. Es gibt nun mehr Spielfunktionen und die Minifigs haben fleischfarbene Gesichter. Das Cockpit ist auch neu .Von der Größe her sind beide Modelle fast identisch, die Neuauflage ist aber ein klein wenig detailreicher. Die Farbe ist jetzt allerdings überwiegend Neugrau. Hierzu sag ich ohne meinen Rechtsanwalt nichts..
Bauspaß
Mit fast 1.000 Teilen ist für Bauspaß gesorgt und dürfte je nach individueller Baugeschwindigkeit ca. zwischen knapp 3 und 4 entspannter Stunden liegen. Der Zusammenbau gestaltet sich wie gewohnt sehr gut, von einigen kleineren Fehlern abgesehen. (Allerdings ist der Aufkleberbogen mal wieder in der Packung mangels vernünftiger Unterbringung zerknautscht worden!)
Design
Design ist in erster Linie Geschmacksfrage, es gibt aber auch ein paar objektive Kriterien. Zum Positiven: Das neue Modell trifft den Charakter des Raumschiffs aus der klassischen Trilogie sehr gut. Gegner von großen Formteilen wird’s jedenfalls ohne die großen Formteile gefallen. Die Proportionen sind mit Einschränkungen gut gelungen; es ist ja auch ein Lego-Modell und kein Revell-Bausatz!
Das Cockpit ist allerdings auf seine Weise genauso falsch, wie die erste Variante (wer möchte, kann damit aber eine echt gute Apollo-Kapsel nachbauen). Das richtige Cockpit liegt vom Design her genau in der Mitte zwischen Alt und Neu. Dafür gibt es aber jetzt einen vernünftigen Übergang von der Brücke zum Korpus.
Die Rückansicht gefällt mir nicht so gut, die Abstände zwischen den Segmenten, die die Oberseite bilden, sind zu extrem. Auch die Unterseite ist optisch kein Leckerbissen.
Richtig mangelhaft sind aber die zugigen Lücken der runden Konstruktion des Hauptkörpers. Das wirkt doch etwas wie ein Rohbau und ist die große Enttäuschung an diesem Set. Das ist schon fast Nepp, besonders wenn man den Preis, mal in DM gesprochen, von fast 300 sieht!
Der Innenraum ist für mich nicht so wichtig, für Kinder zum Nachspielen der Szenen bietet der neue Falke aber hier einiges. Den Hyperraumantrieb habe ich allerdings ganz anders in Erinnerung. Die blauen Zuleitungen erinnern mich mehr an einen Warpantrieb aus Star Trek (Leitungen zu den Warpgondeln) und auf dem Stein mit dem Hyper- Aufkleber könnte auch stehen: „Unwahrscheinlichkeits-Drive“ (für Kenner von Douglas Adams ´Per Anhalter durch die Galaxis´). Die Rettungskapsel halte ich für überflüssig, aber wir Fans dürfen ja nicht vergessen, das Lego ja auch immer noch ein Kinderspielzeug ist und denen wird’s gefallen.
Technische Lösung
Die Idee, den untertassenähnlichen Hauptkörper des Falken durch spitz zulaufende Platten zu konstruieren ist gut, aber in ihrer Stabilität und Dichtigkeit (Spaltmaße sagt man wohl bei Autos) nicht gerade vorbildlich. Die äußere Umrandung ist gut gelungen, krankt aber auch an Spaltmaßen, bei denen mir unsere Helden im Schiff nur Leid tun können. Es zieht durchs ganze Schiff und einen Flug durch ein Asterioidenfeld würde ich damit nicht versuchen. Obwohl das eigentlich für das Modell spricht, denn im Grunde genommen ist der Millenium Falke auch im Film ein fliegender Schrottkasten!
Die Funktion der Rampe ist ein Highlight, aber einmal falsch angeschaut und die Rampe demontiert sich selbst. Ansonsten ist die technische Umsetzung ähnlich auch mit Mängeln wie im neuen X-Wing-Fighter und im AT-AT behaftet. Da hält die eine oder andere Verbindung nicht optimal oder es wirkt nicht ganz durchdacht.
Insgesamt wurde eine sehr mäßige Konstruktion geschaffen, die dieses Kultraumschiff nur aus bestimmten Perspektiven (siehe bisher bekannte Bilder im Netz) würdig wiedergibt.
Noch zu der Steine Qualität: noch nie hatte ich so viele Plastikfädchen, die noch von der Einspritzdüse der Plastikgußform stammen, als in diesem Set an den Steinen hängen! Zusammen mit dem Farbbild sollte man so eigendlich Preise wie bei Megabloks erwarten.
Preis
Ich habe mit mir gerungen, diesen Punkt mit aufzunehmen, denn ich bin sicher, im Märklin- / Porsche- oder andere Hobby-Foren wird auch nicht ständig über den Preis des Hobbygegenstandes gestöhnt. Trotzdem: 99,00 EUR hätten es auch getan (dann aber auch ohne die Baulücken)!
Fazit
Wer den ersten Falken hat, braucht nicht zwingend die Zweitauflage. Wer aber gerne mal ein schönes Falken-MOC bauen möchte, der hat mit diesem Modell eine prima, aber überteuerte Basis!
Credit
Diese Rezension stammt aus der Feder von 1000steine-Mitglied "Picard". Vielen Dank!
Hinweis
Der Artikel beruht auf den subjektiven Einschätzungen des Verfassers und stellt keine offizielle Empfehlung oder Kritik seitens 1000steine.de dar.
